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VW Polo IV

VW Polo IV
Hersteller: Volkswagen
Produktionszeitraum: 2001–heute
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Steilheck, 3/5-türig
Stufenheck, 4-türig
Vorgängermodell: VW Polo III
Nachfolgemodell: VW Polo V

Der VW Polo IV ist die seit 2001 gebaute vierte Generation des Kleinwagenmodells VW Polo des Wolfsburger Automobilherstellers Volkswagen. Im Jahr 2005 wurde im Rahmen der Modellpflege ein überarbeitetes Modell präsentiert, dessen technische Grundkonzeption jedoch weitgehend unverändert blieb.

Inhaltsverzeichnis

Polo 9N

Polo 9N
Produktionszeitraum: 2001–2005
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,4 Liter
(40–74 kW)
Dieselmotoren:
1,4–1,9 Liter
(47–96 kW)
Länge: 3.897 mm
Breite: 1.650 mm
Höhe: 1.465 mm
Radstand: 2.460 mm
Leergewicht: 980–1.155 kg

Die erste Generation des Polo IV wurde von November 2001 bis April 2005 gebaut und basiert auf derselben Plattform wie Audi A2, Seat Ibiza (6L), Seat Córdoba (6L) und Škoda Fabia I.

Die Front des Fahrzeugs weist mit den runden, einzeln ausgeführten Frontscheinwerfern Ähnlichkeiten zum Design des VW Lupo auf.

Sondermodelle

Ab Ende 2003 wurde das Sondermodell Special gebaut, dessen Grundausstattung unter anderem Alarmanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, 16-Zoll-Leichtmetallräder und ein MP3-Radio von Volkswagen Individual umfasste.[1]

Zu Beginn des Jahres 2004 wurde das Sondermodell Cricket angeboten, das die Serienausstattung unter anderem mit automatisch abblendendem Innenspiegel, CD-Wechsler, elektrischen Fensterhebern, Geschwindigkeitsregelanlage, Klimaanlage, Regensensor und Zentralverriegelung ergänzte.[2]

Ebenfalls ab Anfang 2004 war das Sondermodell GT erhältlich, dessen Grundausstattung unter anderem ein Sportfahrwerk mit 15 Millimeter Tieferlegung und 16-Zoll-Leichtmetallrädern, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung beinhaltete.[3]

Modellvarianten

Polo Fun

Der Polo Fun wurde im Frühjahr 2003 eingeführt und unterscheidet sich von der Normalversion des Polo durch die an ein SUV angelehnte sportliche Offroad-Optik mit eigenständiger Front- und Heckschürze, Dachreling, serienmäßigen Nebelscheinwerfern und höher gelegtem Fahrwerk mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern.[4] Die Fahrzeuge besitzen jedoch aufgrund des technisch unverändert von der Normalserie übernommenen Fahrwerks keine tatsächliche Geländetauglichkeit.

Polo Limousine (9N2)

Die Polo Limousine genannte Stufenheck-Variante des Polo wurde ab Oktober 2003 gebaut und besitzt eine ab der B-Säule eigenständige und gegenüber der Steilheck-Version um 28 Zentimeter verlängerte Karosserie. Dadurch steht den Insassen im Fond mehr Platz zur Verfügung und das Ladevolumen des Kofferraums wächst auf 432 Liter (Steilheck: 270 Liter). Die Grundausstattung der Fahrzeuge umfasst unter anderem elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung.[5]

Motoren

Bei Einführung des Polo 9N genügten alle Ottomotoren bereits den Anforderungen der Euro-4-Abgasnorm. Die Dieselmotoren erreichten zunächst nur die Einstufung nach Euro-3-Norm. Während die TDI-Motoren im Laufe der Zeit überarbeitet wurden, um eine Einstufung nach Euro-4-Norm zu erreichen, erfüllte der 47-kW-SDI-Motor während seiner gesamten Bauzeit lediglich die Anforderungen der Klasse Euro 3.

Polo 9N3 (Facelift)

Polo 9N3
Produktionszeitraum: 2005–heute
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,8 Liter
(44–132 kW)
Dieselmotoren:
1,4–1,9 Liter
(51–96 kW)
Länge: 3.916 mm
Breite: 1.650 mm
Höhe: 1.467 mm
Radstand: 2.466 mm
Leergewicht: 1.013–1.190 kg

Das Facelift-Modell des Polo IV wird seit Mai 2005 gebaut und unterscheidet sich vom Vorgänger vor allem durch diverse optische Veränderungen. Die zugrunde liegende Technik blieb weitgehend unverändert.

Die Fahrzeugfront trägt das aktuelle „Konzerngesicht“ der Marke Volkswagen mit V-förmigem Wappengrill und an das Design des VW Golf angelehnten Klarglas-Scheinwerfern. Die Seitenblinker wurden in die Gehäuse der Außenspiegel verlegt und in LED-Technik ausgeführt. Die Optik der Heckklappe wurde leicht mit einer tiefer nach unten gezogenen Heckscheibe modifiziert, das Design der Rückleuchten komplett überarbeitet. Der Innenraum wurde praktisch unverändert vom Vorgängermodell übernommen.

