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Cadmiumchlorid

Kristallstruktur
Allgemeines
Name Cadmiumchlorid
Andere Namen
  • Cadmium(II)-chlorid
  • Cadmiumdichlorid
Verhältnisformel CdCl2
CAS-Nummer 10108-64-2
Kurzbeschreibung Farblose Kristalle
Eigenschaften
Molare Masse 183,317 g·mol−1
Aggregatzustand fest
Dichte

4,047 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

568 °C[1]

Siedepunkt

960 °C[1]

Löslichkeit

1400 g·l−1 in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [2]
R- und S-Sätze R: 45-46-60-61-25-26-48/23/25-50/53
S: 53-45-60-61
MAK

aufgehoben, da cancergen[1]

LD50

88 mg/kg (Ratte, oral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Cadmiumchlorid ist das Chlorid des Cadmiums mit der Summenformel CdCl2. Es stellt den Prototyp einer AB2-Schichtstruktur mit kubisch-dichtester Kugelpackung dar.

Inhaltsverzeichnis

Darstellung

Wasserfreies Cadmiumchlorid kann aus den Elementen durch Reaktion von erhitztem Cadmium mit Chlorgas gewonnen werden, alternativ kann auch Chlorwasserstoff eingesetzt werden:

Anstelle des Cadmiums lassen sich auch Cadmiumoxid oder Cadmiumcarbonat mit Salzsäure umsetzen. Die entstehenden Hydrate können dann mit Thionylchlorid entwässert werden.

Eigenschaften

Cadmiumchlorid bildet farblose, hygroskopische und sehr gut wasserlösliche Kristalle. Es kristallisiert in einer Schichtstruktur im trigonalen Kristallsystem (Raumgruppe 166, , a = 3,85 Å, c = 17,46 Å). Diese Struktur besteht aus einer kubisch-dichtesten Packung von Chloridanionen, in denen sich die Cadmiumkationen in die Oktaederlücken jeder zweiten Schicht einordnen (Schichtfolge ABCABC, Koordinationstyp = 6:3). Damit sind die Cadmiumionen oktaedrisch von sechs Chloridionen umgeben. Jedes Chloridion bildet die Spitze einer trigonalen Pyramide mit drei Cadmiumionen als Grundfläche. Die CdCl2-Struktur dient häufig als Referenzstruktur.

Sicherheitshinweise

Cadmiumchlorid ist eine sehr giftige und umweltgefährliche Substanz, die karzinogen (R 45), mutagen (R 46) und reproduktionstoxisch (R 60/61) wirken kann. Eine akut toxische Wirkung besteht in einer starken Reizwirkung auf den Respirationstrakt nach dem Einatmen von Dämpfen oder Aerosolen bis zum Lungenödem. Eine chronische Vergiftung führt zur Schädigung von Nieren, Leber und Lungen. Optisches Merkmal einer Cadmiumvergiftung ist die Ausbildung eines gelben Saums an den Zahnhälsen durch sulfidische Cadmiumverbindungen. Für Mäuse wird eine LD50 von 4,6 mg/kg (intraperitoneal) angegeben. Darüber hinaus ist es extrem giftig für viele Wasserorganismen (Bakterien, Algen, Krustentiere).

Quellen

  1. a b c d e f Sicherheitsdatenblatt (alfa-aesar)
  2. Eintrag zu CAS-Nr. 10108-64-2 im European chemical Substances Information System ESIS

Literatur

  1. Holleman-Wiberg. Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Berlin, New York: De Gruyter 1995. ISBN 3-11-01-2641-9
  1. Interaktive Kristallstrukturseite Struktur kann mit Maus bewegt werden (englisch, jedoch selbsterklärend)
  2. Sicherheitsdatenblatt