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Zeitz

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 3′ N, 12° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verwaltungsge-
meinschaft:
Zeitzer Land
Höhe: 160 m ü. NN
Fläche: 24,63 km²
Einwohner: 28.117 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 1142 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06712
Vorwahl: 03441
Kfz-Kennzeichen: BLK (bis 1994: ZZ)
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 590
Adresse der Stadtverwaltung: Altmarkt 1
06712 Zeitz
Webpräsenz:
www.zeitz.de
Oberbürgermeister: Ulf Altmann (CDU)

Zeitz ist eine Stadt im Süden von Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Burgenlandkreis und liegt im Tal der Weißen Elster zwischen Gera im Süden und Leipzig im Norden. Von 1652 bis 1718 war Zeitz Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Zeitz und als Residenz diente das Schloss Moritzburg. In der Stadt liegt das Deutsche Kinderwagenmuseum. Die Altstadt wird von heute zugänglichen Bierlager-Katakomben unterzogen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Zeitz liegt an der Weißen Elster, etwa 40 km südlich von Leipzig und 25 km nördlich von Gera.

Angrenzende Gemeinden sind Bergisdorf, Döbris, Droßdorf, Elsteraue, Geußnitz, Gleina, Grana, Nonnewitz, Theißen und Wittgendorf.

Ortsteile sind u.a.: Aue und Aylsdorf.

Klima

Klimadiagramm von Zeitz[1]


Die durchschnittlich Lufttemperatur in Zeitz beträgt 9,0 °C, der jährliche Niederschlag 564 Millimeter.

Geschichte

Frühmittelalter

Das Gebiet um Zeitz gehörte dem Reich der Thüringer an. Im Jahr 531 kam es bei Burgscheidungen (Unstrut) zu einer Schlacht zwischen sächsisch-fränkischen und thüringischen Heeren, in deren Folge das Thüringerreich in das Frankenreich eingegliedert wurde. In diesem nunmehr nahezu menschenleeren Siedlungsraum siedelten sich slawische Bauern an. Vermutlich befand sich das Stammeszentrum des Kleinstammbezirkes Puonzowa an der Stelle des heutigen Klosters Posa.

König Heinrich I. (* 876; † 936) ließ an der Stelle der heutigen Moritzburg eine Burg errichten, welche es ermöglichte, die slawische Bevölkerung zu kontrollieren.

Zeit der Bischöfe

Auf der Synode von Ravenna im Jahr 967 wurde Zeitz erstmalig urkundlich als Cici erwähnt (es sind aus anderen Dokumenten mehr als 30 weitere Namensvariationen bekannt), als Kaiser Otto I. (* 912; † 973) und Papst Johannes XIII., zum Zweck der Christianisierung der slawischen Bevölkerung und weiterhin zur Festigung der deutschen Herrschaft, die Gründung des Erzbistums Magdeburg sowie des Bistums Merseburg, des Bistums Meißen und des Bistums Zeitz beschlossen.

Die Vorarbeit zur Gründung des Bistums leistete seit 950 der Mönch Boso aus dem Benediktinerkloster St. Emmeram durch eine „unablässige“ Missionierung der ansässigen Slawen. Im Dezember 968 wurde Hugo I. (968-979) als erster Zeitzer Bischof geweiht, Zeitz wurde Bischofssitz. Der Bischof erhielt 976 von Kaiser Otto II. die Stadt Zeitz als Geschenk. 1028-1032 wurde aufgrund des permanenten Bestrebens der Ekkehardinger mit päpstlicher Genehmigung der Bischofssitz von Zeitz nach Naumburg verlegt. Dies änderte sich Ende des 13. Jahrhunderts, als die Bischöfe erneut Zeitz zu ihrem Wohnsitz wählten, jedoch weiterhin in Naumburg gewählt und ernannt wurden. Mit dem Tod des Bischofs Julius von Pflug 1564 wurde das Bistum, nach circa 600 Jahren Bestand, aufgelöst. An die Zeit des Mittelalters erinnert heute vor allem die in Teilen teilweise sehr gut erhaltene städtische Befestigungsanlage mit Stadtmauer und dazugehörigen Wehranlagen sowie mehreren Stadtmauertürmen.

