Schiermonnikoog
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Schiermonnikoog

Gemeinde Schiermonnikoog

(Flagge von Schiermonnikoog)

(Wappen von Schiermonnikoog)
Provinz Friesland
Bürgermeister Bert Swart
Sitz der Gemeinde Schiermonnikoog
Fläche
 – Land
 – Wasser
191,19 km²
39,94 km²
151,26 km²
Einwohner

 – Bevölkerungsdichte
989
(1. Juni 2005)

25 Einwohner/km²
Koordinaten 53° 29′ N, 6° 12′ O7Koordinaten: 53° 29′ N, 6° 12′ O
Bedeutender Verkehrsweg {{{Straße}}}
Vorwahl 0519
Postleitzahlen 9166
Website www.schiermonnikoog.nl

Schiermonnikooganhören ?/i), „Insel der grauen Mönche“, ist eine der westfriesischen Inseln. Mit 16 mal 4 Kilometern ist sie die kleinste der fünf bewohnten niederländischen „Waddeneilanden“ (Wattinsel). Sie zählt lediglich 949 Einwohner (Stand 1. Februar 2008).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Insel entstand vor weit über 1.000 Jahren, hat sich als Wattinsel im Lauf der Zeit indes in Form und Umfang stark verändert. Daher sind die ältesten Teile der heutigen Insel nur ungefähr 800 Jahre alt. Wann Schiermonnikoog zum ersten Mal besiedelt wurde, ist nicht bekannt. Der Name Schiermonnikoog taucht zum ersten Mal in einer Urkunde des holländischen Grafen Philipp der Gute auf. Dieses Dokument aus dem Jahr 1440 beweist, dass die Insel dem Abt des friesischen Klosters Klaarkamp in Rinsumageest bei Dokkum gehörte. Diese Zisterziensermönche trugen graue Kutten. Diesem Umstand verdankt die Insel ihren Namen: Im Friesischen bedeutet „schier“ grau, „monnik“ Mönch und „oog“ Insel - Insel der grauen Mönche.

Die Besitztümer dieses Klosters wurden 1580, als sich in Friesland die Reformation durchsetzte, von der Verwaltung dieser Provinz beschlagnahmt.

1638 war die Provinz Friesland mit den Zahlungen für den Krieg der niederländischen Republik so in Rückstand geraten, dass etliche Klostergüter verkauft werden mussten. Zu diesen gehörte auch Schiermonnikoog. 1640 erwarb der holländische Kaufmann Johan Stachouwer, der aus Amsterdam stammte, die Insel. Sie blieb auch in der Folgezeit, wie Ameland, eine Erbherrschaft.

Für Johan Stachouwer war der Kauf von Schiermonnikoog lediglich eine Geldanlage. Die Verwaltung wurde in seinem Namen von einem Drost und vier Bürgermeistern ausgeübt. Im 18. Jahrhundert ergaben sich zwischen der Familie Stachouwer und der Groninger Regentengeschlecht Tjarda van Starkenborgh Eheverbindungen; daraus entstand der Name Tjarda van Starkenborgh Stachouwer.

In der französischen Zeit verlor die Familie Stachouwer den größten Teil ihrer herrschaftlichen Rechte. Sie blieb jedoch Besitzer des Grund und Bodens. 1859 verkaufte sie die Insel an einen Dr. jur. John Eric Banck, der sie an einen deutschen Grafen, Hartwig Arthur von Bernstorff-Wehningen, weiterverkaufte. Drei Generationen lang blieb die Insel im Besitz der Familie, Becholt Eugen von Bernstorff hatte sie 1940 von seinem Vater geerbt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Insel 1945 von dem Königreich der Niederlanden als Vijandelijk Vermogen (feindlicher Besitz) beschlagnahmt, die Familie von Bernstorff wurde enteignet und die Insel fiel an das Königreich.

Heute ist Schiermonnikoog eine beliebte, autoarme Urlaubsinsel. Sie rühmt sich, den breitesten Badestrand Europas zu haben. An manchen Stellen ist er einen Kilometer breit. Die Hauptstrasse - Lange Streek - ist gesäumt von alten Backsteinhäusern aus dem 16. Jahrhundert. Ebenfalls äußerlich erhalten ist das Gutshaus Rijsbergen am Dorfrand.

Im Jahre 2005 haben die Provinzen Groningen und Friesland ein Übereinkommen geschlossen, in dem festgelegt wurde, dass die gesamte Fläche der Insel Schiermonnikoog weiterhin zu Friesland gehört. Dies wurde nötig, da die Insel durch Sandanspülungen weiter nach Osten gewachsen ist und ihre Ostspitze sonst im Bereich der Provinz Groningen gelegen hätte. Durch den Vertrag wurde die Seegrenze zwischen Friesland und Groningen faktisch nach Osten verlegt. Schiermonnikoog hat sich in den letzten Jahren so weit nach Osten vorgeschoben, dass der östliche Teil inzwischen an der Stelle der 1717 während der Weihnachtsflut versunkenen Insel Bosch liegt.

Nationalpark Schiermonnikoog

1989 wurden rund 5.400 Hektar der Insel und das Wattenmeer als Nationalpark ausgewiesen. Seither ist die östliche Hälfte der Insel Nationalpark und Vogelschutzgebiet. Das Gebiet umfasst Strandgebiete, das Watt, Dünen, Salzwiesen und den kleinen See Westerplas, der bis 1965 noch eine Salzwiese, aber durch einen künstlichen Dünenrücken vom Meer abgetrennt wurde und nun die einzige Süßwasserstelle auf der Insel darstellt. Auch ein Wald gehört zum Gebiet des Nationalparks. Der letzte Privatbesitzer Graf von Bernstorff ließ ihn 1920 als Nadelwald anlegen, da Nadelholz damals im Bergbau sehr gefragt war. Inzwischen wurden die Nadelbäume weitgehend durch Laubbäume, hauptsächlich Birken, verdrängt und es ist ein Mischwald entstanden.

Auf der Insel ist ein Besucherzentrum eingerichtet, von wo aus Exkursionen und Ausflüge in den Nationalpark mit und ohne Führer angeboten werden. Neben Wanderungen und Fahrradtouren können auch Busfahrten am Strand (Balgexpres), Kutschfahrten oder Bootstouren unternommen werden.

Das Dorf, der Bancks-Polder, die Umgebung des Dorfes mit Eisbahn, Campingplatz und dem Berkenplas sowie das Dünengebiet im Norden des Dorfes gehören nicht zum Nationalpark. Auf dem Polder sind Milcherzeuger angesiedelt, an einigen Stellen wird Mais angebaut. Hier überwintern große Verbände von Ringel- und Weißwangengänsen.

Siehe auch

Bilder

Satellitenaufnahme der Insel
Leuchtturm auf Schiermonnikoog
Strandabschnitt bei Paal3