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Georges Pompidou

Georges Jean Raymond Pompidou [ʒɔʀʒ pɔ̃piˈdu] (* 5. Juli 1911 in Montboudif, Cantal, † 2. April 1974 in Paris) war ein französischer Politiker der gaullistischen Strömung. Nach Charles de Gaulle war Pompidou der zweite Präsident der Fünften Republik. Er regierte vom 20. Juni 1969 bis zu seinem Tod am 2. April 1974.

Leben

Beide Eltern waren Lehrer. Seine Schulzeit verbrachte er im südwestfranzösischen Albi, wo er am Lycée Lapérouse das Abitur ablegte. Während seines Vorbereitungsunterrichts (→ Classe préparatoire) auf die Grandes Écoles am Pariser Lycée Louis-le-Grand machte er die Bekanntschaft von Léopold Sédar Senghor und Aimé Césaire. 1931 wurde er in die École normale supérieure aufgenommen. Nach der Agrégation 1934 im Fach Literaturwissenschaft trat Pompidou in den Gymnasial-Schuldienst ein. Er unterrichtete zunächst in Marseille und später in Paris.

Im Zweiten Weltkrieg suchte Charles de Gaulle 1944 im befreiten Paris nach einem Verbindungsmann zur Universität. Man präsentierte ihm den Gymnasialprofessor Pompidou. Seitdem gehörte er zum Mitarbeiterstab de Gaulles.

Pompidou blieb de Gaulle auch während dessen freiwilligen Exils in Colombey-les-Deux-Églises von 1946 bis 1958 treu. Nach seiner Rückkehr wurde er 1958 Kabinettschef. Vom 15. April 1962 bis 13. Juli 1968 fungierte er schließlich als Premierminister unter de Gaulle. Er füllte dieses Amt 6 Jahre, 2 Monate und 26 Tage aus, und ist somit bis heute der Premierminister der V. Republik mit der längsten Amtszeit.

Pompidou verhielt sich stets loyal gegenüber General de Gaulle und handelte das Abkommen von Évian zur Beendigung des Algerienkrieges aus, Grundlage der Unabhängigkeit Algeriens, und befürwortete den Rückzug Frankreichs aus der militärischen Integration der NATO, ebenso wie de Gaulles „Nein“ zum EWG-Beitritt Großbritanniens.

Am 29. April 1969 trat Charles de Gaulle zurück. Bei den darauf folgenden Präsidentschaftswahlen am 1. Juni 1969 trat Georges Pompidou als Kandidat an und erzielte im ersten Wahlgang 44,5 % der Stimmen vor Alain Poher mit 23,3 % und Jacques Duclos mit 21,3 % der Stimmem. Im zweiten Wahlgang in der Stichwahl am 15. Juni 1969 gegen Alain Poher siegte er mit 55,22 % der Stimmen und wurde französischer Staatspräsident. Er behielt das Amt bis zu seinem Tode 1974.

Als der an Morbus Waldenström erkrankte Pompidou seine Termine absagen musste, sprachen offizielle Stellen von einer „Erkältung“ des Staatspräsidenten. Noch eine Woche vor seinem Tod beschrieb der Élysée-Palast seinen Zustand mit einem „leichten, aber schmerzhaften Gefäßleiden.“

Pompidous Nachfolger wurde Valéry Giscard d’Estaing.

Siehe auch

Personendaten
Pompidou, Georges
französischer Politiker
5. Juli 1911
Monboudif, Cantal, Frankreich
2. April 1974
Paris