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Stickstofffixierung

Unter Stickstofffixierung versteht man allgemein jegliche Umwandlung des chemisch inerten elementaren, molekularen Stickstoffs (N2, Dinitrogen) zu reduzierten Verbindungen, die reaktiver und insbesondere bioverfügbar sind. Der Prozess ist aufgrund der sehr stabilen Dreifachbindung molekularen, elementaren Stickstoffs mit 946 Kilojoule pro Mol äußerst energieaufwändig. Die Stickstofffixierung ist ein wichtiger Teil des Stickstoffkreislaufs.

Man unterscheidet:


Inhaltsverzeichnis

Biologische Stickstofffixierung

Mikroorganismen, die Stickstoff fixieren können (Stickstofffixierer), sind entweder freilebend oder leben in Symbiose mit Pflanzen. Bekannte freilebende Vertreter sind die Gattungen Azotobacter, Azomonas und Cyanobakterien, letztere fixieren den Stickstoff oft in spezialisierten Zellen, sogenannten Heterozysten. Die bekanntesten symbiotisch lebenden Stickstofffixierer sind die der Gattung Rhizobium (bei Leguminosen) und Frankia (bei verholzenden Pflanzen, z.B. Erlen).

Da die Stickstofffixierung für die Lebewesen sehr energieaufwändig ist, wird sie streng reguliert und kommt nur zur Anwendung, wenn das Lebewesen keine andere Möglichkeit zur Stickstoffversorgung hat.

Siehe auch: Diazotrophie

Chemische Stickstofffixierung

Durch Blitzschlag bei Gewittern, Verbrennung und Vulkane: aus Stickstoff und Sauerstoff der Luft entstehen Stickoxide, die mit Wassertröpfchen in der Atmosphäre zu Salpetriger Säure bzw. Salpetersäure reagieren und als Saurer Regen in den Boden gelangen.

Technische Stickstofffixierung

Nach dem Haber-Bosch-Verfahren kann N2 reduziert werden. Der Prozess benötigt eine Temperatur von 500°C, einen Druck von 450 bar und Katalysatoren. Die Reduktion ist ähnlich wie unter (2).
Meist wird dieser Ammoniak in nitrathaltige Düngemittel umgesetzt.

Weitere Bedeutung

Zudem wird mit Stickstofffixierung die Festlegung des Bodenstickstoffs in der organischen Substanz bezeichnet, wenn ein ungünstiges Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis (C/N-Verhältnis) vorliegt. Der Grund liegt hierbei im Stickstoffbedarf der abbauenden Mikroorganismen. So lässt sich bei der Ausbringung stickstoffarmer Mulchmaterialien wie Sägespäne, Holzhäcksel oder Rindenhäcksel ein Stickstoffmangel der Kulturpflanzen beobachten. Daher kann es günstig sein, solche Materialien vorher zu kompostieren, oder zusätzlich einen Stickstoffdünger zu geben. Der gebundene Stickstoff wird mit dem Abbau der organischen Stoffe langfristig wieder freigesetzt.