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Landkreis Mainz-Bingen

Der Landkreis Mainz-Bingen ist ein Landkreis im Osten von Rheinland-Pfalz, Deutschland. Benachbarte Kreise sind (im Uhrzeigersinn) Rheingau-Taunus-Kreis, die kreisfreien Städte Wiesbaden und Mainz, die Landkreise Groß-Gerau, Alzey-Worms und Bad Kreuznach sowie der Rhein-Hunsrück-Kreis und der Rhein-Lahn-Kreis.
Er ging aus den Landkreisen Bingen und Mainz hervor, die bis 1945 der Kreis Bingen und der Kreis Mainz im Volksstaat Hessen waren.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Rhein bildet die gesamte Ost- und einen großen Teil der Nordgrenze des Landkreises. In Bingen mündet die Nahe in den Rhein, nachdem sie ein kurzes Stück durch den Kreis fließt. Am Rand des Hunsrücks am Rheingraben im westlichen Teil des Kreises ist Weinanbaugebiet. Der südliche Teil wird als Rheinhessische Hügellandschaft bezeichnet und ist klimatisch gut für den Gemüseanbau geeignet, insbesondere für Spargel.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Mainz-Bingen war vor 1800 in zahlreiche Herrschaftsgebiete zersplittert, von denen die Kurfürsten von der Pfalz den größten Anteil hatten, gefolgt von den Mainzer Erzbischöfen. Während der französischen Besetzung unter Napoleon war das Gebiet überwiegend Teil des Departements Donnersberg (Mont Tonnerre) mit der Hauptstadt Mainz, während das Gebiet nördlich der Nahe zum Departement Rhein-Mosel mit Sitz in Koblenz gehörte. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam der nördliche Teil des heutigen Kreises (westlich der Nahe) zur preußischen Rheinprovinz, der südliche Teil zum Großherzogtum Hessen. Innerhalb von Hessen entstanden am 5. Februar 1835 die beiden Kreise Mainz und Bingen. Am 16. Februar 1835 wurde die Stadt Mainz als Kreis Mainz-Stadt aus dem Kreis Mainz ausgegliedert. Am 12. Mai 1852 entstand der Kreis Oppenheim. Am 1. Januar 1938 gelangten die Gemeinden Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg aus dem Kreis Groß-Gerau an den Kreis Mainz. Am 7. April 1938 wurde der Kreis Oppenheim aufgelöst und auf die Kreise Mainz und Alzey verteilt. Bei der Kreisreform 1969 wurden die beiden Kreise Mainz und Bingen zusammengelegt, wobei auch einige Gebiete der Kreise Kreuznach und Sankt Goar einbezogen wurden. Sitz der Kreisverwaltung war zunächst Mainz; seit Oktober 1995 ist es Ingelheim am Rhein.

Geschichte Kreis Bingen

siehe Hauptartikel: Landkreis Bingen

Geschichte Kreis Mainz

Der Kreis Mainz war bis 1. November 1938 ein Landkreis im Großherzogtum Hessen und im Volksstaat Hessen in der Provinz Rheinhessen. Aus ihm entstand 1938 der Stadt- und der Landkreis Mainz.[1]

Einordnung des Kreises in das Großherzogtum Hessen

Zusammen mit den Kreisen Alzey, Bingen, Oppenheim und Worms bildete der Kreis Mainz die Provinz Rheinhessen, die wiederum zusammen mit den Provinzen Oberhessen und Starkenburg das Großherzogtum Hessen darstellten.

Ab 1848 ging der Kreis Mainz mit den Kreisen Alzey, Bingen und Worms in dem Regierungsbezirk Mainz auf. Die Kreise Alzey und Worms wurden 1850 in den neuen Regierungsbezirk Worms eingegliedert. 1852 wurden die Regierungsbezirke wieder aufgelöst und die alten Kreise wieder gebildet, gleichzeitig entstand der neue Kreis Oppenheim. Die Stadt Mainz kam wieder in den Kreis Mainz. 1938 wurde der Kreis Oppenheim wieder aufgelöst und es entstanden die Landkreise Alzey, Bingen und Worms, sowie der Stadt- und der Landkreis Mainz.

Nach 1945 kam der Landkreis Mainz zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Politik

Landrat des Landkreises Mainz-Bingen ist seit dem 27. März 1992 der SPD-Politiker Claus Schick.

Kreistag

Die Wahlen zum Kreistag am 13. Juni 2004 hatten folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,9 16 36,7 18
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 42,3 21 43,8 22
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,2 5 6,8 3
FDP Freie Demokratische Partei 6,3 3 4,9 3
FWG Freie Wählergruppe 9,1 5 7,9 4
BL Bürgerliste 1,0 0 - -
ödp Ökologisch-Demokratische Partei 0,8 0 - -
Mensch Umwelt Tierschutz Die Tierschutzpartei 0.5 0 - -
gesamt 100,0 50 100,0 50
Wahlbeteiligung in % 61,0 65,5

Wappen

Beschreibung:

Unter einem goldenen Schildhaupt, darin ein rot bewehrter, schwarzer Adler, gespalten: vorne in Rot ein sechsspeichiges silbernes Rad (Mainzer Rad), hinten in Schwarz ein rot gekrönter und rot bewehrter goldener Löwe (Pfälzer Löwe). (Wappen-Genehmigung 6. Mai 1970)

Bedeutung:

Das Rad steht für das ehemalige Fürstbistum Mainz, der Löwe für die kurpfälzischen Gebiete des Kreises und der Adler weist auf die Reichsgüter bei Ingelheim, Oppenheim und Nierstein hin.

