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Prym

Die William Prym GmbH & Co. KG ist das älteste Industrieunternehmen Deutschlands. Die Holdinggesellschaft hat ihren Sitz in Stolberg bei Aachen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1530 vom Goldschmied Wilhelm Prym in Aachen als Familienbetrieb zur Herstellung von Messing und Kupfer begründet. 1642 wurde der protestantischen Familie im katholischen Aachen das Zunftrecht entzogen, weshalb Christian Prym nach Stolberg umsiedelte, wo bis heute die Führung des später entstandenen Konzerns ihren Hauptsitz hat.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte Prym die ersten Fertigprodukte aus Messing, Eisen und Stahl, die schon bald maschinell produziert wurden. 1859 erweitern William Prym und dessen Sohn Gustav Wilhelm die Produktpalette um Kurzwaren, die zum Schwerpunkt der Produktion werden, so der von Heribert Bauer 1885 erfundene Druckknopf, der 1903 von Hans Prym durch eine um in den Kopfteil eingelegte Feder verbessert wurde (Kronenfeder-Druckknopf). Ab dem letzten Drittel des 19. Jh. bis zum Ende des zweiten Weltkrieges unterhielt die die Firma ein Zweigunternehmen in Weissenbach an der Triesting in Niederösterreich, das – nach dem 2. Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone gelegen – als USIA-Betrieb vereinnahmt wurde und erst nach der 1955 wiedererlangten Eigenstaatlichkeit Österreichs von Prym zurückgekauft werden musste. 2002 wurde die ursprüngliche Kernsparte Prymetall (Prymetall GmbH & Co. KG, mit Gießereien und Walzwerken einer der größten europäischen Produzenten von Halbzeugprodukten aus Kupfer und Kupferlegierungen) von der Unternehmensgruppe abgetrennt und an die Norddeutsche Affinerie-Gruppe verkauft.

2007 wurde dem Unternehmen von der Europäischen Kommission eine Geldstrafe in Höhe von 40 Mio. Euro wegen Kartellbildung im Bereich Verbindungs- und Befestigungssysteme auferlegt. Prym war Teil einer Gruppe von Gesellschaften, die zwischen 1977 und 2003 illegale Absprachen über Preise und Märkte trafen, die vom Gericht als vier einzelne Kartelle angesehen wurden. Zugute gehalten wurde Prym, dass der Tatbestand nicht bestritten wurde, wenn auch keine volle Kooperation stattfand. Als schwerwiegend wurde angesehen, dass Aufsichtsrat und Vorstand nicht nur informiert, sondern sich der illegalen Vorgänge auch voll bewusst waren. Die Höhe der Geldstrafe, die vom Unternehmen als unverhältnismäßig bewertet wurde, wurde von der Kommission mit der Schwere des Vergehens und der Dauer der Kartellwirkung begründet. Die Geldstrafe wurde nach einem Berufungsverfahren auf 27 Mio. Euro reduziert.

Produktion

Heute produziert die verbliebene Firma täglich ca. 15 Millionen Druckknöpfe. Neben Kurzwaren wie Druckknöpfen und Stricknadeln stellt Prym mittlerweile auch Kontaktelemente für elektrische Verbindungen und elektronische Bauteile her. Das Unternehmen ist inzwischen mit 40 Produktions- und Vertriebsstandorten weltweit vertreten.

Unter der Prym Management-Holding sind für die einzelnen Geschäftsbereiche drei eigenständige Tochterunternehmen zuständig:

2006 lag der Jahresumsatz der Prym GmbH bei 352 Millionen Euro, die Anzahl der Mitarbeiter betrug 3800.[1] Das Unternehmen ist auch heute noch zu 100 % in Familienbesitz und wird von derzeit 50 Familiengesellschaftern gehalten. Bis Oktober 2005 war Prym durchgehend familiengeführt.

Sonstiges

Auf das finanzielle Engagement der Unternehmerfamilie Prym geht die Gründung der Stadtbücherei und des Schwimmbads in Stolberg zurück sowie Sozialwohnungen und eine der ersten deutschen Betriebskrankenkassen (heute in der BKK Anker-Lynen-Prym aufgegangen).

Literatur

Einzelnachweise

  1. Nach Angaben von Bert Fröndhoff im Handelsblatt-Artikel waren es 356 Mio. € und 3.891 Mitarbeiter.