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Technischer Produktdesigner

Technischer Produktdesigner ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Auch eine schulische Ausbildung ist möglich.[1] Technischer Produktdesigner hat nichts mit dem akademischen Beruf des Produktdesigners zu tun, dieser setzt ein Studium voraus.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Die Ausbildungsverordnung für den Ausbildungsberuf Technischer Produktdesigner ist im August 2005 in Kraft getreten. Damit wurde der bereits seit 1937 bestehende Beruf des Technischen Zeichners durch die Arbeitsbereiche Konstruktion, Dokumentation und Präsentation ergänzt. Notwendig wurde dies durch den technologischen Fortschritt, der es heutzutage ermöglicht, sämtliche Arbeitsschritte der Produktentwicklung computergestützt mit CAD-Programmen dreidimensional durchzuführen. Technische Produktdesigner sind auf diese Programme spezialisiert und unterstützen mit ihrem Fachwissen die Arbeit von Ingenieuren.[2] Zur Zeit bestehen die Ausbildungsberufe Technischer Zeichner und Technischer Produktdesigner nebeneinander.[3]

Berufsbild

Technische Produktdesigner lernen unter Einsatz von modernsten Technologien ein Produkt zu entwickeln. Sie erstellen und modifizieren 3D-Datensätze und Dokumentationen für Bauteile und Baugruppen auf der Grundlage von gestalterischen und technischen Vorgaben. Sie berücksichtigen dabei Fertigungsverfahren und Werkstoffeigenschaften, planen und koordinieren Arbeitsabläufe und Konstruktionsprozesse, kontrollieren und beurteilen Arbeitsergebnisse.

Voraussetzungen

Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Jedoch stellen gute Kenntnisse in den folgenden Schulfächern die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss dar:

Darüber hinaus sollten folgende persönliche Eigenschaften vorliegen:

Punkt 3 der persönlichen Eigenschaften, die nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) vorhanden sein sollen, läßt sich mit einschlägigen psychometrischen Tests messen (z.B. ABC-Test zur Messung von Zeichnerischer und Verbaler Kreativität von David Leitha, Testleiteranweisung auch zu googlen unter den e-book-Verlagen), die zumeist unter den Berufseignungstests der Testzentralen Hogrefe für Deutschland und Österreich; Schuhfried G.m.b.H., A-2340 Mödling, für Österreich; PITS B.V.: Psychologische Instrumenten, Tests & Services, Leiden in den Niederlanden, etc., erhältlich sind.

Ausbildung

Während einer dualen Berufsausbildung werden Technische Produktdesigner im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule ausgebildet.ddz

Berufsschule

An den Berufsschulen wird wahlweise an den CAD-Systemen CATIA V5 oder SolidWorks ausgebildet.

In der Berufsschule werden folgende Lernfelder unterrichtet:

Ausbildungsbetrieb

Diese Ausbildung wird in der Industrie angeboten. Überwiegend absolvieren Auszubildende ihre Ausbildung in der Luftfahrt- und Automobilindustrie, bei Automobilzulieferern und Maschinenbauunternehmen sowie in der Konsumgüterindustrie. Sie sind vorwiegend in der Entwicklungs- und Konsturktionsabteilung in Büroräumen mit Bildschirmarbeitsplätzen tätig.

Prüfung

Die Prüfung wird bei der Industrie- und Handelskammer abgelegt.

Zwischenprüfung

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird eine Zwischenprüfung durchgeführt, die aus einem höchstens siebenstündigen praktischen und einem zweistündigen schriftlichen Teil besteht. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er:

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung besteht aus den folgenden vier Prüfungsbereichen:

Das Fachgespräch einschließlich Präsentation und Anwendung des 3D-Datensatzes soll mit 70 Prozent und die Dokumentation mit 30 Prozent gewichtet werden.

Fortbildung

Da sich CAD-Technik, Werkstoffe und Fertigungsverfahren ständig weiterentwickeln, müssen sich Technische Produktdesigner laufend fortbilden. Auch die Ansprüche der Kunden wandeln sich.

Folgende Möglichkeiten kommen in Frage:

Bei vorliegender Hochschulzugangsberechtigung:

Literatur

Einzelnachweise

  1. KURSNET: schulische Ausbildungsstätten
  2. Berufenet.de: Technische/r Produktdesigner/in
  3. IHK München: Technischer Zeichner versus Technischer Produktdesigner
  4. BERUFENET: Konstrukteur/in
  5. BERUFENET: Techniker/in
  6. BERUFENET: Gestalter/in