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Mandora

Mandora ist der Name einer Reihe verschiedener Lauteninstrumente. In der Renaissancezeit bezeichnet der Name eine kleine, vier- oder fünfchörige Laute (Prätorius: Mandürchen, s. Abb.), die möglicherweise der Vorläufer der Mandoline gewesen ist.

Im Übergang zur Rokokozeit hingegen bezeichnet Mandora eine sechschörige Laute mit ca. 70 cm Mensur in der Stimmung F - G - c - f - a - d' oder G - A - d - g - h - e' (selten auch mit zwei oder drei weiteren Basschören). Die erstere Variante wurde in Böhmen auch Calichon oder Galichon genannt.

Kurz vor 1800 fand eine Art Ringtausch zwischen Mandora und Gitarre statt. Die Gitarre, die als Barockgitarre rückläufig gestimmt worden war (reentrant tuning: e' - h - g - d' - a), übernahm die sechste Saite und die Stimmung der Mandora (e' - h - g - d - A - G, später auch e' - h - g - d - A - E). Die Mandora dagegen übernahm von der Gitarre die inzwischen eingeführte Besaitung mit einzelnen Saiten statt Chören. Ein später Erbe dieser Entwicklung auf Seiten der Mandora war die so genannte Wandervogellaute.

Musik für die Mandora wurde in Form der Tabulatur notiert.

Komponisten

Literatur