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Schaumburg (Burg)

Schaumburg

Schaumburg

Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ort: Rinteln
Geographische Lage 52° 12′ 4,16″ N, 9° 12′ 3,39″ OKoordinaten: 52° 12′ 4,16″ N, 9° 12′ 3,39″ O
Höhe: 225 m ü. NN
DEC

Die Schaumburg ist eine Burg im Gebiet der Stadt Rinteln (Landkreis Schaumburg, Niedersachsen) im Weserbergland an der Weser.

Ihren Namen, ehemals Schauenburg, den sie mit dem heutigen Rintelner Ortsteil „Schaumburg“ teilt (früher: Rosenthal), verdankt sie vermutlich dem herrlichen Ausblick in das Wesertal. Die Schaumburg gehört zu den markanten Punkten des Schaumburger Landes und ist seit über 800 Jahren sein Wahrzeichen. Der Landkreis Schaumburg trägt deshalb das Nesselblatt in seinem Wappen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Burg steht auf dem 225 Meter hohen Nesselberg im Wesergebirge, an der Weser, und zwar ca. 12 km östlich der Rintelner Kernstadt.

Geschichte

Auf dem Nesselberg soll vor 900 Jahren ein Jagdhaus gestanden haben, das dem Rodenberger Adolf von Santersleben gehörte. Sein Sohn, Adolf II., erbaute die Burg und nannte sich fortan Edler von Schaumburg. Seitdem war die Burg der Stammsitz der Grafen von Schaumburg, die im 13. Jahrhundert bei der Binnenkolonisation des Oberwesergebietes, Ostholsteins und Mährens eine bedeutende Rolle spielten. Ab 1517 diente die Burg nur noch als Witwensitz; ihre letzte Bewohnerin war Elisabeth von Schaumburg, die 1646 starb.

Im Jahre 1640 starb mit dem Grafen Otto die Hauptlinie der Schaumburger aus. Die Grafschaft wurde zwischen Braunschweig-Lüneburg, den Grafen von Lippe und Hessen-Kassel geteilt, und die Burg wurde hessisch und Sitz des Amtes Schaumburg. Ab 1821 wurde die Burg von der nahegelegenen Domäne Coverden genutzt.

Nachdem sie 1866 mit der Annexion von Hessen-Kassel (Kurhessen) durch Preußen in preußischen Besitz übergegangen war, wurde sie 1873 als Gasthaus hergerichtet. Am 16. April 1907 wurde die Schaumburg von Kaiser Wilhelm II. dem Fürsten von Schaumburg-Lippe zur Silberhochzeit geschenkt und gründlich restauriert. Die Familie von Schaumburg-Lippe besitzt die Burg noch heute.

Seit 1999 findet dort regelmäßig im September ein Mittelalter-Markt statt.

Anlage

Schaumburg

Von der mittelalterlichen Anlage der Burg, die aus Vor- und Hauptburg besteht, stehen noch drei der ursprünglich vier Türme. Im ehemaligen Herrenhaus, das auch als Schloss Schaumburg bezeichnet wird, befindet sich heute eine Gaststätte. Rüstungen und Waffen der ehemaligen Bewohner sind im Schlossmuseum zu besichtigen.

Blutlinde

Vor der Schaumburg steht eine ca. 600 Jahre alte Linde, die sogenannte Blutlinde, auf die sich eine Sage bezieht: "So wahr dieses Lindenreis, das ich hier pflanze, grünen und blühen wird, bin ich unschuldig!", soll eine junge Frau gesagt haben, die hier um 1400 in einem Hexenprozess zum Tode verurteilt wurde.

Windradkontroverse

Derzeitig plant ein Investor aus Schleswig-Holstein im Wesertal unterhalb der Schaumburg drei bis zu 130 m hohe Windräder aufzustellen, welche den schönen Aus- und Anblick der Schaumburg beeinträchtigen würden. Dagegen gibt es Widerstand aus der Bevölkerung des Wesertals, und eine lokale Bürgerinitiative kämpft gegen die Investition. Bürgermeister und der Rintelner Stadtrat sowie der Landkreis haben sich dagegen ausgesprochen, aber ein Verwaltungsgericht hat im Januar 2006 dem Windradunternehmer das Recht zur Aufstellung gegeben. Die Stadt Rinteln lässt derzeitig prüfen, ob eine Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts möglich ist.

Siehe auch