Heim

Kobern-Gondorf

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 18′ N, 7° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Untermosel
Höhe: 70–300 m ü. NN
Fläche: 28,36 km²
Einwohner: 3269 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56330
Vorwahl: 02607
Kfz-Kennzeichen: MYK
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 212
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 44
56330 Kobern-Gondorf
Webpräsenz:
www.kobern-gondorf.de
Ortsbürgermeister: Werner Wolff (CDU)
Lage der Gemeinde Kobern-Gondorf im Landkreis Mayen-Koblenz

Kobern-Gondorf ist eine Ortsgemeinde und ein Weinort an der Untermosel im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz und seit 1976 Sitz der Verbandsgemeinde Untermosel.

Die Ortsgemeinde Kobern-Gondorf entstand im Jahr 1969 durch Zusammenschluss der Ortsteile Kobern und Gondorf. Im Jahr 1970 schloss der Ortsteil Dreckenach sich der Ortsgemeinde an. Außer den drei größeren Ortsteilen gehören noch einige auf den Moselhöhen liegende kleinere Siedlungen und Höfe zur Gemeinde.

Neben insgesamt vier Burgen hat sich in den Ortsteilen Kobern und Gondorf in erheblichem Umfang mittelalterliche Bausubstanz erhalten. Im Verlauf der Straßen im Ortsteil Kobern lässt sich noch heute die mittelalterliche Straßenanordnung gut erkennen. Kobern war vermutlich befestigt. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts waren Reste zerfallener Tore erkennbar. Zum Erscheinungsbild des Ortsteils Kobern schreibt Johann August Klein in seinem Buch Das Moseltal zwischen Koblenz und Zell, Koblenz 1831, Seite 74 ff.: Gegenüber schneiden zwei Thäler in das hohe, schroffe Gebirg ein......Zwischen beiden breitet sich die anmuthige Ortschaft Cobern längst dem Gestade aus. Reste zerfallener Thore zeigen, dass sie fest war....Regelmäßige Straßen laufen nach einem Platze, wo sich das Rathaus befindet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Ortsteile Kobern und Gondorf liegen am linken Moselufer etwa 17 Kilometer von Koblenz und etwa 33 Kilometer von Cochem entfernt. Nachbargemeinden sind moselaufwärts Lehmen und moselabwärts Winningen. Auf der anderen Moselseite liegen Niederfell und Dieblich.

Kobern und Gondorf liegen am Prallhang des Dieblicher Moselbogens auf der Schwemmfläche mehrerer aus dem Maifeld einmündender Bäche und am zum Maifeld aufsteigenden Hang. Aufgrund der niedrigen Höhe ist vor allen Dingen der historische Ortskern des Ortsteils Kobern häufig von Hochwasser betroffen.

Ausdehnung des Gemeindegebietes

Die Ortsteile Kobern und Gondorf ziehen sich über eine Länge von etwa 3 Kilometern am Moselufer entlang. Der Ortsteil Dreckenach liegt abseits der Mosel auf dem Maifeld am Nothbach. Insgesamt zählen über 25 Wohnplätze zur Gemeinde, meist Siedlungen und Höfe auf den Moselhöhen.

Klima

Wie auch andere Gemeinden der Untermosel, liegt Kobern-Gondorf klimatisch begünstigt in einer der wärmsten Regionen Deutschlands.

Geschichte

Aus vorgeschichtlicher Zeit finden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Kobern-Gondorf Grabhügelfelder und der Goloring, vermutlich eine Kultstätte. Die Ortsteile Kobern und Gondorf waren, wie zahlreiche Funde belegen, schon in römischer und fränkischer Zeit besiedelt.

Ortsteil Kobern

In einer Schenkungsurkunde des Erzbischofs Egbert von Trier zu Gunsten des Benediktinerklosters St. Marien wird Kobern im Jahr 980 als coverna erstmals erwähnt. Es gibt jedoch Hinweise, die auf eine frühere Existenz des Ortes schließen lassen. So wurde in einem zwischen 751 und 768 verfassten Lebensbeschreibung des hl. Bischofs Maximin, die freilich legendarische Züge trägt, im Zusammenhang mit dem Heiligen Lubentius, dem Koberner Pfarrpatron, der Ort cubrunum erwähnt.

Ortsteil Gondorf

Erstmals urkundlich erwähnt wird Gondorf als condrovia im Jahr 871. Auch für den Ortsteil Gondorf gibt es ältere Hinweise. In einem Reisebericht aus dem Jahr 560 ist von einer Ortschaft namens contrua die Rede. In der bereits oben erwähnten Schenkungsurkunde aus dem Jahr 980 wird die Schreibweise gontreve verwendet.