Dreißigjähriger Krieg

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burganlage mehrfach belagert und die Bischofsburg schließlich Ende 1644 durch schwedische Truppen zerstört.

Zeit der Herzöge

Durch das Testament Kurfürst Johann Georgs I. von Sachsen aus dem Jahr 1652 wurde die Aufteilung von Kursachsen unter seine vier Söhne festgelegt. Dadurch entstanden die Sekundogenitur-Herzogtümer Sachsen-Merseburg, Sachsen-Weißenfels und Sachsen-Zeitz. Damit entstand folgende Erbfolge: der älteste Sohn, der spätere Großvater Augusts des Starkens, übernahm die Erblande sowie die Kurwürde und verblieb damit mit seiner Residenz in Dresden. Der jüngste Sohn, Moritz, übernahm 1653 zunächst die Administration über das Stift Naumburg-Zeitz. 1656 verstarb sein Vater und er übernahm, gemäß dem Testament, die Regierung des Herzogtums Sachsen-Zeitz.

Auf den Grundmauern der zerstörten Bischofsburg wurde, unter Leitung des fürstlich-sächsischen Landbaumeisters Moritz Richter (* 1620; † 1667), später von seinem Sohn Johann Moritz Richter, die barocke Residenz Moritzburg an der Elster erbaut. Die Bauzeit betrug 21 Jahre, vom 19. März 1657 bis 1678. Weiterhin wurde in dieser Zeit viele barocke Bauwerke errichtet, die noch heute das Stadtbild prägen. Das Palais Brühl 11 wurde von Veit Ludwig von Seckendorff bewohnt, der Kanzler unter Herzog Moritz war. Er ließ das Gebäude im barocken Stil umbauen und erweitern.

1718 starb der einzige Sohn Herzog Moritz', Herzog Moritz Wilhelm. Damit fiel, nach nur 69 Jahren, gemäß den Auflagen des Testaments Johann Georgs I., das Herzogtum Sachsen-Zeitz an das Kurhaus Dresden zurück.

Zeit der Industrialisierung

Nach den Napoleonischen Kriegen kam auf Beschluss des Wiener Kongresses 1814/15 fast das gesamte Stiftsgebiet an Preußen. Zeitz wird Sitz eines preußischen Landkreises.

1843 wurde die erste Dampfmaschine in Betrieb genommen, und 1855 die Zeitzer Eisengießerei und Maschinenfabrik AG (ZEMAG) gegründet, die sich mit Braunkohleveredlungsverfahren und dafür den Bau von Tellertrocknern, Brikettpressen und Verladeanlagen befasste, denn um die Stadt Zeitz herum befand sich ein Gürtel von unzähligen Braunkohlengruben im Untertage- und im Tagebaubetrieb, die die Rohkohle förderten und als Brennstoff aufbereiteten.Von 1946 bis 1953 wurde der Betrieb als sowjetische Aktiengesellschaft unter sowjetischer Direktion zur Erfüllung von Reparationsleistungen geführt. Ab 1954 als VEB ZEMAG Zeitz begann eine starke Entwicklung, die dann in der Folge auch zur Produktion von Seilbaggern und Raupendrehkranen führte. 1858 wurde die Zuckerfabrik Zeitz erbaut, um in einem modernen Verfahren aus Zuckerrüben Weißzucker zu produzieren. 1859 erhielt Zeitz Anschluss an die Eisenbahn von Weißenfels nach Gera, 1872 nach Altenburg, 1873 nach Leipzig und schließlich 1879 nach Camburg. Weitere Gießereien wie die Eisen- und Stahlgießerei Kunsch in Zeitz-Rasberg und die Eisengießerei Hoffmann wurden gegründet. 1889 wurde die Brikettfabrik Herrmannschacht gegründet, die bis 1959 arbeitete und heute noch als Industriedenkmal erhalten ist und durch einen Verein gepflegt wird. Sie ist zugleich die älteste erhaltene Brikettfabrik der Welt.[2]

Ab 1904 begann in Zeitz der zügige Ausbau einer Elektroenergieversorgung auf der Basis eines zunächst 220-/440-Volt-Dreileiter-Gleichstromnetzes, welches eine Modernisierung der Antriebe in Industrie und Handwerk sowie viele Unternehmensneugründungen zur Folge hatte. Die Zeitzer Klavierindustrie mit zeitweise 30 verschiedenen Fabriken hatte einen großen Bekanntheitsgrad. Die bekanntesten waren Wünsch&Pretzsch, Liebig, Hoelling&Spangenberg, Krietzsch und Homberg. Daneben wurden bei den Firmen Fahr und Schneider&Heysel Tonmöbel, bei der Firma Pucklitzsch Kunstmöbel und bei der Firma Clingestein Furniere für die Klaviere und Möbel hergestellt.

