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Kenny Clarke

Kenny „Klook“ Clarke (* 9. Januar 1914 in Pittsburgh als Kenneth Clarke Spearman, Pennsylvania, † 26. Januar 1985 in Paris, Frankreich) war ein Jazz-Schlagzeuger und früher Neuerer des Bebop-Schlagzeugstils. Als Schlagzeuger in Minton’s Playhouse Anfang der 1940er hatte er wesentlichen Anteil an der Entstehung des Modern Jazz. Auf ihn geht die Entwicklung des Ridebeckens als primärer Taktgeber zurück. Zuvor nutzten die Schlagzeuger dafür die Snaredrum mit kräftiger Unterstützung der Bassdrum. Mit Clarke wurde der Rhythmus auf das Becken gelegt und bass und snare wurden mehr für die Akzentuierungen verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Clarke kam aus einer musikalischen Familie und studierte an der High School zahlreiche Instrumente und trat noch während seiner Schulzeit der lokalen Leroy Bradley Bigband bei, wo er fünf Jahre blieb. In Pittsburgh spielte er auch mit Roy Eldridge, der ebenfalls von dort stammt. 1935 zog er nach New York. Er spielte mit Dizzy Gillespie 1939 in der Band von Teddy Hill, von dem er den Spitznamen Klook erhielt[1], und 1940 in der Hausband von Minton’s Playhouse in Harlem (mit Thelonious Monk und Nick Fenton im Trio - sie begleiteten Gastmusiker wie Charlie Christian in den berühmten Jam Sessions). Daneben spielte er aber auch mit Stars der traditionellen Jazzmusik wie Louis Armstrong (auf Tour 1941/2), Ella Fitzgerald, Benny Carter, Henry Red Allen. 1943 bis 1946 war er in der Army in einer Band, wo er John Lewis kennenlernte. Danach trat er der Gillespie Bigband bei, mit der er auch in Europa (Paris) auf Tour war, spielte mit Tadd Dameron und in der Bigband von Billy Eckstine.

Clarke war 1951 Gründungsmitglied des Modern Jazz Quartet (zunächst als Milt Jackson Quartet) und spielte zahlreiche Aufnahmen als Studiomusiker für Savoy Records ein. Connie Kay übernahm 1955 seinen Platz im Modern Jazz Quartet - Clarke gefiel aber die seiner Meinung nach „gesetzte“ Atmosphäre im MJQ nicht, er blieb aber mit John Lewis befreundet. Ab 1956 lebte Clarke in Frankreich, wo er in Paris mit tourenden US-Musikern musizierte, teilweise im Trio „The Bosses“ mit Bud Powell und Pierre Michelot. Gleichzeitig schrieb er um diese Zeit die Musik für einige französische Filme. Auf Anregung von Gigi Campi bildete er 1961 mit dem belgischen Pianisten Francy Boland eine Big Band, die elf Jahre existierte (bis 1973), die Kenny Clarke/Francy Boland Big Band, in der zeitweise auch andere Expatriates wie Idrees Sulieman, Johnny Griffin, Sahib Shihab spielten. Auch nach seiner Zeit als Bandleader war er eine feste Größe in der französischen Jazzszene, arbeitete als Freelancer und unterrichtete. Kenny Clarke spielte während 10 Jahren mit dem Klarinettisten Jean-Christian Michel Jazz und Kirchenmusik. Auch verband ihn eine jahrelange Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Organisten Lou Bennett, der ebenfalls in Paris lebte.

1983 erhielt er die NEA Jazz Masters Fellowship.

Literatur

Anmerkungen

  1. Dizzy Gillespie berichtet, das er von Teddy Hill wegen seiner Art, regelmäßig eine Bombe zu platzieren, Klook-a-Mops genannt wurde und schließlich aus seiner Big-Band gefeuert wurde. Als musikalischer Leiter von Mintons Playhouse holte er aber Clarke danach in die Hausband.
Personendaten
Clarke, Kenny
Spearman, Kenneth Clarke; Clarke, Kenneth; Salaam, Liaqat Ali
US-amerikanischer Jazz Musiker
9. Januar 1914
Pittsburgh, Pennsylvania
26. Januar 1985
Paris, Frankreich