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Ventil

Dieser Artikel beschreibt das Ventil als technische Vorrichtung; zum Ventil bei Blasinstrumenten siehe Ventil (Blasinstrument).

Das Ventil (von Ventilation lat. für (Be)lüftung, Luftwechsel) ist ein technisches Bauteil, das dazu dient, den Ein- oder Auslass von Gasen und Flüssigkeiten zu kontrollieren oder die Fließrichtung zu steuern und zu regeln.

Inhaltsverzeichnis

Bauarten

Unterschiedliche Ventilarten werden nach folgenden Aspekten unterschieden:

Form

Ventile können nach ihrer geometrischen Form eingeteilt werden in:

Betätigungsart

Ventile lassen sich aber auch nach der Art der Betätigung unterteilen in:

Bauart des Absperrkörpers

Ventile können auch nach der Bauart des Absperrkörpers unterteilt werden. Beispiele sind:

Außerdem werden Ventile in Nennweiten, Nenndruckstufen und Medien unterteilt. Dabei kann man zusätzlich steigende oder nichtsteigende Spindeln wählen. Steigende Spindeln haben den Vorteil, dass von außen die Ventilstellung ersichtlich ist, was bei letztgenannten nicht möglich ist.

Anwendung

Durch Ventile lassen sich Durchflussmengen in einer Rohrleitung exakt und präzise dosieren, sowie sicher gegen die Umgebung abschließen. Sicherheitsventile dagegen sind so gebaut, dass sie durch die rasche Abgabe einer großen Stoffmenge an die Umgebung Überdrücke verhindern.

Ventile haben jedoch stets einen gewissen Strömungswiderstand, wodurch sie für manche Anwendungen nicht geeignet sind. Außerdem ist es kaum möglich, die Betätigungseinheit absolut dicht zu halten.

Bei der überwiegenden Zahl von Fahrzeugen wird heute der Ottomotor in der Viertaktbauweise eingesetzt, bei dem Ventile in der Ventilsteuerung dazu dienen, den Gasfluss zu steuern.

In der industriellen Anwendung sind die großen Gebiete Pneumatik und Hydraulik (Unterteilt in Mobilhydraulik und Stationärhydraulik, Ölhydraulik und Wasserhydraulik) zu unterscheiden. Mit Pneumatik werden primär Medienkreise mit Druckluft (typischerweise 6 bar) bezeichnet. Im weiteren Sinne versteht man unter Pneumatik aber oft auch Fluidkreise mit einem Druck unter typ. 40 bar.

Ventile, insbesondere Magnetventile, werden in der Industrie oft und vielfältig eingesetzt: im Bereich der Fabrikautomation zum Bewegen von Zylindern, Greifern oder Auswerfern, in der Medizintechnik für Beatmungsgeräte oder Dialyse, in der chemischen Industrie, der Lebensmittelindustrie, Wasseraufbereitung und vielen weiteren Gebieten.

Auch die Segelklappen am Herzen und die Taschenklappen in den Venen haben die Funktion von Ventilen.

Häufig wird der Begriff Ventil als Überbegriff verwendet. Je nach Bauart werden synonyme Bezeichnungen wie Hahn, Schieber oder Klappe verwendet.

Bekannte Formen

Pneumatik und Hydraulik

Sperrventile und Stromventile

Druckventile

Schnellschlussventil

Sie erlauben bei plötzlicher mechanischer Entlastung eines Generators (Kurzschlussfall) die schlagartige Unterbrechung der Dampfzufuhr und verhindern somit ein „Durchgehen“ der Turbine.

Schaltsymbole und Schaltpläne

Eine umfangreiche Auflistung von Schaltzeichen für Ventile sowie Schaltzeichen für die Betätigungsart von Ventilen in der Fluidtechnik findet man in folgender Liste der Schaltzeichen (Fluidtechnik). Komplette pneumatische Schaltpläne enthalten u.a. Stellglieder (Ventile) zur Steuerung der Arbeitsglieder (Zylindern).

Literatur

Siehe auch

Zum elektrischen Analogon: Für Hochspannungs-Gleichrichterröhren wird zuweilen die Bezeichnung Glühventil verwendet. Dioden sind „elektrische Rückschlagventile“.

 Commons: Valves – Bilder, Videos und Audiodateien