Auch die Zeitzer Holzwaren- und Kinderwagenindustrie wurde über die Stadt hinaus bekannt. Bedeutend war in der Zeit der Bildung dieses Industriezweiges der Stellmachermeister Ernst Albert Naether, der die Firma E. A. Naether gründete. Weitere Firmen dieses Industriezweiges in Zeitz waren Opel, Saxonia, Feiner, Germania, Gärtner, Pfeifer und Phönix. Die Räderfertigung erfolgte durch die Firma Scharre. Nach 1945 wurde nach Alliiertenrecht die Firma Naether enteignet und durch Beschluss der damaligen Regierungsstellen der DDR die VVB Kinderfahrzeuge aus den Firmen Naether, Opel, Saxonia und Feiner gebildet. Aus dieser ging in der weiteren Entwicklung der VEB ZEKIWA hervor, der ein bedeutender Exportbetrieb in Zeitz wurde. Die große Nachfrage nach Batterien zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde von der Batterieelementefabrik Uhrbach und von der Batterie- und Rückstrahlerfabrik Etzold&Baeßler gestillt. Metallwaren stellte die Metallwarenfabrik Bescherer her, die auch mit ihrer Dampfmaschine eine Drahtseilbahn am Wendischen Berg in Zeitz antrieb. Diese Drahtseilbahn transportierte mit den zwei gegenläufigen Wagen die Fuhrwerke und Personen den Berg mit einer Steigung von 9,6 % hinauf in die Oberstadt oder hinunter in die Unterstadt. Sie war zu ihrer Zeit eine Sensation in Deutschland; Konstruktion und Bau wurden von dem Zeitzer Baumeister Tretrop ausgeführt. Kesselbau wurde von der Firma Kesselbau Schumann betrieben, die Firma Göcker stellte Werkzeugmaschinen her. Lederwarenfabrikation betrieben die Firma Scholle und die Firma Moll.

Lebensmittelbetriebe waren die Unternehmen Emmerling Teigwaren (Herstellung von Nudelteigwaren) und Fröhlich (Konservierung von Gemüse und Herstellung von Essigessenz). Aus einer Vielzahl von Bierbrauereien ging die Brauerei Oettler als größte und modernste Brauerei hervor, die auch der Konkurrenz der Köstritzer Schwarzbierbrauerei und der Riebeck-Brauerei aus Leipzig im Kampf um den Zeitzer Biermarkt standhielt. Süßwarenherstellung betrieben die Betriebe Oehler und Oehmig & Weidlich. Die Firma Oehler wurde nach 1952 in VEB Zetti übergeführt und erreichte einen großen Bekanntheitsgrad in Europa. Die Firma Thieme stellte Seifen her. Nach 1952 in VEB Zitza umbenannt, wurde der Betrieb mit Haartönungsprodukten im Ostblock bekannt. Farben und Lacke wurden von der Firma Hugo Lenssen produziert. Ihre Erzeugnisse fanden auch als Anstriche der deutschen Luftschiffe Verwendung, aus diesem Grunde gab es auch mehrfach Zwischenlandungen eines Graf-Zeppelin-Luftschiffes auf dem Feld an der Wilhelmshöhe.

Die wahrscheinlich älteste Firma in Zeitz ist die Stoff-und Kattundruckerei Scheube&Brehme, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Besitz der Familien war und bis 1972 privat und nach der Verstaatlichung durch die DDR als VEB Wäscheunion bis 1990 produzierte. Wäschedrucke in modernen Druckverfahren waren ein Exportartikel besonders in das westliche Ausland.