Die Serienausstattung der Fahrzeuge wurde mit elektrischen Fensterhebern und Zentralverriegelung aufgewertet, das Fahrwerk überarbeitet und straffer abgestimmt. Im Laufe der Bauzeit wurden die zunächst unverändert vom Vorgänger übernommenen Motoren ebenfalls überarbeitet bzw. durch neue Modelle ersetzt.

Sondermodelle

Von Januar 2006 bis Juli 2006 wurde anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland das Sondermodell Goal angeboten, das serienmäßig mit CD-Radio, Geschwindigkeitsregelanlage, Klimaanlage, Multifunktionsanzeige und ParkPilot ausgestattet war.[6]

Das zweite, in Kooperation mit dem Touristikunternehmen TUI angebotene Sondermodell Tour bzw. Tour Edition verfügte zusätzlich zur bereits beim Sondermodell Goal angebotenen Grundausstattung über ESP, Schiebedach (nur Tour Edition) und abgedunkelte Seiten- und Heckscheiben (nur Tour Edition) und wurde bis September 2007 gebaut.

Seit Oktober 2007 wird das Sondermodell United angeboten, das die bereits im vorhergehenden Sondermodell Tour vorhandene Grundausstattung unter anderem durch beheizbare Vordersitze und Scheinwerferreinigungsanlage ergänzt.[7]

Seit Frühjahr 2008 werden zusätzlich die beiden Sondermodelle GT Rocket und Black/Silver Edition angeboten, die die Serienausstattung des Polo unter anderem mit CD-Radio, ESP, Klimaanlage, abgedunkelten Seiten- und Heckscheiben und Frontscheinwerfern mit schwarzem Gehäuse (nur GT Rocket und Black Edition) erweitern. Das Sondermodell Black/Silver Edition verfügt zusätzlich über 16-Zoll-Leichtmetallräder und ist ausschließlich mit schwarzer bzw. silberner Lackierung erhältlich. Der GT Rocket ist mit Spoilern an Front und Heck, Dachkantenspoiler, verbreiterten Seitenschwellern, Nebelscheinwerfern und 15 Millimeter tiefer gelegtem Sportfahrwerk mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern ausgerüstet und ausschließlich mit Motorisierungen ab 59 kW (80 PS) erhältlich.[8]

Modellvarianten

CrossPolo

Der CrossPolo stellt den Nachfolger des Polo Fun dar und wird seit Februar 2006 gebaut. Wie sein Vorgänger weist auch der CrossPolo eine an ein SUV angelehnte sportliche Offroad-Optik mit eigenständiger Front- und Heckschürze, Dachreling, serienmäßigen Nebelscheinwerfern, höher gelegtem Fahrwerk und 17-Zoll-Leichtmetallrädern auf,[9] verfügt aufgrund des technisch unverändert von der Normalserie übernommenen Fahrwerks jedoch über keine tatsächliche Geländegängigkeit.

Polo BlueMotion

Mit dem Polo BlueMotion wurde im Sommer 2006 das BlueMotion-Konzept eingeführt, das im Laufe der Zeit auf alle Modellreihen der Marke Volkswagen ausgeweitet werden soll. Ziel ist die Optimierung des Kraftstoffverbrauchs und des Schadstoffausstoßes der Fahrzeuge.[10]

Der Polo BlueMotion besitzt zu diesem Zweck eine aerodynamisch optimierte Karosserie mit Spoilern an Front und Heck, nahezu geschlossener Kühlermaske und tiefer gelegtem Fahrwerk. Der Rollwiderstand wird durch die Verwendung spezieller Leichtlaufreifen vermindert. Das Fünfgang-Schaltgetriebe ist gegenüber der identisch motorisierten Normalvariante in den Gangstufen 3 bis 5 länger übersetzt, um eine Absenkung der Motordrehzahl und damit einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch zu erreichen. Aus demselben Grund wurde auch die Leerlaufdrehzahl abgesenkt. Der ausschließlich zum Einsatz kommende 3-Zylinder-TDI-Motor mit 59 kW ist zur Verbesserung der Emissionswerte serienmäßig mit einem Partikelfilter ausgerüstet.[11]

Durch die Kombination dieser Maßnahmen liegt der durchschnittliche Verbrauch bei 3,8 Liter je 100 Kilometer, was einem Verbrauchsvorteil von etwa einem halben Liter gegenüber der identisch motorisierten Serienversion bedeutet. Die CO2-Emission liegt mit 99 Gramm je Kilometer etwa 20 Gramm unter dem Wert der normalen Serie.

Polo GTI

Nachdem zuletzt in der dritten Polo-Generation eine entsprechende Modellvariante angeboten wurde, wird mit dem Polo GTI seit dem Frühjahr 2006 erneut eine GTI-Sportversion gebaut.[9]

Optisch unterscheidet sich dieses Modell durch eine teilweise schwarz lackierte Frontpartie, Kühlergrill in Wabenstruktur mit roter Zierumrandung, Frontscheinwerfer mit schwarzem Gehäuse, serienmäßige Nebelscheinwerfer, unlackierte Schwellerverbreiterungen, rot lackierte Bremssättel, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Abgas-Doppelendrohr aus Edelstahl und einen Dachkantenspoiler von der normalen Serienversion.

