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Notname

Notnamen sind Behelfsnamen, die vor allem in der Kunstgeschichte der Antike und des Mittelalters benutzt werden, um Künstler zu bezeichnen, deren Name unbekannt ist.

Die meisten Notnamen bezeichnen den Künstler oder Kunsthandwerker (Meister) nach einem herausragenden Werk, einem auffälligen Gestaltungsdetail seiner Arbeiten oder dem Ort seiner Tätigkeit. Bekannte Beispiele sind der Meister der Spielkarten, der Hausbuchmeister oder der Kölner Meister des Marienlebens.

In einigen Fällen kann man durch spätere Untersuchungen dem Notnamen eine namentlich bekannte Person zuweisen, wie es bei einem als Kopenhagen-Maler bekannten antiken Vasenmaler geschah, den man mit dem namentlich bekannten Töpfer Pistoxenos identifizieren konnte.

Der mittelalterliche Bildhauer mit dem Notnamen Meister des Einzugs Christi aus Münster wurde als Heinrich Brabender identifiziert. Der Meister des Johannisaltars in Osnabrück, ein Stein- und Holzbildhauer der Spätgotik aus Münster, wurde erst 1987 als Evert van Roden ermittelt.

Die methodische Problematik der Notnamen mit Mittelalterbezug

Notnamen sind unumgehbares Instrument, aber ebenso auch Hindernis und Ballast der kunsthistorischen Arbeitsweise.

Siehe auch: Liste der Notnamen (Mittelalter), Liste der Notnamen (Antike)