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Julie Bimbach

Julie Bimbach gehörte zu den ersten Autorinnen von Kochbüchern für Kinder im 19. Jahrhundert.

Die Lebensdaten von Julie Bimbach sind unbekannt. Das Kochbüchlein für die Puppenküche, mit dem sie berühmt wurde, erschien zum ersten Mal 1854 bei Raw in Nürnberg. Es gilt als das erste Puppenkochbuch in Deutschland. Das Puppenkochbuch von Christine Charlotte Riedl erschien im selben Jahr, dasjenige von Henriette Davidis wurde zwei Jahre später veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

Kochbüchlein für die Puppenküche

Zur Entstehungsgeschichte des Kochbuches erzählte Julie Bimbach: „Der herannahende Weihnachtsabend gab mir Veranlassung zu diesem Kochbüchlein. Es war bereits ein großer Kochofen für meine Mädchen von der fernen Großmutter eingetroffen, und als ich die geräumigen Gefäße mit der hübschen Weingeistlampe einige Zeit betrachtet hatte, faßte ich den Gedanken, ein Kochbüchlein zu schreiben, mit dessen Hülfe die Kinder spielend die ersten Anweisungen zur Kochkunst erhalten könnten.[1] Bevor es zur gedruckten Fassung des Kochbüchleins kam, verbreitete sich das handschriftliche Puppenkochbuch in Julie Bimbachs Freundeskreis und wurde vielfach abgeschrieben. Das Kochbüchlein erlebte insgesamt 37 Auflagen und wurde bis 1930 aufgelegt. 1859 erschien ein Fortsetzungsband, der bis 1900 sechsmal aufgelegt wurde.

Auf 62 Seiten enthielt das Kochbüchlein Rezepte, aber auch ganze Menüvorschläge. Die Rezepte waren „verkleinerte“ Versionen des Kochbuches von Friederike Luise Löffler. Verglichen mit dem Puppenkochbuch von Henriette Davidis sind die Kochanweisungen des Kochbüchleins relativ kompliziert und benutzen Mengenangaben, die für Kinder vermutlich eher schwierig abzumessen sind. Möglicherweise vereinfachte Henriette Davidis deshalb die Rezepte für ihr zwei Jahre später erschienenes Puppenkochbuch noch stärker und kommt so fast ganz ohne Maße aus.

Beispiel aus dem Kapitel „Suppen“:

„Bier-Suppe
Nimm eine starke Messerspitze voll Mehl, rühre es in der Pfanne mit 1/4 Mäßchen Milch glatt, vermenge damit 4 Theelöffel voll Eigelb, etwas ganzen Zimmt, 1/2 Mäßchen Bier und so viel Zucker, bis die Suppe sehr süß schmeckt und lasse sie unter beständigem Rühren bis zum Sieden kommen.“[2].

Das Puppenkochbuch war eine völlig neue Buchgattung, die schon bald sehr beliebt war und stark nachgefragt wurde. Schon zwei Jahre später war Henriette Davidis bei der Veröffentlichung ihres Puppenkochbuchs in der Lage, wegen des gebotenen Honorars zwei Verlage gegeneinander auszuspielen. Puppenkochbücher stießen in eine Marktlücke vor: in der Mitte des 19. Jahrhunderts waren Puppenherde als instruktives Mädchenspielzeug aufgekommen, die nun in immer mehr bürgerlichen Haushalten zur Weihnachtszeit aufgebaut wurden und bei den Kindern sehr beliebt waren. Um diese Herde benutzen zu können, waren die Puppenkochbücher mit ihren angepassten Mengenangaben und auf die Fähigkeiten der Kinder und die technischen Voraussetzungen der mit Spiritus beheizbaren Herde zugeschnittenen Rezepten eine ideale Ergänzung.

Ausgaben

Literatur

Anmerkungen und Nachweise

  1. Methler/Methler, S. 124.
  2. Kochbüchlein für die Puppenküche, Bd. 1, S. 9.
  3. http://www.henriette-davidis-museum.de/kinderkochbuch.html
PND: Datensatz zu Julie Bimbach bei der DNB
leer am 10.12.06
Personendaten
Bimbach, Julie
Kochbuchautorin, Köchin