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Der neunte Tag

Filmdaten
Deutscher Titel: Der neunte Tag
Produktionsland: Deutschland, Luxemburg, Tschechien
Erscheinungsjahr: 2004
Länge (PAL-DVD): 98 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Volker Schlöndorff
Drehbuch: Eberhard Görner, Andreas Pflüger
Produktion: Jürgen Haase
Musik: Alfred Schnittke
Kamera: Tomas Erhart
Schnitt: Peter R. Adam
Besetzung

Der neunte Tag ist ein deutscher Spielfilm (Drama) vor dem Hintergrund des Holocausts. Regisseur war Volker Schlöndorff.

In den Hauptrollen sind Ulrich Matthes als Priester und August Diehl als SS-Mann zu sehen. Im Ausland gelaufen als: Devátý den (tschechisch), Le Neuvième jour (französisch), The Ninth Day (englisch). Der Kerngedanke des Films erinnert an den Fall von Kurt Gerstein, der versuchte, sein Wissen aus den Konzentrationslagern an das Ausland (über die katholische Kirche) weiterzugeben.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Film handelt von einem luxemburgischen katholischen Priester, Abbé Henri Kremer, der in dem nationalsozialistischen Konzentrationslager Dachau in Bayern inhaftiert ist. Grundlage ist die autobiographische Erzählung „Pfarrerblock 25487“ von Jean Bernard über seinen Aufenthalt als Häftling im Pfarrerblock des KZ Dachau. Kremer wird für neun Tage aus dem KZ Dachau entlassen, um seinen Vorgesetzten, Bischof Philippe, dazu zu bewegen, mit der deutschen Besatzungsmacht zu kooperieren. Für den Fall seiner Flucht droht man ihm mit der Ermordung seiner luxemburgischen Priesterkollegen im Pfarrerblock des Lagers. Kremer, der sich selbst schwerste Vorwürfe macht, weil er einen winzigen Wasservorrat nicht mit einem kranken Mithäftling teilte und dieser schließlich den Tod im Lagerzaun sucht, wird von Untersturmführer Gebhardt täglich bedrängt, seinen Auftrag auszuführen. Gebhardt selbst war angehender katholischer Priester, der kurz vor seiner Weihe in die SS eintrat. Er ist zerrissen zwischen seiner bedingungslosen Treue zur Ideologie der Nationalsozialisten und den Erlebnissen, die er bei einem Aufenthalt in einem KZ in Osteuropa machte. Kremer kehrt am neunten Tag in das Lager zurück, ohne zum "Judas" geworden zu sein, den Gebhardt aus ihm machen wollte.

Kritik

film-dienst 23/2004: Fiktives Drama auf der Grundlage eines authentischen KZ-Tagebuchs, das als optisch wie akustisch bedrängend inszeniertes, in den Hauptrollen eindrucksvoll gespieltes Kammerspiel von der Einsamkeit einer existenziellen Entscheidung handelt und mit der Thematisierung von Schuld und Vergebung oft übersehene Dimensionen des Genozids aufgreift.

Auszeichnungen

Biberacher Filmfestspiele

Camerimage - XII International Film Festival of the Art of Cinematography (Lodz, Polen)

Deutscher Filmpreis

Beste Regie (Volker Schlöndorff)
Bester Schnitt (Peter R. Adam)
Beste männliche Hauptrolle (Ulrich Matthes)
Beste männliche Hauptrolle (August Diehl)
Bestes Drehbuch (Eberhard Görner und Andreas Pflüger)
Beste Tongestaltung (Hubert Bartholomae und Gunnar Voigt)
Bester Spielfilm (Jürgen Haase)

Fajr International Film Festival (Teheran, Iran)

Deutscher Kamerapreis Köln

Siehe auch

Literatur