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Formel Ford

Die Formel Ford war eine Rennserie für Formel- bzw. Monoposto-Rennwagen.

Inhaltsverzeichnis

Gemeinsame Geschichte

1967 wurde die Formel Ford von dem Automobilhersteller Ford als Markenpokal zur Nachwuchsförderung ins Leben gerufen. Als Erfinder gilt der britische Rennschulenbesitzer Geoff Clarke. Der wesentliche Unterschied zu der bis dahin einzigen Markenformel “V” war die Vorderradaufhängung, die statt der Kurbellenker aus Querlenkern speziell für den Renneinsatz bestand.

Das erste Rennen in Deutschland fand ca. 1971 statt. Zugelassen waren vorerst nur amerikanische Armeeangehörige. Die Rennen wurden im Rahmen des American Express Cup auf Armeeflughäfen ausgetragen. Alle Fahrzeuge waren einheitlich Lotus Mk 61. Offiziellen Meisterschaftsstatus hatte die Formel Ford von 1980 bis 2000.

Ab 1973 war die Serie auch für deutsche Ausweis- und Lizenzfahrer offen. Der erste Formel-Ford-Direktor war Mike Argetsinger, später übernahm der Wiesbadener Volker Carius die Leitung. Ab 1980 wurde eine zusätzliche Meisterschaft für Inhaber einer internationalen Fahrerlizenz parallel und mit Prädikat der ONS, der Vorgängerorganisation des DMSB, durchgeführt.

1983 wurde die nationale Meisterschaft eingestellt und dafür die in England bereits seit Jahren erfolgreiche Formuel Ford 2000 eingeführt. Im Jahre 2000 entschloss sich Ford Deutschland, die Unterstützung für den deutschen Ableger dieser Nachwuchs-Rennserie zu Gunsten des Ford Puma Cups einzustellen. Unter der Regie privater Vereinigungen werden noch Rennen und Meisterschaften durchgeführt, da noch immer ein umfangreiches Fahrzeugkontingent vorhanden ist. Seit 2000 wird von Renault mit der Formel Renault eine ähnliche Meisterschaft durchgeführt. Außerdem gibt es noch die Classic Formula Ford Competition. Weiterhin etabliert sich ab der Saison 2008 die European Formula Ford.

Allgemeines

Die Teilnehmer hatten die Wahl zwischen mehreren Chassis-Herstellern, fast ausnahmslos englische Marken, und die Fahrer konnten sich ohne aerodynamische Hilfsmittel wie Front- oder Heckspoiler ganz auf das Erlernen von Fahrwerksabstimmungen konzentrieren.

Die Ford-Motoren der Kent-Baureihe (später Zetec) waren zwingend vorgeschrieben und wurden, nach einem strikten Reglement vorbereitet, von mehreren Motorentunern angeboten. Die einheitlichen Reifen und Getriebe waren weitere Eckpfeiler eines kostengünstigen Gesamtpakets.

Dadurch war die Teilnahme, verglichen mit anderen Rennserien, relativ günstig, denn durch das Wegfallen der aerodynamischen Hilfen waren aufwändige Testfahrten überflüssig. Auch bei allfälligen Crashs war das ein Vorteil, denn ohne das Flügelwerk wurden schlimmstenfalls Dreiecks- oder Querlenker der Aufhängungen oder Fahrzeugnasen zerstört.

Die Abstimmungsmöglichkeiten beschränkten sich also darauf, die Getriebeabstufung durch den Austausch der Zahnräder zu verändern, den Reifendruck erhöhen oder verringern, die Stabilisatoren vorn und hinten zu verstellen, die Federn an der Vorder- oder Hinterachse auszutauschen oder auch den Sturz des Fahrwerks zu verändern.

Diese Abstimmungsarbeiten bedürfen nur wenig Zeitaufwand und ein Set-up kann in wenigen Runden (ohne viel Reifenverbrauch) erstellt werden. Gesonderte Abstimmungsfahrten mit erneuter Anfahrt und Streckenmiete waren zu Zeiten der Formel Ford wegen der Kosten unüblich. Professionelle Rennställe hatten meist Abstimmungswerte für die bekannteren Pisten parat, auf temporären Rennstrecken waren Erfahrungswerte bei den relativ simplen Konstruktionen ausreichend.

Die Formel Ford galt lange Jahre als Talentschmiede der Formel 1. Formel-1-Weltmeister wie Emerson Fittipaldi, Nigel Mansell, Ayrton Senna, Michael Schumacher und Mika Häkkinen wurden über diese Kategorie entdeckt.

Wer in der Formel Ford 1600 siegreich war, hatte häufig auch das Rüstzeug für nächsthöhere Kategorien wie Formel Ford 2000, Formel Opel oder Formel 3. Diese Kategorien waren damals die Vorzimmer zu Formel 3000 und Formel 1.

Hersteller

Mondiale (Irland)_

Formel Ford 1600 (1800)

Kent-Motor

Der Kent- Motor stammte aus dem Ford Cortina/Escort 1600GT und kam auf einen Hubraum von 1599 cm³ (Bohrung x Hub 81 x 77,62 mm). Mit einem Weber 32/36 DGV-Vergaser mit Lufttrichter leistete er 105 PS bei 6000/min (1977) bzw. 107 PS (1979) und 115 PS in den 1990er Jahren.

Zetec-Motor

Der 1800-cm³-Motor wurde ab 1993 verwendet.

Meister der Formel Ford von 1973 bis 2000

Ab 1980 wurde die Meisterschaft für Inhaber einer nationalen deutschen Lizenz fortgesetzt und die ONS-Meisterschaft für Inhaber einer internationalen Lizenz eingeführt.

Ab 1983 fiel die nationale Serie weg, hinzu kam die Internationale ONS FF2000 Meisterschaft.

Formel Ford 2000

Eine eigene Klasse für sich, und auch mit aerodynamischen Hilfsmitteln, war die Formel Ford 2000, deren Motor 2000 cm³ hatte.