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Lesarten des Korans

Lesarten des Korans gibt es mehrere, da der Korantext zu Anfang nur als reiner Konsonantentext aufgezeichnet wurde.

Neben den abweichenden Vokalisierungen zirkulieren auch heute noch vier abweichende Konsonantentexte, die man kurz als Hafs, Warsch, Qalun und Duri bezeichnet.

Die muslimische Tradition geht selbst von sieben verschiedenen Lesarten (ahruf) (in je zwei Überlieferungen) aus, die aber lediglich auf verschiedene arabische Dialekte zurückgehen sollen.

Tatsächlich kennt die muslimische Überlieferung aber eine Unzahl von Lesarten, die teils eine anderen Sinn ergeben. Diesen Widerspruch löst die muslimische Gelehrsamkeit dadurch auf, dass sie postuliert alle sinnvollen Lesarten seien gleich richtig und auch so schon Mohammed offenbart worden. Dem widersprechen muslimische Überlieferungen von Varianten, die früh zu Verwirrung geführt haben und die Entstehung der Hilfzeichen einschließlich der Vokalzeichen angeregt haben sollen.

Die westliche Wissenschaft sieht in der Zahl sieben, ebenso wie einige muslimische Gelehrte, nur eine symbolische Zahl für mehrere verschiedene Varianten.

Ibn Mudschahid dokumentierte sieben Lesarten und Ibn al-Dschsazri fügte drei weitere hinzu:

Diese Lesarten unterscheiden sich fast nur in der Vokalisation (taschkil تشكيل), Konsonantenverdopplung, Aussprache des Hamza, Assimilation, Vokalfärbung, Vokallänge, Nasalierung und Pausen.

Die frühen Koranexemplare haben, soweit Fragmente davon vorhanden sind, keine oder nur eine ganz sporadische Vokalisation. Darüber hinaus gibt es eine Unzahl von Stellen an denen auch der Konsonantentext Varianten aufweist.

Bekannt ist auch, dass die Rechtschreibung des Korans früh überarbeitet wurde und an vielen Stellen ein Alif eingefügt wurde.

Um den Nimbus des unverfälscht überlieferten Korantexts zu erhalten, drucken fast alle Richtungen des Islams heute nur noch diese Version ab. Wer über einen alten Koran aus der Zeit vor der Vereinheitlichung verfügt, kann selbst die Unterschiede herausfinden, wenn er die Zeit und Energie dazu aufbringt.

Literatur

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