Auf technischer Seite verfügt der mit einem 1,8-Liter-Ottomotor mit Turboaufladung und 110 kW (150 PS) Leistung ausgerüstete Polo GTI über ein etwa 15 Millimeter tiefer gelegtes Sportfahrwerk und verwendet die auch beim 96-kW-TDI-Motor eingesetzte Bremsanlage mit innenbelüfteten Bremsscheiben mit 288 Millimeter Durchmesser an der Vorderachse. Die serienmäßige Sicherheitsausstattung umfasst unter anderem ESP und ein Reifendruckkontrollsystem.

Seit Juni 2006 wird von Volkswagen Individual zusätzlich die nochmals leistungsstärkere Variante Polo GTI Cup Edition mit 132 kW (180 PS) angeboten. Deren optisches Erscheinungsbild mit aggressiver Front- und Heckschürze, verbreiterten Seitenschwellern, markantem Dachkantenspoiler und 17-Zoll-Leichtmetallrädern leitet sich direkt von den im ADAC Volkswagen Polo Cup eingesetzten Fahrzeugen ab. Technisch basiert der Polo GTI Cup Edition jedoch auf dem normalen Polo GTI. Größter Unterschied neben der veränderten Optik ist die an die gestiegene Leistung angepasste Bremsanlage mit einem Bremsscheibendurchmesser von 312 Millimeter an der Vorder- und 232 Millimeter an der Hinterachse.[12]

Polo Limousine (9N4)

Die Stufenheck-Variante Polo Limousine wurde ebenfalls einem Facelift unterzogen und mit der bereits vom Steilheck-Facelift bekannten Front mit V-förmigem Kühlergrill und mit umgestalteten Heckleuchten ausgestattet. Im Gegensatz zum Vorgänger wird die Facelift-Limousine jedoch nicht auf dem europäischen Markt angeboten.

Motoren

Die Motorenpalette wurde bei der Einführung des Facelift-Modells nahezu unverändert vom Vorgänger übernommen. Einzig der 47-kW-SDI-Motor, der lediglich den Anforderungen der Euro-3-Abgasnorm genügte, wurde nicht mehr angeboten.

Zum Modelljahr 2007, das im Mai 2006 begann, entfiel der 63-kW-FSI-Motor. Die Leistung des 55-kW-Ottomotors in Verbindung mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe wurde auf 59 kW erhöht; in Kombination mit dem vierstufigen Automatikgetriebe kam jedoch weiterhin der 55-kW-Motor zum Einsatz. Der Ottomotor mit 1,4 Liter Hubraum und 74 kW Leistung wurde durch ein Aggregat mit 1,6 Liter Hubraum und 77 kW ersetzt, das neben dem Fünfgang-Schaltgetriebe auch mit einem sechsstufigen Tiptronic-Automatikgetriebe kombinierbar ist. Alle Dieselmotoren mit Ausnahme des Aggregats mit 96 kW Leistung können wahlweise mit Partikelfilter geordert werden.[13]

Mit Beginn des Modelljahres 2008 im Mai 2007 wurde die Leistung der beiden 3-Zylinder-Ottomotoren mit 1,2 Liter Hubraum und 40 kW bzw. 47 kW auf 44 kW bzw. 51 kW erhöht. Der 55-kW-Ottomotor mit vierstufigem Automatikgetriebe entfiel. Stattdessen wird nun der 59-kW-Motor ebenfalls wahlweise mit sechsstufigem Tiptronic-Automatikgetriebe angeboten.

Quellen

Einzelnachweise

  1. VW Media Services: Sportlich, elegant, individuell – der neue Volkswagen Polo Special
  2. VW Media Services: Komfortabel, sportiv, hochwertig – der neue Polo Cricket
  3. VW Media Services: Volkswagen Polo GT – das neue sportlich-dynamische Sondermodell
  4. VW Media Services: Der Polo FUN – Das hochwertige Lifestyle-Spaßmobil
  5. VW Media Services: Die Polo Limousine – viel Platz und harmonisches Design
  6. VW Media Services: Neue Sondermodelle von Volkswagen im WM-Jahr
  7. VW Media Services: Teamgeist erfahren: Volkswagen mit Sondermodell “United” am Start
  8. VW Media Services: Volkswagens Bestseller Polo rockt in Black/Silver
  9. a b VW Media Services: Auf den Punkt: Essen Motor Show 2005
  10. VW Media Services: Auf den Punkt: Der Polo BlueMotion
  11. VW Media Services: Der Polo BlueMotion
  12. VW Media Services: Der Polo GTI Cup Edition
  13. VW Media Services: Neues Motorenangebot für den Volkswagen Polo
 Commons: Volkswagen Polo IV – Bilder, Videos und Audiodateien