Heim

Otto Hupp

Otto Hupp (* 21. Mai 1859 in Düsseldorf; † 31. Januar 1949 in Oberschleißheim bei München) war ein deutscher Heraldiker, Schriftgrafiker, Kunstmaler und Ziseleur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren in Düsseldorf als der vierte von fünf Söhnen des Graveurs Carl Heinrich Hupp, sorgte sein Vater dafür, dass auch Otto Hupp eine Lehre als Graveur machte. Bald nach Ende seiner Ausbildung zog er 1878 nach München, dann ab 1891 bis zu seinem Tode in den Münchener Vorort Oberschleißheim. Vom Maler Rudolf Seitz lernte er viele Maltechniken, durch den Kontakt zu dem Architekten Gabriel von Seidl erhielt er mehrere Aufträge zu Wand- und Deckenmalereien.

Das Hauptarbeitsgebiet Otto Hupps war die Heraldik. Er malte mehr als 6000 Wappen, und schrieb mehrere Bücher über Heraldik. Die Buchreihe Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer begann er 1895, jedoch konnte er von den ursprünglich geplanten 10 Bänden nur 5 fertigstellen. 3000 seiner Wappenbilder wurden als Sammelkarten der Firma Kaffee HAG in den Jahren 1913-1918 und 1926-1938 veröffentlicht. Insbesondere diese Sammelbilder trugen dazu bei, die Wappenkunst der Allgemeinheit näher zu bringen. Eine weitere heraldische Publikation Otto Hupps waren die Münchner Kalender, von denen 51 Ausgaben in den Jahren 1885-1936 (mit Ausnahme von 1933) erschienen. Dabei dokumentierte er nicht nur die bestehenden Wappen der Städte und Gemeinden, sondern zeichnete auch viele Entwürfe, die dann zu den Grundlagen der offiziellen Wappen wurden. Vielleicht sein wichtigstes Wappen war das bayrische Staatswappen von 1923 - allerdings wurde es nach dem zweiten Weltkrieg durch eine modernisierte Version ersetzt.

Seine ersten Arbeiten als Schriftdesigner machte er 1883. Die erste komplette Schrift Neudeutsch erschien 1899 bei Genzsch & Heyse. Er entwarf einige weitere Schriften wie Hupp-Gotisch, Hupp-Fraktur oder Hupp-Antiqua, die aber, da sie nicht als alltägliche Gebrauchsschriften gedacht waren, keine weite Verbreitung fanden. Keine seiner Schriften sind für den modernen Fotosatz übernommen worden.

Andere wichtige Werke Otto Hupps waren beispielsweise die Metallarbeiten für den Dom zu Speyer, für die ihm auch 1906 der Titel Professor verliehen wurde. Von den Gebrauchsgrafiken ist wohl das Firmenemblem der Spaten-Brauerei das bekannteste, auch viele Bier- und Weinetiketten wurden von ihm entworfen, sowie auch Banknoten und Briefmaken.

Obwohl er zweifelsfrei ein Künstler war, bestand er stets darauf nicht als solcher bezeichnet zu werden - er selbst sah sich eher als Handwerker.

Ehrungen

In Oberschleißheim ist die Prof.-Otto-Hupp-Straße nach ihm benannt.

Quelle

Literatur

Personendaten
Hupp, Otto
deutscher Heraldiker, Schriftgrafiker und Maler
21. Mai 1859
Düsseldorf, Deutschland
31. Januar 1949
Oberschleißheim, Deutschland