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Oberwesel

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 7′ N, 7° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: St. Goar-Oberwesel
Höhe: 75 m ü. NN
Fläche: 18,11 km²
Einwohner: 3169 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55430
Vorwahl: 06744
Kfz-Kennzeichen: SIM
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 112
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 6
Webpräsenz:
www.oberwesel.de
Stadtbürgermeister: Manfred Zeuner (CDU)

Oberwesel ist eine Stadt am Mittelrhein. Sie liegt in Rheinland-Pfalz (Deutschland) im Rhein-Hunsrück-Kreis. Die Stadt gehört der Verbandsgemeinde Sankt Goar-Oberwesel an, deren Verwaltungssitz sich hier befindet.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt liegt linksrheinisch im Oberen Mittelrheintal.

Stadtgliederung

Die Stadt besteht neben der Kernstadt aus den Stadtteilen Engehöll, Dellhofen,Langscheid und Weiler-Boppard.

Geschichte

Wie bei vielen Städten der Region gehen die Ursprünge wohl auf eine keltische Siedlung namens "Vosavia" oder "Volsolvia" zurück. Die Römer unterhielten hier später eine Pferdewechselstation mit Herberge. Nach dem Fall des Limes wurde Oberwesel fränkisches Königsgut mit Königshof. Das "Hofgut Wesel" ging unter Otto I. 966 an das Erzstift von Magdeburg. 1220 löste Friedrich II. die Verpfändung und Oberwesel wurde freie Reichsstadt. 1255 wird Oberwesel Mitglied des Rheinischen Städtebundes. Aber bereits 1309 verlor Oberwesel diesen Status wieder und kam unter die Herrschaft von Kurtrier, zu dem es bis zur Säkularisierung 1802 gehörte. Im "Weseler Krieg" 1390/91 versuchte die Stadt zwar noch einmal das Blatt zu wenden, musste nach erfolgreicher Belagerung durch den Trierer Erzbischof Werner von Falkenstein aber klein beigeben.

Weinbau, Fischfang (Salm), Handel und Handwerk verhalfen der Stadt zu ihren Einnahmen, die es ermöglichten, in drei Bauphasen von 1220 bis Mitte des 14. Jahrhunderts die Stadtmauern zu errichten. Die Bedeutung der Stadt im Mittelalter lässt sich auch daran ablesen, dass sie zwei große Stifte (Liebfrauen und St. Martin), zwei Klöster und einen Beginenhof beherbergte. Insgesamt unterhielten hier neun Klöster große Hofgüter.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurde Oberwesel erstmals von den Franzosen zerstört.

1794 wurde die Stadt von französischen Revolutionstruppen besetzt und ging 1802 endgültig an Frankreich. Nach dem Wiener Kongress wurde sie mit dem linken Rheinufer preußisch.

Heute glänzt Oberwesel durch die umfangreichsten Reste eines Stadtmauerrings im Oberen Mittelrheintal, der über längere Strecken begehbar ist, seine Kirchen und schöne alte Häuser. Die Wernerkapelle in der dem Rhein zugewandten Seite der Stadtmauer von Oberwesel wurde um 2001 renoviert. Sie wurde nach dem vormals "heiligen" Werner von Oberwesel geweiht. Als Heiliger wurde Werner mit den Attributen Winzermesser wie auch Schaufel und Wanne dargestellt und galt als Patron der Winzer. Nach einer falschen christlichen Ritualmordlegende soll der 16-jährige Werner am Gründonnerstag 1287 von Mitbürgern der örtlichen jüdischen Gemeinde in Oberwesel ermordet worden sein, die sein Blut für das Passah-Fest verwendet hätten. Eine lateinische Chronik des 14. Jahrhunderts berichtet von einem angeblichen Hostienfrevel, Mitbürger aus jüdischen Gemeinden hätten Werner an den Füßen aufgehängt, um eine Hostie zu entwenden, die er zu schlucken im Begriff war. Anschließend hätten sie ihn in den Rhein geworfen. An der Stelle am Rheinufer von Bacharach, an der der Leichnam angeschwemmt worden sein soll, wurde die gotische rheinromantische Wernerkapelle errichtet. Auf den angeblichen Ritualmord erhob sich der antisemitische Mord- und Pogrommob und zerstörte nicht nur mittelrheinische jüdische Gemeinden, sondern auch jüdische Gemeinden an der Mosel und im niederrheinischen Raum. Im Volkschristentum entstand der Wernerkult, der erst 1963 im Kalender der Diözese Trier gestrichen wurde. Heinrich Heine verarbeitete die Legende in seiner fragmentarischen Erzählung „Der Rabbi von Bacherach“[1].

Eingemeindungen

Seit dem 7. November 1970 bildete die Stadt mit den Gemeinden Damscheid, Dellhofen, Langscheid, Laudert, Niederburg, Perscheid, Urbar und Wiebelsheim die Verwaltungsgemeinde Oberwesel.

Im Zuge der Verwaltungsreform bildet sich am 22. April 1972 aus den Städten St. Goar und Oberwesel die neue Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel mit dem Verwaltungssitz Oberwesel.

Am 1. Januar 1974 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Langscheid, Dellhofen und Urbar in die Stadt eingemeindet.

Seit dem Jahr 1999 (3. September 1999) gehört Urbar nicht mehr zur Stadt Oberwesel.

Politik

Bürgermeister

Wappen

Blasonierung: „In Gold ein rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Adler.“

Die Stadt war von 1237 bis 1309 freie Reichsstadt. Sie behielt seither den Reichsadler in Siegel und Wappen bei.

Die Stadtfarben sind Schwarz und Gelb.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Bauwerke

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Innerhalb des Anbaugebiets Mittelrhein gehört Oberwesel zu den größten Weinbaugemeinden. Die Großlage Schloss Schönburg umfasst 72 ha; Einzellagen sind Sieben Jungfrauen, Oelsberg, Bienenberg, St. Martinsberg, Goldemund, Bernstein, Römerkrug. Die Weinberge sind steil terrassiert und zu ca. 80% mit Riesling und zu 20 % mit anderen weißen Rebsorten (Müller-Thurgau, Kerner, Weißburgunder) und seltener auch roten Traubensorten (Spätburgunder, Dornfelder) bestockt. Es werden Weine aller Ausbauarten (mild, halbtrocken und trocken) sowie Qualitätsstufen (Prädikat Kabinett bis vereinzelt Eiswein) erzielt. Kürzlich wurde im Oelsberg eine sanfte Flurbereinigung durchgeführt und die neu bestocketen Weinberge mit einer Bewässerungsanlage versehen. Somit konnte diese traditionelle Lage gesichert werden. Neben Arbeitseinsparung für die Winzer bietet bedeutet dies auch eine Ertragssicherung in trockenen Sommern.

Einige der ca. 30 Weingüter vor Ort sind seit über 200 Jahren im Familienbesitz; manche unterhalten Gutsausschank in der Stadt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. [1]

Literatur

Dokumente

 Commons: Oberwesel – Bilder, Videos und Audiodateien