NS-Zeit

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden 1934/35 im Gewandhaus, in dem die Gestapo ihren Sitz hatte, politische Gegner aus den Arbeiterorganisationen sowie unliebsame Kritiker des Regimes interniert und mißhandelt. In den Jahren 1937/38 wurde im Nordosten von Zeitz vom BRABAG-Konzern ein Hydrierwerk zur Herstellung von Treibstoffen in Vorbereitung des von der NS-Regierung geplanten Weltkrieges gebaut. Während der NS-Diktatur wurde in Rehmsdorf und Gleina (beide bei Zeitz) das Außenlager Wille eingerichtet, das dem Konzentrationslagers Buchenwald unterstellt war. Von dort wurden allein in den vier Hydrieranlagen der Brabag von Ende Mai bis Oktober 1944 nahezu 10.000 KZ-Häftlinge eingesetzt, um die Zerstörungen der alliierten Bombenangriffe zu beseitigen und so die Produktion wieder anzufahren. Die meisten von ihnen waren ungarische Juden, unter ihnen Imre Kertész, der im Brabag-Werk in Tröglitz arbeitete. Zivile Ingenieure der Unternehmen, die so genannten „Werksbeauftragten“, koordinierten die Arbeit der Häftlinge am Ort. Eine Produktion konnte aber kaum noch durchgeführt werden, da diese kriegswichtige Produktion durch immer wieder neue Bombenangriffe der alliierten Bomberverbände unterbunden wurde. Der Literaturnobelpreisträger Imre Kertész selbst schildert seine damaligen Erfahrungen in seinem autobiographischen Werk „Roman eines Schicksallosen“. Bei den Bombenangriffen auf das Hydrierwerk durften die eingesetzten KZ-Häftlinge die Schutzanlagen (Bunker) nicht betreten (die Schutzanlagen waren nur den zivilen Beschäftigen und den Wachmannschaften vorbehalten),was immer wieder zahllose Opfer forderte. Die Angriffe der Bomberverbände trafen auch viele Häuser in der Stadt Zeitz durch Bombenfehlabwürfe, wenn die Nebelschwaden der Nebelbatterien zur Tarnung des Hydrierwerkes durch den fehlenden Wind auch die Stadt Zeitz verhüllten und diese dadurch ebenfalls zum Ziel der Bomben machten. In der Stadt Zeitz, in den Orten Alt-Tröglitz, Rehmsdorf, Torna, Göbitz und Könderitz waren hohe Sachschäden und viele Todesopfer die Folge.

DDR-Zeit

1950 wurde die seit 1901 kreisfreie Stadt Zeitz in den Kreis Zeitz eingegliedert, der ab 1952 dem neu gegründeten Bezirk Halle angehörte. Bis 1989/90 bildete die Stadt einen industriellen Mittelpunkt. Ab Mitte der 1950er Jahre entstanden in der Stadt zahlreiche Neubaugebiete, wie der Stadtteil Völkerfreundschaft. Mitte der 1960er Jahre begann die Erschließung des Wohnbaugebietes Zeitz-Ost, der erste Stadtteil mit Fernheizung aus einem zentralen Heizwerk.

Parallel zu der verordneten Baupolitik der Staatsführung der DDR verfiel die Zeitzer Altstadt zunehmend in einem nicht mehr denkmalpflegerisch zu vertretenden Maß. Ein Prozess, der seit den frühen 1970er Jahren bis 1990 seinen Höhepunkt mit Flächenabbrüchen erreichte. Mittelalterlich geprägte Straßen wie der Brühl, die Rothe- und Scharrenstraße, das „Wochenbett“ zwischen Brühl und Steinstraße, die Domherrenstraße und die Besenstraße wurden fast vollständig ihrer historischen Bausubstanz beraubt und sind heute nur noch als Fragment erhalten und stellen einen massiven städtebaulichen Missstand dar.

Am 18. August 1976 verbrannte sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz aus Protest gegen das System in der DDR und die Politik der evangelischen Kirche in der DDR zur Staatsführung öffentlich vor der Michaeliskirche. Sein Freitod führte zu einem Umdenken der Kirchenführung, in einem Hirtenbrief wurden danach neue kritische Standpunkte der evangelischen Kirche gegenüber der DDR-Staatsführung in allen Gemeinden verlesen. Zum Gedenken an Oskar Brüsewitz steht vor der Michaeliskirche seit 1990 eine Gedenksäule.

