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Transplantation

Transplantation bezeichnet die Verpflanzung eines Transplantates in der Medizin. Ein Transplantat kann aus Zellen, Geweben, ganzen Organen oder Gliedmaßen wie Fingern und Zehen bestehen. Transplantationen werden in der Regel an spezialisierten Transplantationszentren durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis


Eine Transplantation wird nach Herkunft, Ort, und Funktion des Transplantats eingeordnet:

Art der Transplantation

autologe Transplantation
Spender und Empfänger sind dieselbe Person, das Transplantat wird dabei Autoplastik genannt. Alte Bezeichnung: autogene Transplantation.
syngene Transplantation
Spender ist der eineiige Zwilling, d. h. Spender und Empfänger sind genetisch Identisch. Alte Bezeichnung: isogene Transplantation.
allogene Transplantation
Spender gehört der gleichen Art an. Alte Bezeichnung: homogene Transplantation.
siehe auch: Lebendspende.
xenogene Transplantation
Spender gehört einer anderen Art an (z. B. Schweineherzklappe). Alte Bezeichnung: heterogene oder heterologe Transplantation.

(Dieses Verfahren wird in der Humanmedizin jedoch kaum noch verwendet.)

alloplastische Transplantation
künstliches Material wird implantiert

Transplantationsort

Transplantatfunktion

Transplantationsrichtlinien

In der Bundesrepublik Deutschland unterliegt die Transplantation von Geweben menschlicher Spender dem Transplantationsgesetz (TPG) [1] vom 1. Dezember 1997 (zuletzt geändert durch Art. 14 V vom 25. November 2003; I 2304) (siehe dazu Organspende). Erlaubt sind Organentnahmen von Verstorbenen (Leichenspende) oder von lebenden Personen (Lebendspende). Organhandel, d. h. Bezahlung oder andere Gegenleistungen für den Spender oder dessen Angehörige, ist verboten. Transplantationen werden ausschließlich in zertifizierten Transplantationszentren durchgeführt.

Immunreaktionen

Das Hauptproblem jeder Transplantation sind Immunreaktionen des Empfängerorganismus gegen das Transplantat. Die T-Zellen und Antikörper des Empfängers bekämpfen dann das fremde Organ. Der Grund für Abstoßungsreaktionen liegt in der unterschiedlichen Oberflächenstruktur der Zellen, insbesondere Unterschiede in den Histokompatibilitäts-Antigenen der Zellmembranen beider Lebewesen. Diese Oberflächenstruktur wird genetisch bestimmt, deshalb hat jedes Individuum eine eigene Zelloberflächenstruktur. Aus diesem Grund sind Verwandte oft besonders geeignete Organspender, da es verstärkt genetische Übereinstimmungen gibt. Die ersten erfolgreichen Organtransplantationen wurden so auch mit -genetisch identischen- eineiigen Zwillingen durchgeführt.

Bei der Übertragung von Spendergewebe, das Immunzellen enthält - vor allem Knochenmark und Lebergewebe - kann es auch zu einer „umgekehrten“ Immunreaktion von Zellen des Transplantats gegen den Wirtskörper kommen: Graft-versus-Host-Reaktion.

Transplantatabstoßung / Transplantabstoßung (Rejektion)

Die Abstoßungsreaktionen werden nach ihrer Heftigkeit unterschieden:

Immunsuppressive Therapie

Ziel der immunsuppressiven Therapie ist es das Transplant zu erhalten, indem die Abwehrreaktion des Körpers gegen das fremde Organ unterdrückt wird. Das Ziel einer dauerhaften Immuntoleranz, d. h. der Abwesenheit einer transplantatspezifischen Immunreaktion ohne dauerhafte Unterdrückung des Immunsystems, ist bis heute durch Medikamente nicht erreichbar. Somit ist eine permanente medikamentöse Rejektionsprophylaxe erforderlich. Um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden, können bestimmte Kombinationen von Medikamenten gegeben werden. Zur Induktionstherapie stehen vor, während und nach der Transplantation Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Azathioprin bzw. Mykophenolat, Steroide und Antithymoglobulinantikörper) teils in hoher Dosierung zur Verfügung. Als Basistherapie wird eine feste Dauermedikation angeordnet; in der Regel eine Dreifach-Kombination aus Steroiden, Calcineurininhibitoren (Ciclosporin bzw. Tacrolimus) oder Everolimus bzw. Sirolimus und Azathioprin (bzw. Mykophenolat Mofetil). Von immenser Bedeutung ist das engmaschige therapeutische Monitoring der Immunsuppressiva in den ersten Monaten nach der Transplantation. Bei Langzeittransplantierten kann mitunter später die Medikation auf zwei Wirkprinzipien reduziert werden.

Da diese Medikamente auch die Abwehr gegen Infektionen schwächen, sind die damit behandelten Transplantatempfänger besonders anfällig für bakterielle, virale (CMV, HSV, HHV 6) und fungale (Aspergillen, Candida) Erkrankungen. Gewisse Krebserkrankungen, meist der Haut und des lymphatischen Systems, treten vermehrt auf.

Ein möglicherweise erfolgversprechender Weg zur Verminderung bzw. zum völligen Ausschluss einer immunologisch bedingten Abstoßungsreaktion nach einer Organtransplantation könnte die begleitende Verpflanzung von körperfremden Stammzellen sein. Wie im Fachblatt "New England Journal of Medicine" (NEJM) veröffentlichte Studien zeigen, könne man dem Empfänger neben dem neuen Organ auch blutbildende Stammzellen übertragen, aus denen dann Immunzellen entstehen, welche diese Abstoßung verhinderten [2].

Erkrankungen, die eine Transplantation erforderlich machen können

Literatur

Siehe auch

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