Verkehr

Diese Gegend wurde zunächst von der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft erschlossen: 1853 führte die erste Linie von Mainz rheinaufwärts nach Worms, weitere Verbindungen 1858 in Richtung Frankfurt und Darmstadt und schließlich 1859 rheinabwärts bis Bingen mit Anschluss an die in Bingerbrück (heute Bingen Hbf) beginnenden Strecken der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft nach Koblenz und der Rhein-Nahe-Eisenbahn-Gesellschaft – in Betrieb seit 1858 – nach Bad Kreuznach.

Von Bingen eröffnete die Hessische Ludwigsbahn im Jahre 1870 eine Verbindung quer durch Rheinhessen in Richtung Worms, in die seit 1871 in Armsheim eine Zweigbahn von Mainz einmündete. Nach der Verstaatlichung dieser Gesellschaft kamen noch Nebenlinien der Hessischen Staatsbahn hinzu: Die bedeutendste war die 1896 eröffnete Linie von Bodenheim nach Alzey, die 1900 eine Querverbindung von Undenheim-Köngernheim nach Nierstein erhielt. Die 1902 eröffnete Hauptbahn ermöglichte die Direktverbindung Mainz–Bad Kreuznach über Gensingen-Horrweiler.

Von den vier in Rheinhessen vorhandenen Nebenbahnen der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft berührten den Kreis folgende Strecken:

Das Schienennetz erreichte 1915 durch einige Verbindungsbahnen im Raum Bingen einen Gesamtumfang - ohne Straßenbahnen - von 208 km. In vier Jahrzehnten verringerte sich das Netz um fast 70 km:

In der Stadt Bingen verkehrten die elektrische Bahnlinien der AG Binger Nebenbahnen und bedienten genauso wie die Überlandlinie Bad Kreuznach–Sprendlingen–Sankt Johann der Straßenbahn Bad Kreuznach auch den Güterverkehr.

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen A 61 Koblenz–Ludwigshafen, A 63 Kaiserslautern–Mainz und A 60 Mainz–Nahetal. Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 9 Worms–Mainz–Koblenz und die B 41 Bad Kreuznach–Ingelheim.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2006)

Verbandsfreie Gemeinden/Städte

  1. Bingen am Rhein, Große kreisangehörige Stadt * (24.587)
  2. Budenheim (8.555)
  3. Ingelheim am Rhein, Große kreisangehörige Stadt (24.491)


Verbandsgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

Sitz der Verbandsgemeinde *

  1. Bodenheim * (7.060)
  2. Gau-Bischofsheim (1.967)
  3. Harxheim (2.066)
  4. Lörzweiler (2.115)
  5. Nackenheim (5.024)
  1. Appenheim (1.428)
  2. Bubenheim (867)
  3. Engelstadt (709)
  4. Gau-Algesheim, Stadt * (6.415)
  5. Nieder-Hilbersheim (629)
  6. Ober-Hilbersheim (1.051)
  7. Ockenheim (2.422)
  8. Schwabenheim an der Selz (2.520)
  1. Dolgesheim (965)
  2. Dorn-Dürkheim (929)
  3. Eimsheim (593)
  4. Guntersblum * (3.752)
  5. Hillesheim (601)
  6. Ludwigshöhe (549)
  7. Uelversheim (1.084)
  8. Weinolsheim (709)
  9. Wintersheim (316)
  1. Heidesheim am Rhein * (7.195)
  2. Wackernheim (2.591)
  1. Essenheim (3.194)
  2. Jugenheim in Rheinhessen (1.596)
  3. Klein-Winternheim (3.501)
  4. Nieder-Olm, Stadt * (8.718)
  5. Ober-Olm (4.285)
  6. Sörgenloch (1.194)
  7. Stadecken-Elsheim (4.525)
  8. Zornheim (3.650)
  1. Dalheim (1.039)
  2. Dexheim (1.532)
  3. Dienheim (2.117)
  4. Friesenheim (650)
  5. Hahnheim (1.588)
  6. Köngernheim (1.338)
  7. Mommenheim (3.046)
  8. Nierstein (7.763)
  9. Oppenheim, Stadt * (6.854)
  10. Selzen (1.573)
  11. Undenheim (2.531)
  1. Bacharach, Stadt (2.058)
  2. Breitscheid (151)
  3. Manubach (348)
  4. Münster-Sarmsheim (2.855)
  5. Niederheimbach (808)
  6. Oberdiebach (882)
  7. Oberheimbach (682)
  8. Trechtingshausen (1.026)
  9. Waldalgesheim (3.780)
  10. Weiler bei Bingen (2.629)
  1. Aspisheim (958)
  2. Badenheim (564)
  3. Gensingen (3.481)
  4. Grolsheim (1.211)
  5. Horrweiler (782)
  6. Sankt Johann (840)
  7. Sprendlingen * (4.011)
  8. Welgesheim (618)
  9. Wolfsheim (698)
  10. Zotzenheim (672)


Einzelnachweis

  1. Land Hessen 1939 Verwaltungsstruktur
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