Das Schloss stammt aus dem 14. bis 16. Jahrhundert und war der Stammsitz der Fürsten von der Leyen. Werner von Leyen wurde 1272 urkundlich erwähnt als Gondorfer Oberherr. Der Ort hieß damals Guntreve. 1320 treten Werner und Siebrecht von der Leyen als Lehensnehmer des Grafen Wilhelm I von Katzenelnbogen auf. Die von ihm zugewiesenen Güter bestehen aus einer Weise im Lonninger Tal mit einem dabei gelegenen Acker, zwei Gärten im gondorfer Tale und einem Weingarten am durlin zu Niederfell beim Weinberg Eberhards von Kobern[1].

Gondorf wird im Trierer Feuerstättenbuch von 1563 (hrsg. von Brommer, S. 164) mit 20 Feuerstätten im Amt Münstermaifeld aufgeführt.

Ortsteil Dreckenach

Der Ortsteil Dreckenach wurde 1030 als drachenacha erstmals urkundlich erwähnt.

Politik

Bürgermeister

Werner Wolff (CDU)

Städtepartnerschaften

Seit 1979 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Ortschaft Corbigny im Burgund. Außerdem bestehen partnerschaftliche Beziehungen zur belgischen Gemeinde Arendonk.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Seit einigen Jahren gibt es ein kleines Theater in der Winzerscheune.

Musik

In der zur Oberburg gehörenden Matthiaskapelle finden in unregelmäßigen Abständen Konzerte statt.

Bauwerke

Ortsteil Kobern

Romanischer Glockenturm (12. Jahrhundert)

Ortsteil Gondorf

Ortsteil Dreckenach

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Sowohl Kobern als auch Gondorf sind Weinbaugemeinden mit mehreren Winzerhöfen. Der Wein wird überwiegend in Steillagen angebaut.

Die Gemeinde lebt überwiegend vom Tourismus. Unterkünfte stehen sowohl in Hotels und Pensionen als auch in Ferienwohnungen zur Verfügung. Es gibt reichlich Einkehrmöglichkeiten.

Der Ortsteil Dreckenach ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Verkehr

Am Moselufer entlang führt die B 416 am Ort vorbei. Diese verbindet Koblenz mit Cochem. Über eine in Richtung Maifeld führende Landstraße besteht Anbindung an die A 48, Abfahrt Ochtendung.

Der Bahnhof liegt an der Grenze der Gemarkungen Kobern und Gondorf. In Kobern-Gondorf hält der zwischen Koblenz und Trier verkehrende Regional-Express der Deutschen Bahn. Darüber hinaus verkehrt ein selten fahrender Bus in Richtung Koblenz.

Die Fährverbindung nach Dieblich wurde in den 70er Jahren eingestellt. Seit 1977 gibt es eine Brückenverbindung zwischen Kobern-Gondorf und Niederfell. Im Sommerhalbjahr legen die Ausflugsschiffe der Köln-Düsseldorfer in Kobern an.

Einrichtungen

Bildung

Sonstiges

Weinlagen

Bergbau

Im Jahr 1828 wurde im Ortsteil Kobern die erste Eisenerzgrube eröffnet. Weitere folgten. Im Oktober 1871 begann der Bau des Norbertus-Stollens. Der Stolleneingang befindet sich in der Lennigstraße unweit der Grundschule und ist von außen zu besichtigen. Die Grube Norbertus wurde vermutlich noch im 19. Jahrhundert endgültig geschlossen.

Mineralwasser

Im Bereich der Gemeinde Kobern-Gondorf finden sich zahlreiche so genannte Säuerlinge, auch Sauerbrunnen genannt. Aber lediglich die Mineralquellen im zwischen Kobern und Winningen liegenden Belltal wurden etwa ab 1870 gewerblich genutzt. Die Fabrikation wurde erst im Jahr 1975 eingestellt. Die aus dem Jahr 1912 stammenden Gebäude der Versand- und Abfüllanlage verfallen.

Fotovoltaikanlage

Oberhalb des Ortsteiles Gondorf errichteten die Rheinisch-Westfälischen-Elektrizitätswerke (RWE) ab 1988 eine Forschungsanlage mit verschiedenen Kollektortypen. Damals war die Anlage die größte ihrer Art in Europa. Heute wird sie als Forschungsstation für neue Solarpanel-Typen benutzt.

Bilder

Literatur

  1. http://www.graf-von-katzenelnbogen.de/ Gondorf, die Geschichte der Grafschaft Katzenelnbogen und der erste Riesling der Welt