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Prominententransport

Der verhöhnende Begriff Prominententransport wurde von den Nationalsozialisten geprägt, als am 1. April 1938 zum ersten Mal österreichische Gefangene, meist Prominente, von Wien in das KZ Dachau gebracht wurden.

Diese erste Gruppe von 151 Personen bestand aus bekannten Politikern, Gegnern des nationalsozialistischen Regimes, Christlichsozialen, Monarchisten, Sozialdemokraten und Kommunisten. Etwa ein Drittel von ihnen war jüdischer Religion oder Abstammung. Zum ersten Transport gehörten Wiens Ständestaats-Bürgermeister Richard Schmitz, der spätere Gewerkschaftsbund-Präsident Franz Olah, der Schriftsteller Raoul Auernheimer und der Librettist Fritz Löhner-Beda.[1]

Am 31. Mai und am 3. Juni 1938 erfolgten weitere Gefangenentransporte aus Österreich. Im Zuge der Novemberpogrome 1938 wurden 3.700 jüdische Österreicher von Wien aus in das KZ Dachau deportiert, die meisten aber unter der Auflage, Deutschland zu verlassen, bald wieder entlassen. Während es 1938 und 1939 noch Entlassungen von jüdischen KZ-Häftlingen gab, wenn sie Einreisedokumente für andere Länder vorlegen konnten, setzte nach dem Kriegsbeginn im KZ Buchenwald ein permanentes Morden an jüdischen Deutschen und Österreichern ein.

Siehe auch

Quellen

  1. Abbildung der Transportliste (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)