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Charles William Beebe

William Beebe (* 29. Juli 1877 in New York City; † 4. Juni 1962 in Arima, Trinidad) war ein US-amerikanischer Ornithologe, Ichthyologe, Tiefseeforscher und Ökologe.- Für sein Werk wurde er unter anderem mit der John-Burroughs-Medaille ausgezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Beebe wurde 1877 als Sohn eines Papierhändlers geboren. Durch sein Interesse für die Biologie und zahlreiche Besuche im Naturhistorischen Museum von New York gewann er die Freundschaft des dortigen Direktors, Henry Fairfield Osborn. Nach einer naturwissenschaftlichen Ausbildung an der Columbia-Universität (ohne akademischen Abschluss) arbeitete er ab 1899 an der ornithologischen Abteilung des Zoologischen Gartens von New York. Dort machte er sich bald einen Namen als begabter Vogelpfleger. 1902 heiratete er die Farmerstochter Mary Blair Rice aus Virginia. Diese begleitete ihn auf seinen ornithologischen Forschungsreisen. 1913 ließ sie sich von Beebe wieder scheiden, um bereits einen Tag später den Architekten Robert L. Niles zu heiraten. In der Öffentlichkeit wurde jedoch William als Verursacher der Ehekrise gebrandmarkt.

Im selben Jahr übernahm Beebe die Leitung der neu gegründeten Abteilung für Tropenforschung. Für diese gründete er 1916 die erste Tropenforschungsstation in Britisch-Guayana. Später folgte eine weitere auf den Bermudas. Bei seiner ersten Expedition auf die Galápagos-Inseln 1923 bestieg er einen aktiven Vulkan und erlitt Vergiftungen durch die ausströmenden Gase. Um diese Zeit begann er auch mit dem Helmtauchen, um die Tierwelt der Meere auch in ihrem natürlichen Lebensraum erforschen zu können.

1927 heiratete er die um 25 Jahre jüngere Schriftstellerin Elswyth Thane Ricker aus Vermont. Danach entwickelte er mit Otis Barton die Bathysphere, eine Tauchkugel, mit der sie 1934 die damalige Rekordtiefe von 923 m erreichten. Die Zusammenarbeit zwischen Beebe und Barton war nicht von Dauer; die beiden gingen bald wieder eigene Wege. Der Tiefenrekord wurde 1948 (ohne Beteiligung Beebes) von Barton in seiner neu konstruierten Tauchkugel Benthoscope mit 1370 m überboten. (1960 erreichte Jacques Piccard die größtmögliche Meerestiefe, fast 11 000 m, ebenfalls in einer Stahlkugel, allerdings mit eigenem Auftriebs-Körper, dem Tauchboot "Trieste".)

Im Jahr 1944 begegnete er erstmals Rachel Carson, die das Nachwort für eines seiner Bücher verfasste. Er ermutigte sie, auch selbst Forschungen und Tauchfahrten zu unternehmen und ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. Da die Forschungsstation auf den Bermudas im 2. Weltkrieg in einen Luftwaffenstützpunkt umgewandelt worden war, gründete Beebe unter Verwendung seiner Bücherhonorare einen neuen Stützpunkt in Trinidad. Diese Station namens Simla ist noch heute ein beliebter Treffpunkt für Ornithologen und Vogelfreunde.

1952 trat Beebe im Alter von 75 Jahren in den Ruhestand. Er arbeitete natürlich auf "seiner" Forschungsstation Simla weiter, unterstützt von seiner langjährigen zoologischen Assistentin Jocelyn Crane (1909-1998), starb hier am 4. Juni 1962 und ist auch auf Trinidad begraben.

Wirken

Beebe unternahm zahlreiche Expeditionen zur Beobachtung der Tierwelt. Unter anderem hat er folgende Reisen durchgeführt:

Für seine Tauchausflüge ließ er zunächst einen alten Benzinkanister mit einem Glas-Fenster versehen. Die Luftversorgung dieses Taucherhelms erfolgte über eine Schlauchverbindung mit einer Hand-Pumpe, die sich an Land (oder im Boot) befand. Mit dieser Konstruktion erreichte er 15 m Wassertiefe, wo er zahlreiche Tiere beobachtete und dokumentierte.

Bald wuchs in ihm der Wunsch, in größere Tiefen vorzudringen. Dabei wollte er sich jedoch nicht in damals bereits bekannte Tauchpanzer zwängen, mit denen Tiefen von 100 m und mehr ohne weiteres erreicht werden konnten, in denen der Taucher dabei aber ziemlich unbeweglich war. So machte er sich auf die Suche nach einem neuen Tauchapparat. Gemeinsam mit seinem Partner, dem Techniker Otis Barton, begann er 1929 die Konstruktion der ersten Bathysphere, wie er seine Tauchkugel einem Tiefseefisch ähnlich benannte. Im Juni 1930 unternahmen Beebe und Barton die ersten Tauchversuche vor der Küste der Bermudas; zunächst bis 76 m und dann immer tiefer, bis sie 435 m erreichten. Dabei hing die Tauchkugel mit einem Stahlseil an der Seilwinde am Trägerschiff Ready; zusätzlich wurde ein Stromkabel (für die Beleuchtung) und eine Telefonleitung (zur Kommunikation) zugeführt. Die Sauerstoffversorgung erfolgte mit Flaschen direkt in der Tauchkugel, die Kohlensäure wurde mittels Atzkali absorbiert.

Nach diesem ersten erfolgreichen Versuch wurden weitere Verbesserungen an der Tauchkugel durchgeführt. Bei einem weiteren Versuch (dem 32. Tauchgang) am 15. August 1934 wurde die Rekordmarke von 923 m erreicht. Bei diesen Tauchgängen entstanden zahlreiche Skizzen und Fotos von bis dahin noch nie beobachteten Tiefseetieren. (Etliche von ihnen wurden seither nie wieder gesehen oder gar gefangen und gelten daher als Produkte Beebescher Phantasie.) Daneben untersuchte er auch die Lichtausbreitung in verschiedenen Tiefenstufen des Meeres.

Über alle seine Expeditionen und Unternehmungen veröffentlichte Beebe zahlreiche Bücher. Die Honorare, das er damit erzielte, verwendete er unter anderem zur Finanzierung der tropischen Forschungsstationen.

Manche Zeitgenossen warfen Beebe übertriebenen Populismus vor, mit dem die Ergebnisse seiner Forschungen nicht Schritt halten könnten. Insbesondere der wissenschaftliche Wert seiner Tauchfahrten in große Tiefen wurden (von Schreibtisch-Forschern und Neidern) des Öfteren angezweifelt. Mit mehr Recht bezeichneten andere ihn als einen "ersten Ökologen Nordamerikas".

Bibliografie (Auszug)

Literatur

Personendaten
Beebe, William
US-amerikanischer Tiefseeforscher
29. Juli 1877
New York
4. Juni 1962
Arima, Trinidad