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Madenhacker

Buphaginae

Buphagus africanus auf einem Zebra

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Familie: Stare (Sturnidae)
Unterfamilie: Buphaginae
Wissenschaftlicher Name
Buphagus

Zur Familie der Madenhacker (Buphagus) gehören zwei Vogelarten der Familie der Stare, deren natürlicher Lebensraum die Savannen des mittleren und östlichen Afrikas südlich der Sahara sind. Beide Arten leben dort in offener Symbiose mit großen Haus- oder Wildtieren.

Inhaltsverzeichnis

Lebensweise

Madenhacker sind gesellige Vögel, die sich von Insekten und deren Larven ernähren. Hierzu halten sie sich häufig auf großen Wildtieren oder Haustierherden auf und lassen sich von diesen befördern. Sie suchen das Fell der Tiere nach Parasiten ab und entfernen diese mit ihren kräftigen Schnäbeln. Auch warnen sie ihre Wirtstiere vor herannahenden Räubern.

Madenhacker haben kräftige Füße und sind gute Flieger. Ihr Gefieder ist hellbraun. Die beiden Arten unterscheiden sich in der Schnabelfarbe. Die Vögel nisten in Löchern, oft in Wänden, die mit Haaren ihrer Wirtstiere ausgekleidet sind. Dort erbrüten sie zwei oder drei Eier.

Putzsymbiose

Auch wenn Madenhacker nicht zwingend auf einen Wirt angewiesen sind, so bevorzugen sie doch das Leben mit diesem, denn es gibt Ihnen Schutz und Nahrung. Ihr Körperbau ist hierauf adaptiert. Allgemein hat man das Bild, dass es sich hierbei um ein typisches Beispiel von Symbiose handelt, denn der Träger des Vogels wird schließlich von seinen Parasiten befreit. Dies trägt nicht nur zur Gesundheit des Trägers bei sondern durch Reduzierung der Seuchengefahr auch zur Gesundheit der ganzen Herde.

Diese Auffassung wurde jedoch in letzter Zeit infrage gestellt. Der englische Zoologe Paul Weeks kam zu der Auffassung, dass die Beziehung der Madenhacker zu ihren Wirten durchaus parasitische Züge trägt. Durch Untersuchung des Fressverhaltens von Rotschnabel-Madenhackern auf einer Gruppe von Hausrindern in Simbabwe fand Weeks heraus, dass diese nur 15 Prozent ihrer Zeit mit Parasitenvertilgung zubringen. Die übrige Zeit verbringen sie damit in den Wunden der Tiere zu picken, diese offen zu halten, deren Ohrenschmalz zu fressen oder auf andere Weise im Fell nach Nahrung zu suchen. Bevorzugte Nahrung war in diesem Fall das Blut und kleine Stückchen aus den Wundrändern.

Eine weitere Untersuchung ergab, dass Rinder, von denen die Madenhacker vertrieben wurden, nicht stärker von Parasiten befallen waren als eine "geputzte" Vergleichsgruppe. Es bleibt zu klären, ob diese Ergebnisse auf die etwa 25 weiteren Großwildarten Simbabwes übertragbar sind.

Siehe auch