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Roschyschtsche

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Roschyschtsche
(Рожище)
DMS
Roschyschtsche
Basisdaten
Oblast: Oblast Wolhynien
Rajon: Rajon Roschyschtsche
Höhe: keine Angabe
Fläche: 10,07 km²
Einwohner: 13.511 (2004)
Bevölkerungsdichte: 1.341,71 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 45100
Vorwahl: +380 8268
Geographische Lage: 50° 54′ N, 25° 15′ O7Koordinaten: 50° 54′ 0″ N, 25° 15′ 0″ O
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt
Verwaltung
Bürgermeister: Serhij Samlynnyj
Adresse: вул. Незалежності 60
45100 м. Рожище
Statistische Informationen

Roschyschtsche (ukrainisch Рожище; polnisch Rozyszcze) ist eine kleine ukrainische Stadt mit etwas mehr als 13.000 Einwohnern. Sie liegt in der Oblast Wolhynien, südöstlich der Stadt Kowel und wenige Kilometer vor der Bezirkshauptstadt Luzk.

Authentische Eindrücke von Bewohnern

Roschyschtsche in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen, aus der Sicht eines Wolhyniendeutschen, Olgerd Jankowsky:

"Nach dem Ersten Weltkrieg nahm die Stadt Roschyschtsche eine hervorragende Stellung als kleine Marktstadt ein.
Insbesondere entwickelte sich neben den üblichen Handwerksbetrieben der Handel mit Schweinen sowie von Wurstwaren. Es gab eine Vielzahl von Fleischereien, die sich vorwiegend in deutschen Händen befanden und Dauerwurstwaren für den Export produzierten.
Der Schweinehandel und dessen Export nach Zentralpolen befand sich in den Händen des deutschen Großhändlers Hein und des polnischen Großhändlers Wolotowski. Der Getreidehandel lag ausschließlich in jüdische Händen.

Am 19. September 1939 wurde Roschyschtsche von der Roten Armee besetzt. Am selben Tag wurde die Sowjetmacht ausgerufen und alle polnischen Institutionen aufgelöst. Initiatoren dessen waren jüdische Bürger.

Roschyschtsche war nach heutigem Diktus, eine multikulturelle Stadt, deren Einwohner waren: Polen, die vorwiegend staatliche Dienststellen inne hatten, aber auch Gutsbesitzer und Kleinbauern. Ukrainer als Kernnationalität, überwiegend Kleinbauern und Arbeiter.
Deutsche waren vorwiegend Handwerker, wie Fleischer, Tischler, Fuhrunternehmer aber auch Schweinehändler.
Juden dominierten im Getreidehandel und im restlichem Handwerk.
Russen, die überwiegend infolge des Bürgerkrieges 1917 bis 1923 in der Stadt als Emigranten sesshaft wurden.
Tschechen vorwiegend Landwirte und Hopfenanbauer im stadtnahem Bereich.
Ebenso unterschiedlich waren die Glaubensrichtungen. Es gab in der Stadt eine katholische und eine orthodoxe Kirche, sowie eine Synagoge. Für den evangelisch-lutherische Glauben diente im Vorort Welnianka eine evangelische Kirche, die gleichzeitig das Kirchenamt (Kirchspiel) für die umliegenden deutschen Dörfer und Kolonien inne hatte.
Ebenso befand sich in Welnianka eine Baptistenkapelle, deren Mitglieder sowohl, Deutsche als auch Ukrainer waren.
Für die Stadt Roschyschtsche und seiner näheren Umgebung gab es nur eine polnische 8-Klassenschule sowie eine hebräische Schule. Schüler der polnischen Schule waren Kinder aller Nationalitäten. An der hebräischen Schule waren Kinder orthodoxer Juden eingeschult.
Für die überwiegend ukrainische Bevölkerung gab es keine nationalitätbezogene Schule. Die ukrainischen Schüler waren gezwungen im Rahmen der Polonisierungspolitik des polnischen Staates polnische Schulen zu besuchen.

Im Verlauf des Krieges 1939 bis 1945 war Roschyschtsche und seine Umgebung Schwerpunkt tragischer Ereignisse wie:

In der Nachkriegszeit wurde Roschyschtsche Kreisstadt mit allen dazugehörigen staatlichen und gesellschaftlichen Strukturen. Darüber hinaus wurde die Stadt zum technologischen Zentrum für Großviehanlagen. Kurz vor der Auflösung der UdSSR wurde mit Bau einer der größten Anlagen zur Verarbeitung von Lein und Hanf zu Flachs begonnen.
Die Bevölkerungszahl wuchs in der Stadt auf 17.000 Einwohner.
Mit der Auflösung der UdSSR wurde die Produktion von Großviehanlagen stillgelegt und der Bau der o.g. Verarbeitungsanlage eingestellt. Ebenso lösten such die bisherigen Verwaltungsstrukturen auf. Infolge dessen, besteht gegenwärtig eine überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit.
Roschyschtsche sieht keinerlei Licht im Tunnel der Zukunft. Seit dem Untergang der UdSSR, hat sich in Roschyschtsche nichts zum Positiven verändert. Lediglich ein ukrainisches Privat-Unternehmen hat sich erfolgreich etabliert und wenige Arbeitsplätze neu geschaffen. Dieses Unternehmen stellt für den niederländischen Markt Gartenerzeugnisse aus Holz und für eine deutsche Firma Stahlbau-Konstruktionen her.
Die Arbeitslosigkeit liegt bei 40 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil bei den Jugendlichen. Die Renten liegen bei 100 Euro. In den letzten Jahren häufen sich Erkrankungen aus den Folgen der tschernobyler Katastrophe. Die Sterblichkeitsrate, besonders derer zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr, aber auch bei Kindern, ist überdurchschnittlich hoch."