Nachwendezeit

Die Deindustrialisierung nach der Wiedervereinigung überstand von den hier genannten Firmen lediglich die Zeitzer Zuckerfabrik. (Stand 2008) Durch diesen Strukturwandel kam es ab 1990 zu einem massiven Beschäftigungsverlust. Die Stadt verlor mehr als ein Viertel ihrer Einwohner. Die Sozialstruktur ist in Zeitz durch hohe Arbeitslosigkeit gekennzeichnet.

1994 wurde der Kreis Zeitz Teil des neuen Burgenlandkreises, wodurch die ortsansässige Kreisverwaltung aufgelöst wurde. 1996 entstand auf dem Gebiet des historischen Stadtteils Domfreiheit, der von Flächenabbrüchen der Jahre 1972 bis 1988 geprägt war, das „Brühl-Center“ mit Kino und verschiedenen Verkaufseinrichtungen.

Die Stadt Zeitz war 2004 Ausrichter der 1. Landesgartenschau Sachsen-Anhalts. Deshalb wurde die gesamte Anlage und der Schlosspark um die Moritzburg neu gestaltet und die einstige ehemalige herzogliche Orangerie in der Schloßstraße saniert und rekonstruiert. Industrieruinen wie die ehemalige Brauerei Oettler und der ehemalige Zeitzer Betriebsteil des VEB Wäscheunion Mittweida sowie Wohngebäude innerhalb des Landesgartenschau-Areals wurden abgerissen. Das Gelände wird heute als Schlosspark Moritzburg für Veranstaltungen und Konzerte genutzt. Weitere Zeitzer Sehenswürdigkeiten, die im Vorfeld der Landesgartenschau saniert wurden, sind: das Albrecht´sche Palais von 1782/83, das Badehaus, die Ölmühle sowie das barocke Gerberhaus Nikolaistraße 6, das zugleich letzter baulicher Zeuge des einstigen Altstadtviertels Klein-Venedig am Mühlgraben ist.

Durch den fortschreitenden Einwohnerrückgang werden im Rahmen des Stadtumbaus Ost Wohnblöcke, die in Plattenbaumontage im Stadtteil Zeitz Ost errichtet wurden, aber auch Gebäude aus gründerzeitlichen Stadtvierteln verstärkt abgerissen.

Oberbürgermeister der Stadt Zeitz war von 1990 bis 2008 Dieter Kmietczyk, geboren 1949, der 1989/90 aus der Bürgerbewegung gegen die bestehenden Verhältnisse in der DDR hervorging. Bei der Wahl zum Oberbürgermeister 2008 unterlag Dieter Kmietczyk seinem Mitbewerber Ulf Altmann (CDU).

Trotz zahlreicher Sanierungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen im Altstadtbereich nach 1990 ist das Gesamtbild der Zeitzer Altstadt weiterhin von stadtbildprägenden Abrissflächen und Ruinen gekennzeichnet, die sich vor allem im Übergang zwischen Unter- und Oberstadt befinden. In ihrer Bausubstanz stark beeinträchtigte oder gefährdete Altstadtviertel sind der Brühl, die Rothe- und Scharrenstraße, die Rahnestraße mit ihren Häusern aus mehreren Jahrhunderten, aber auch die Kalkstraße und der Nikolaiplatz. Der durch Verfall und unsachgemäße Eingriffe in die Denkmalsubstanz seit Jahren stark gefährdete Barockbau Nikolaiplatz 9, ein Gebäude mittelalterlichen Ursprungs mit Kreuzgratgewölbe, das in der Zeit des Zeitzer Herzogtums um 1680 sein heutiges Aussehen erhielt, beherbergte im 19. Jahrhundert das Zeitzer Inquisitoriat,im 20.Jahrhundert das Cafe Weitze und stellt zugleich die städtebauliche Eingangssituation für die Auffahrt zur Zeitzer Oberstadt dar.

