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Essen-Borbeck-Mitte

Borbeck-Mitte
Stadtteil von Essen

Koordinaten 51° 28′ 30″ N, 6° 57′ 4″ OKoordinaten: 51° 28′ 30″ N, 6° 57′ 4″ O
Höhe 66 m ü. NN
Fläche 3,19 km²
Einwohner 13.671 (31. März 2008)
Bevölkerungsdichte 4286 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1915
Stadtteilnummer 21
Bezirk Essener Stadtbezirk IV Borbeck
Quelle: Statistik der Stadt Essen

Essen-Borbeck-Mitte (von Borathbeki = Börden- oder Bruktererbach, dessen Quelle sich im Borbecker Schlosspark befindet) ist ein nordwestlicher Stadtteil der Stadt Essen, der am 1. April 1915 mit allen anderen Teilen des heutigen Stadtbezirks IV Borbeck eingemeindet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Archäologische Ausgrabungen belegen, dass bereits vor 100.000 Jahren Cro-Magnon-Menschen an der Stelle des heutigen Borbeck lebten. Vor etwa 4.000 Jahren ließen sich Wanderbauern der Bandkeramik im Borbecker Raum nieder, wahrscheinlich auf Grund des fruchtbaren Lößbodens.

Die erste urkundliche Erwähnung Borbecks stammt aus einer Liste mit Abgaben an das Stift Essen aus dem Jahr 869. Borbeck gehörte damals zu den abgabepflichtigen Oberhöfen. Die Essener Fürstäbtissin Berta von Arnsberg kaufte 1288 den offenbar verpfändeten Oberhof Borbeck, um dort im Anschluss den Vorgängerbau des heutigen Schlosses Borbeck errichten zu lassen. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Borbeck zur bevorzugten Residenz der Äbtissinnen, was dazu führte, dass die alte romanische Kirche des Ortes 1339 von der Äbtissin Katharina von der Mark umgebaut wurde, damit sie und ihr Gefolge „standesgemäß“ an den Messen teilnehmen konnten.

Die „Neuordnung Europas“ durch den Wiener Kongress im Jahre 1815 führte dazu, dass die Gemeinde Borbeck zu Preußen kam. Das Folgejahr 1816, das in die Geschichte als das Jahr ohne Sommer einging (am 25. Juni war sogar Schnee gefallen), brachte die letzte große Hungersnot, von der man sich erst 1819 langsam erholte. Ursache dieser Katastrophe waren die Folgeerscheinungen eines Super-Vulkanausbruchs (Tambora im April 1815).

Am 1. Februar 1862 erlitt die Gemeinde mit den Bauernschaften Lippern und Lirich ihren größten Gebietsverlust. Diese Ortsteile wurden der neu gegründeten Gemeinde Oberhausen zugeschlagen. Sie bildeten zwei Drittel der neuen Gemeinde.

Als Borbeck (also das heutige Essen-Borbeck-Mitte sowie die umgebenden Gebiete, siehe unten) 1915 in die Kreisstadt Essen eingemeindet wurde, war es mit über 70.000 Einwohnern die größte preußische Landgemeinde. Zuweilen hatte die Gemeinde Borbeck sogar über 100.000 Einwohner und wäre damit nach heutiger Definition eine eigene Großstadt gewesen.

Mittelzentrum Borbeck

Borbeck-Mitte (319 ha/13.756 Einw.) ist ein eigenständiger Stadtteil. Als Mittelzentrum ist er zudem für den gesamten Stadtbezirk IV Borbeck bedeutend, der sich neben Borbeck-Mitte noch aus folgenden Stadtteilen zusammensetzt:

In der Fußgängerzone von Borbeck-Mitte findet jeden Dienstag und Freitag ein Markt statt. Ebenfalls befinden sich hier zentrale Einrichtungen wie beispielsweise Amtsgericht, Stadtteilbibliothek, Sozialamt und Jobcenter, ein städtisches Hallenbad sowie ein katholisches Krankenhaus, dem eine außerhalb der regulären Sprechstunden geöffnete Notfallpraxis angegliedert ist.

Verkehr

Borbeck ist entfernt über die beiden in Ost-West-Richtung verlaufenden Bundesautobahnen A 40 und A 42 an das überregionale Straßennetz angebunden. Beide Autobahnen tangieren nicht direkt den Stadtteil Borbeck, wohl aber den Stadtbezirk am Rande, was wesentlichen Anteil an Borbecks Verkehrsanbindung hat. Ebenfalls in Ost-West-Richtung verläuft die B 231, die Borbeck mit Essen und Oberhausen verbindet, sowie der Rhein-Herne-Kanal. Sehr gut angeschlossen ist Borbeck an den regionalen öffentlichen Personennahverkehr. Zentraler Verknüpfungspunkt ist der Bahnhof Essen-Borbeck. Hier halten

Die Straßenbahnlinien 101, 103, 104 und 105, sowie die Buslinien 140, 143, 160, 170, 185, 186 und die Nachtexpresse NE 12 und NE 15 der Essener Verkehrs-AG sorgen für weitere gute Erschließung des Stadtteils[1].

Kultur und Bildung

Ausgeprägt ist die Kultur - und zwar weniger die städtisch gesponserte, als die durch Eigeninitiative. Es gibt drei freie Theatergruppen mit eigener Aufführungsstätte, zahlreiche Kirchenchöre, zusätzlich drei Männerchöre, einen Frauenchor und drei weitere gemischte Chöre, sechs Karnevalsvereine, sechs Schützenvereine. Mit der Alten Cuesterey gibt es ein durch private Initiative geschaffenes Museums- und Begegnungszentrum, in dem regelmäßig Ausstellungen, Konzerte und Lesungen stattfinden. Des Weiteren gibt es seit Ende 2007 die Fernsehserie „Wir in Essen-Borbeck“, in der der Alltag verschiedener Bewohner Borbecks dargestellt wird.

Ebenfalls erwähnenswert:

Folgende Schulen befinden sich im Stadtteil:

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Quellen

  1. Essener Verkehrs-AG
  2. Naturschutzbund Ruhr [1]