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Tanzlehrer

Tanzlehrer ist die Bezeichnung für jemanden, der Tanz unterrichtet. Heute nennt man vor allem Personen so, die in einer Tanzschule den Gesellschaftstanz lehren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Adel, der bis mindestens 1918 (dem endgültigen Untergang des Ancien Régime) die gesellschaftliche Oberschicht darstellte, hatte private Tanzlehrer, weil der Tanz zu den standesgemäßen Umgangsformen gehörte. Dieser Beruf wurde im 17. und 18. Jahrhundert noch von reisenden berühmten Tänzern und, für die weniger vermögenden Bürger, vom Fahrenden Volk ausgeübt.

Eine veraltete Bezeichnung für diese Funktion ist Tanzmeister. An großen Höfen gab es fest angestellte Tanzmeister. Der Tanzmeister musste nicht nur unterrichten, sondern auch Bewegungsabläufe von Festen und Zeremonien oder Kontratänze auf Bällen arrangieren. Am Theater war er zugleich der Ballettmeister und Choreograf.

Ausbildung

Deutschland

In Deutschland zählt der Tanzlehrer zu den freien Berufen, d. h. jeder darf sich ohne Ausbildung Tanzlehrer nennen und eine Tanzschule eröffnen. Sowohl ADTV als auch BDT, die zwei Berufsorganisationen der Tanzlehrer in Deutschland, bieten jedoch eine Ausbildung zum Tanzlehrer (Gesellschaftstanz) im Rahmen des Berufsbildungsgesetz an. Allerdings unterscheiden sich Lehrinhalte und Prüfungsordnungen der beiden Verbände in vielen Details. Zudem erkennt der ADTV die Ausbildung des BDT nicht an (umgekehrt ist es jedoch kein Problem).

Voraussetzung für die Ausbildung zum Tanzlehrer sind eine abgeschlossene Schulausbildung und der Abschluss des 18. Lebensjahrs. Der ADTV verlangt weiterhin ein polizeiliches Führungszeugnis und ein ärztliches Gesundheitszeugnis. Die Ausbildung im ADTV dauert drei Jahre. Es gibt noch weitere Fortbildungen wie z. B. zum „Kindertanzlehrer ADTV“ oder „Tanzsportlehrer ADTV“. Die frühere Trennung der Ausbildung zwischen „Assistenztanzlehrer ADTV“ (darf unterrichten) und „Tanzlehrer ADTV“ (darf sich selbstständig machen) gibt es nicht mehr.

Die Ausbildung zum „BDT Tanzlehrer“ dauert ebenfalls drei Jahre. Auch hier gibt es Fortbildungsmöglichkeiten, z. B. zum „BDT Aerobic Instructor“ oder zum „BDT Rückenschultrainer“ (in Zusammenarbeit mit der AOK).

Die Tätigkeit des/der Tanzlehrer/in ist in Deutschland noch nicht als Ausbildungsberuf anerkannt.

Schweiz

Auch in der Schweiz ist die Tanzlehrer-Ausbildung nicht gesetzlich geregelt. Tatsächlich gibt es wohl noch nicht mal eine klare Ausbildungsordnung. Im Wesentlichen müssen drei Etappen-Prüfungen vor der Schweizer Tanzlehrervereinigung SwissDance abgelegt und bestanden werden, wie man den Prüfungsstoff lernt, ist Sache des Schülers. Dies kann z. B. im Rahmen eines Lehrvertrags mit einer Tanzschule oder auch durch Privatstunden geschehen.

Österreich

In Österreich dauert die Ausbildung zum VTÖ-Tanzlehrer drei Jahre mit anschließender staatlicher Prüfung. Die praktische Ausbildung erfolgt in einer VTÖ-Tanzschule, hinzu kommt einmal monatlich theoretischer Unterricht in der Ausbildungschule des VTW (Verbandes der Tanzlehrer Wiens).

Siehe auch