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Benthos

Benthos (auch Benthon) ist die Gesamtheit aller am Grund der Gewässer, dem Benthal, lebenden Tiere und Pflanzen bzw. die in diesem Biotop anzutreffende Biozönosen (Lebensgemeinschaften). Das Wort leitet sich vom griechischen to bénthos ab, was soviel bedeutet wie Meerestiefe oder Dickicht.

Das Benthos schließt sowohl die festsitzenden (sessilen) Organismen als auch die kriechenden, laufenden oder vorübergehend schwimmenden, also vagilen Bodentiere ein. Der Begriff geht auf Ernst Haeckel (1890) zurück, der damit die bodenbewohnenden Organismen von den im freien Wasser der Meere, dem Pelagial, schwimmenden Lebewesen (Plankton und Nekton) abgrenzen wollte. Heute werden die Lebensgemeinschaften der Böden aller Gewässertypen, sowohl der Binnengewässer als auch der verschiedenen Meerestiefen, als Benthos bezeichnet.

Nach der Größe der Lebewesen unterscheidet man:

Nach dem Lebensraum unterscheidet man:

Nach der Beweglichkeit unterscheidet man:

Benthische Lebewesen sind von Bedeutung als Nahrung für Fische und andere größere Tiere des freien Wassers, dem Nekton, aber auch als Destruenten. Tierisches Benthos (Zoobenthos) wie beispielsweise Krustentiere, Plattfische oder Muscheln stellen auch für die menschlichen Ernährung eine wertvolle Proteinquelle dar. Beim pflanzlichen Benthos (Phytobenthos) ist kommerziell besonders Tang wichtig (bemerkenswert ist der Kelp, der an flachen Küstenabschnitten mehr als 60 m hohe Wälder bilden kann), dieser findet Verwendung bei der Herstellung verschiedener Nahrungsmittel und Industrieprodukte. Pflanzliches Benthos ist wegen der Photosynthese vom Lichteinfall abhängig und daher nur im Litoral (Tiefe maximal 100 - 200 m) zu finden.

Typisch benthische Lebewesen sind z.B.

Als älteste bekannte benthische Lebensform gelten die Stromatolithen.


Siehe auch

Meeresbiologie - Süßwasserbiologie - Plankton