Ein historisches Gebäude der Altstadt Zeitz, das zwar denkmalpflegerisch umsorgt wird, aber in seiner umfassenden Sanierung und Rekonstruktion noch nicht fertig gestellt wurde, ist der aufwändige Renaissancebau Rahnestr. 16 (im Volksmund „Baenschhaus“), der einer dendrochronologischen Untersuchung zufolge um 1565 entstand und zurzeit nur als notgesichert vor weiterem Verfall gilt.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1831 bis 1933

  • 1831 - 9.769
  • 1875 - 16.480
  • 1880 - 18.265
  • 1885 - 19.797
  • 1890 - 21.680
  • 1925 - 34.590
  • 1933 - 35.604

1939 bis 1995

  • 1939 - 36.229
  • 1946 - 39.581 *
  • 1950 - 46.762 **
  • 1960 - 45.142
  • 1981 - 44.031
  • 1984 - 43.454
  • 1995 - 36.195

1997 bis 2006

  • 1997 - 34.560
  • 2000 - 32.227
  • 2001 - 31.296
  • 2002 - 30.717
  • 2003 - 30.090
  • 2006 - 28.117

* 29. Oktober
** 31. August

Gedenkstätten

Politik

Wappen

Das Wappen der Stadt zeigt: In blau den Erzengel Michael in silberner Rüstung auf dem Drachen stehend; mit der Rechten schwingt er das Schwert, mit der Linken hält er einen silbernen Schild, darin ein rotes Kreuz, rechts neben ihm schwebt ein Schild, darin in rot schräg gekreuzt ein mit der Spitze abwärts gelegtes Schwert und ein mit dem Bart abwärts gekehrter silberner Schlüssel.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Museen

Sport

Der Fußballverein 1. FC Zeitz stand 1963 in der DDR unter der Bezeichnung BSG Chemie Zeitz im Finale des FDGB-Pokal. Aktuell spielt der 1. FC Zeitz in der Landesliga.

Bekannte Zeitzer Fußballspieler, die auch in der DDR-Nationalmannschaft spielten, waren Manfred Kaiser (in den 1950er Jahren) und Bernd Bauchspieß (in den 1960er Jahren). Der bekannteste Fußballer der Stadt ist derzeit Jörg Böhme, der beim FC Schalke 04 zum Nationalspieler wurde und mit der Deutschen Fußballnationalmannschaft 2002 Vizeweltmeister wurde.

Des Weiteren ist Zeitz Heimat von vielen Vereinen und bietet ein vielfältiges Breitensportangebot. Neben Tennisanlagen, verschiedenen Sportstadien und Schwimmmöglichkeiten gibt es Turn- und Fitnesseinrichtungen sowie Reit- und Schießanlagen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bekannt ist die Stadt für die Schokoladenfabrik Zetti (u. a. Knusperflocken und Bambina) und die Kinderwagen der Firma Zekiwa, die allerdings nicht mehr in Zeitz produziert werden. Die Zuckerverarbeitung der Südzucker AG, die 1993 anstelle der seit 1858 bestehenden Zuckerfabrik Zeitz neu gebaut wurde, zählt zu den modernsten Zuckerverarbeitungsanlagen Europas. Die Kraft-und Wärmeerzeugung in diesem Unternehmen erfolgt auf der Basis einer Rohbraunkohlenfeuerung in einem modernen Wirbelschicht-Dampferzeuger. Die Rohbraunkohle wird aus den nahe gelegenen Tagebauen der MIBRAG angeliefert.

Die Südzucker Bioethanol GmbH hat im April 2005 am Standort Zeitz die größte Bioethanolanlage Europas in Betrieb genommen. Jährlich werden dort aus 700.000 t Weizen 260.000 m³ Bioethanol produziert. Darüber hinaus werden rund. 260.000 t des Eiweißfuttermittels DDGS produziert, das vorwiegend an die Mischfutterindustrie abgesetzt wird. Zusätzlich werden jährlich rund 30.000 MWh Strom in das öffentliche Netz eingespeist.

Verkehr

Zeitz liegt am Kreuzungspunkt der Bundesstraße 2 (LeipzigGera) mit den Bundesstraßen 91 (Zeitz−Weißenfels) und 180 (NaumburgAltenburg). Weitere Straßen verbinden Zeitz mit Droyßig, Crossen, Breitenbach, Tröglitz und Könderitz.

Zeitz liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Gera–Saalfeld. Weitere Bahnstrecken führen nach Weißenfels, Naumburg, Altenburg (Reisezugbedienung eingestellt) und Camburg (stillgelegt).

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

Quellen

  1. Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961-1990
  2. Homepage des Mitteldeutschen Umwelt- & Technikparks e.V. Zeitz über den Herrmanschacht