Heim

Kawa

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Der Schmied Kawa aus der persischen Mythologie findet sich unter Kaveh, die Pflanze Kawa (Piper methysticum) unter Kava.
Gempaaton (Kawa) in Hieroglyphen



Gempaaton
in einer Inschrift von Arikamaninote

Kawa (altägyptisch: Gempaaton) ist eine antike Stadt in Obernubien in Sudan gegenüber von Dunqula gelegen.

Der Ort liegt auf der östlichen Nilseite in dem sogenannten Kerma-Becken, das besonders für seine Fruchtbarkeit bekannt ist. Der Ort ist der Endpunkt einer wichtigen Wüstenroute, die von Kawa nach Osten führte und dadurch dem im Süden liegenden Nilbogen abkürzte.

Der altägyptische Name des Ortes ist Gempaaton und weist darauf hin, dass der Ort schon unter Echnaton gegründet wurde. Ein großer Friedhof der Kerma-Kultur ganz in der Nähe, deutet jedoch an, dass sich hier eventuell schon eine ältere Siedlung befunden haben mag.

Die ältesten Reste in der eigentlichen Stadt sind aber ein kleiner Tempel des Tutanchamun für Amun-Re, der wiederum von Ramses II. usurpiert wurde (Tempel A).

Nach dem ägyptischen Neuen Reich begann die Bautätigkeit unter Schabaka, der hier einen Schrein für Anukis errichtete. Taharqa erweiterte den Haupttempel (Tempel T genannt).

Der Ort war ein wichtiges religiöses Zentrum in Nubien. Die Herrscher machten hier halt auf ihrer Thronreise. Tempel T ist ist auch noch in späterer Zeit weiter ausgeschmückt worden und ist besonders wegen seiner langen königlichen Inschriften für die Forschung wichtig.

Ausgrabungen fanden hier von 1929 bis 1936 von der Universität Oxford statt, wobei nur die Tempel, aber nicht die darum liegende Stadt ausgegraben wurden. Seit 1993 finden hier Untersuchungen und Grabungen des Britischen Museums statt.

Koordinaten: 19° 6' 7" N, 30° 31' 34" O