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Wasquehal

Wasquehal
Staat Frankreich
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Nord
Arrondissement Lille
Kanton Roubaix-Ouest
Geographische Lage 50° 40′ N, 3° 8′ OKoordinaten: 50° 40′ N, 3° 8′ O
Höhe 20 m
(18 m–47 m)
Fläche 6,86 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(1999)
18.541 Einwohner
2703 Einw./km²
Postleitzahl 59290
INSEE-Code 59646
IGN-Nummer 55971
Website http://www.ville-wasquehal.fr/

Wasquehal ist eine französische Gemeinde, die im Département Nord und in der Region Nord-Pas-de-Calais liegt. Sie gehört zum Arrondissement Lille und zum Kanton Roubaix-Ouest . Der Ort hatte im Jahr 1999 18.541 Einwohner. Bürgermeister (Maire) ist für die Wahlpriode 2008 bis 2014 Gérard Vignoble. Die Einwohner nennen sich die Wasquehaliens.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt im Einzugsgebiet der Stadt Lille im Dreieck der Städte Lille-Roubaix - Tourcoing. Wasquehal ist mit Lille und Roubaix inzwischen fast vollständig zusammengewachsen. Der Fluss Marque und der Kanal von Roubaix laufen durch die Stadt.

Geschichte

Die erste Erwähnung von Wasquehal datiert auf das Jahr 1096, als der Chevalier Gérard de Waskenhal die Übertragung das Kirchgebiet der Kirche Kirche Saint Pierre de Lille-Lesquin dem Marquis von Flamen Robert Jung als Lehen vergibt. Zum Kirchgebite gehörten zu diesem Zeitpunkt etwa sechzig Feuerstellen. Zu dieser Zeit war das Gebiet um Wasquehal noch hauptsächlich ein Sumpfgebiet. Durch Forschungen über die Entstehung des Namens wurde die Besiedlungsgeschichte der Region bis in das fünfte Jahrhundert zurückverfolgt.

Nachdem 1415 der Lehnherr Gérard de Ghistelles in der Schlacht von Azincourt gefallen war, wurde Wasquehal in zwei Gemeinde aufgeteilt. Erst als Charles Joseph Lespagnol de Grimbry 1782 zum Grafen von Wasquehal wurde, vereinigte dieser die beiden Orte wieder.

Von 1635 bis 1713 führten territoriale Ansprüche der französischen Könige Ludwig XIII. und Ludwig XIV. um die Agglomeration von Lille zu Belagerungen (z.B. 1708) und blutigen Kämpfen. Als Folge dieser Kämpfe kam es zu Hungersnöten, die durch den Ausbruch der Pest in den Jahren 1636 und 1669 verschärft wurden. Wasquehal gehörte erstmals ab 1678 durch die Friedensverträge von Nimwegen zu Frankreich. Innerhalb von 25 Jahren änderte sich jedoch insgesamt viermal die Staatsangehörigkeit der Stadt. Dieser Zeitraum der spanischen Erbfolgekriegegilt für die Stadt nicht zu unrecht als einer der schwierigsten Momente ihrer Geschichte. Erst durch den Frieden von Utrecht im Jahr 1713 gehörte Wasquehal dann endgültig zu Frankreich.

Erneut wurde Wasquehal in Kriegswirren hineingezogen, als 1792 österreichische Truppen erneut Lille belagerten. Kurz vorher im Jahr 1787 war der Ort von einer Typhus-Epidemie getroffen worden.

Die Industrieelle Revolution in der Textilindustrie führte zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einem erheblichen Bevölkerungswachstum, aber auch zu einer massiven Änderung der sozialen Struktur. Die in heimischer Fertigung arbeitenden Weber wurden zu Arbeitern in Fabriken. Diese Industriearbeiter waren jetzt die größte Bevölkerungsgruppe. Als 1901 die Sozialisten mit Lejeune-Mullier erstmals den Bürgermeister stellten, verließen die Franziskanerinnen die von Ihnen geführte Schule im Ort.

Am 15. Oktober 1914 besetzen Ulanen vom XIII. Krops vom Königreich Württemberg den Ort. Wasquehal blieb bis zum 15. Oktober 1918 von eutschen Soldaten besetzt. Durch die Nähe zur Front war der Ort Basis und Depot für die deutschen Truppen.

Im zweiten Weltkrieg war Wasquehal vom 1. Juni 1940 bis zum 3. September 1944 erneut von deutschen Truppen besetzt.

Politik

Bürgermeister (Maire) von Wasquehal ist seit 1977 ununterbrochen Gérard Vignoble (* 1945).

Wasquehal unterhält eine Städtepartnerschaft mit der belgischen Stadt Beyne-Heusay.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört die im neugotischen Stil erreichtete Église Saint-Nicolas, die zwischen 1877 und 1901 erreichtet wurde. Wie die Stadt auf ihrer Homepage ausführt, gibt es kaum größere ältere Gebäude und kaum spuren der inzwischen über tausendjährigen Besiedlung. War es anfangs die Armut der Menschen, die die Erstellung bzw. die Unterhaltung entsprechender Bauten verhinderte, so war der Ort ab Anfang des 20. Jahrhunderts durch das massive Bevölkerungswachstum gezwungen, die letzten Zeugnisse der Geschichte abzureißen.

Bis zur französischen Revolution war das wichtigste Bauwerk der Stadt die Kirche Saint Maur, in sich der auch mehrere Reliquien befunden haben sollen. Alle diese Reliquien gingen jedoch in den Revolutionswirren verloren. Die Kirche selbst wurde in mehreren Schritten bis zum Jahr 1900 abgerissen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Erschlossen ist der Ort durch die Autobahnen und Bahnlinien im Raum Lille, sowie den Canal de Roubaix. Mit dem von der EU geförderten Programm Blue Links wurde der Kanal sowie die Marque wieder schiffbar gemacht und steht jetzt insbesondere für die touristische Nutzung zur Verfügung.

Bevölkerungsentwicklung

1962 1968 1975 1982 1990 1999
13 634 14 274 16 391 16 275 17 986 18 541