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Joseph Johann von Littrow

Joseph Johann von Littrow (in der Literatur auch als Johann Josef Littrow angegeben) (* 13. März 1781 in Bischofteinitz in Böhmen; † 30. November 1840 in Wien) war ein österreichischer Astronom.

Littrow studierte ab 1799 in Prag Rechtswissenschaften und Theologie und wurde ab 1803 Erzieher der jungen Grafen J. Renard auf deren Gütern in Schlesien. 1807 wurde er Professor für Astronomie an der Universität von Krakau. 1810 ging er nach Kasan, wo er eine Sternwarte gründete. 1816 wechselte als Mitdirektor zur Sternwarte nach Budapest. 1819 übernahm er eine Professor für Astronomie an der Universität Wien und wurde Direktor der ersten Universitätssternwarte Wien, die er vollständig reorganisierte. Er regte den Bau einer neuen Sternwarte an. Diese Vorhaben wurde von seinem Sohn Karl Ludwig umgesetzt.

1836 wurde Littrow durch Kaiser Ferdinand I. in den erblichen österreichischen Adelstand erhoben, womit auch seine Söhne Karl Ludwig und Heinrich sowie deren elf Brüder dem Adel angehörten.

Littrow entfaltete eine sehr fruchtbare Tätigkeit als Lehrer; durch seine theoretischen Untersuchungen veranlasste er Plößl zur Ausführung der dialytischen Fernrohre. Littrow war auch eine Autorität auf dem Gebiet der Versorgungsanstalten. Seine wissenschaftlichen Aufsätze erschienen gesammelt als "Vermischte Schriften" (Stuttgart 1846, mit Biographie). Von seinen zahlreichen Schriften machten ihn namentlich seine populären Vorträge über Sternkunde, die er in der "Wiener Zeitschrift für Kunst und Litteratur" mitteilte, bekannt.

Littrow starb am 30. November 1840 im Alter von 59 Jahren. Zu seinem Gedenken wurden auf dem Erdmond ein Impaktkrater im Mare Serenitatis sowie ein System von Rillen (Rimae) benannt. In der Nähe dieses Littrow-Kraters landeten 1972 zwei Astronauten der Apollo 17-Mission.

Werke (Auswahl)

Siehe auch

Joseph Johann von Littrow. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 19, Leipzig 1884, S. 1.

Personendaten
Littrow, Joseph Johann von
österreichischer Astronom
13. März 1781
Bischofteinitz, Böhmen
30. November 1840
Wien