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Multinationales Korps Nord-Ost

Multinationales Korps Nord-Ost

Verbandsabzeichen
Aufstellung 18. September 1999
Land Deutschland

Polen
Dänemark

Streitkräfte Bundeswehr

Siły Zbrojne Rzeczypospolitej Polskiej
Det Danske Forsvar

Teilstreitkraft Heer

Wojsko Lądowe
Hæren

Typ NATO Deployable Headquarter
Unterstellte
Truppenteile
Stabskompanie

Fernmeldezug
Führungsunterstützungsbrigade

bei Bedarf:
DANDivision
Fernmeldebataillon 1
13. Panzergrenadierdivision
Fernmeldebataillon 610
12. Mechanisierte Division
Fernmeldebataillon 100

Unterstellung SHAPE
Sitz des Stabes Stettin
Kommandeur
Kommandierender General GenLt Zdzisław Goral
Stellvertreter GenMaj Jan Brun Andersen
Chef des Stabes BrigGen Josef Heinrichs

Das Multinationales Korps Nord-Ost (MNC NE) ist der aufgrund des Beschlusses von 1997 zwischen Dänemark, Polen und Deutschland aufgestellte gemeinsame militärische Großverband, der am 18. September 1999 in Stettin in Dienst gestellt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ausgehend vom Deutsch-Dänischen Korps LANDJUT sollten Truppen aus Polen nach seinem Beitritt in die NATO in das Korps integriert werden. Dadurch, dass ein bestehendes Korps erweitert wurde, konnte bereits Ende 2000 die Einsatzbereitschaft des Korps gemeldet werden. Das Korps war zunächst nicht in die NATO-Kommandostruktur eingebunden. 2005 besteht das Korps den obligatorischen Full Operational Capability und ist damit befähigt seit 2006 an NATO Missionen teilzunehmen bzw. zu führen. Damit ist das Korps eines der NATO Deployable Headquarters von SHAPE. Von Januar bis August 2007 war das MNC NE an der operativen Leitung der ISAF in Afghanistan verantwortlich.

Aufgaben

Die Hauptaufgaben des Korps sind:

Dazu ist das Korps in der Lage als NATO Deployable Headquarters einen multinationalen Einsatz wie ISAF zu führen.

Aufbau

Am Stab des Korps sind 9 NATO-Bündnispartner beteiligt, federführend und Truppensteller sind aber die drei Gründungsnationen Deutschland, Dänemark und Polen. Die einzelnen Truppenteile sind national geführt und unterstehen nur im Bedarfsfall dem internationalen Korpskommando, das wiedeum dem Supreme Headquarters Allied Powers Europe in Europa unterstellt sind. Die deutschen Anteile werden also für gewöhnlich weiterhin vom Heeresführungskommando geführt. Im Hauptquartier in Stettin ist die Amtssprache Englisch. Ungewöhnlich für einen militärischen Verband ist der trilaterale Korpsausschuss, welcher dem Korpsstab weisungsbefugt ist. Die Präsidentschaft wechselt jährlich zwischen den einzelnen Ländern. Die Führungsstellen sind unter den drei federführenden Ländern gleichgewichtig aufgeteilt. Das Korps ist nicht ständig voll präsent, sondern nur außerhalb von Einsätzen nur als Stab aufgestellt. Die Gliederung im Einzelnen:

Dauerhaft unterstellte Verbände
Im Bedarfsfall unterstellte Verbände

Bei Bedarf werden aus allen Staaten weitere Verbände zur Verfügung gestellt.

Kommandierende Generale

Dem Korps standen folgende Kommandierende Generale vor:

Nr. Name Nation Beginn der Berufung Ende der Berufung
4 GenLt Zdzisław Goral Polen 15. Dez. 2006 -
3 GenLt Egon Ramms Deutschland 18. Feb. 2004 15. Dez. 2006
2 GenLt Zygmunt Sadowski Polen Apr. 2001 18. Feb. 2004
(im Dez. 2003 verstorben)
1 GenLt Henrik H. Ekmann Dänemark Sep. 1999 Apr. 2001

Verbandsabzeichen

Das am linken Ärmel des Dienstanzugs getragene Verbansabzeichen greift wesentliche Elemente des Verbandsabzeichens des Vorgängerverbandes LANDJUT wieder auf: Der blaue Wappengrund ist eine Reminiszenz an das NATO-blau, wohingegen der NATO-Stern gänzlich entfallen ist, denn das Korps ist in erster Linie einer trinationalen Vereinbarung entsprungen. Die drei Wellenkämme sind Hinweis auf die drei Ostseezugänge im Operationsgebiet. Die zwei gekreuzten Schwerter des deutsch-dänischen Korps sind um ein drittes Schwert ergänzt, das wohl für die dritte hinzugetretene Nation Polen steht. Wo beim LANDJUT die Wellenkämme auch für den Standort Rendsburg gestanden haben mögen, steht der gekrönte Greif in Rot für den Sitz des Stabes in Stettin, das den gleichen Greif im Stadtwappen führt. Der Greif ist dem Wappen der preußischen Provinz Pommern entlehnt, das in seiner Geschichte passend zum Korps eine wechselvolle deutsch-polnische Geschichte aufweist, in der auch Dänemark eine historische Rolle einnimmt (vgl. →Zweiter Nordischer Krieg). Als Bonmot deutet auch der Name Pommern (slawisch po more = am Meer) noch einmal auf die Lage am Meer hin.