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Alan Cox

Alan Cox (* 29. Juli 1968 in Solihull, England) ist Programmierer und einer der ersten und prominentesten Linux-Kernel-Entwickler. Heute lebt er in Swansea, Wales.

Biografie

Alan Cox begann seine Linux-Karriere, als er in der Universität von Wales in Swansea eine der ersten Netzwerkinstallationen ausführte. Aus Interesse an der freien Unix-Software begann er, den Quellcode zu lesen und fing an, Fehler zu beheben. Sein erstes eigenes Projekt im Linux-Kernel war das Networking-Subsystem, welches er vollständig neu implementierte. Seine Arbeiten am Kernel machten ihn schnell zu einem der wichtigsten Entwickler des Linux-Kernels.

Durch seine gute Beziehung zu Linus Torvalds und der intensiven Arbeit am Kernel wurde Alan Cox offizieller Maintainer der Kernelversionen 2.2.x. Nach Veröffentlichung dieser Version arbeitete er an den Kernelversionen 2.4.x, wo er einen eigenen Zweig betreute (durch das Kürzel „ac“ im Versionstext signiert, zum Beispiel: 2.4.13-ac1), der durch seine hohe Stabilität und Sicherheit bekannt ist.

Alan Cox

Alan Cox war lange Zeit nach Linus Torvalds der zweitwichtigste Entwickler von Linux und hatte die meiste Verantwortung bei der Entwicklung. Seit der Veröffentlichung des Kernels 2.6 nimmt er eine weniger zentrale Rolle ein, ist aber nach wie vor für einige Subsysteme des Kernels verantwortlich. Er ist vor allem für seine Kernel-Patches und seine Aktivität in den Mailinglisten bekannt. Linus Torvalds beschreibt Alan Cox scherzhaft in diesem Zitat:

Note that nobody reads every post in linux-kernel. In fact, nobody who expects to have time left over to actually do any real kernel work will read even half. Except Alan Cox, but he's actually not human, but about a thousand gnomes working in under-ground caves in Swansea. None of the individual gnomes read all the postings either, they just work together really well.

(frei übersetzt: „Man beachte, dass niemand alle Beiträge der Linux-Kernel-Mailingliste liest. Tatsache ist: Niemand, der erwartet, noch genug Zeit zu haben, um irgendwie am Kernel zu arbeiten, wird auch nur die Hälfte lesen. Ausgenommen Alan Cox; er ist aber eigentlich kein Mensch, sondern etwa tausend Gnome, die in den Höhlen Swanseas arbeiten. Die einzelnen Gnome lesen auch nicht sämtliche Beiträge, sie arbeiten einfach nur richtig gut zusammen.“)

2003 wurde Cox mit dem FSF Award ausgezeichnet. Im September 2003 zog sich Cox für ein Jahr aus der Linux-Entwicklung zurück. In dieser Zeit wollte er seinen Master of Business Administration abschließen. Zu diesem Zweck nahm er bei seinem Arbeitgeber Red Hat einen Langzeiturlaub (Sabbatical). Seit Ende 2004 ist er wieder zurück.

Über Linus Torvalds sagte er in einem Interview im März 2005: „Linus is a good developer, but is a terrible engineer. I'm sure that he'll agree with me.“ (frei übersetzt: „Linus ist ein guter Entwickler, aber ein schrecklicher Ingenieur. Ich bin mir sicher, dass er mir zustimmen wird.“)

Laut Cox sei Linus Torvalds ein guter Programmierer, verabscheue aber das Bereinigen von Fehlern und Betatests. Beide Entwickler haben unterschiedliche Vorstellungen von Linux. Während Linus Torvalds Wert auf einfache Handhabung und Pflege des Kernels legt, setzt Cox den Schwerpunkt auf Stabilität und nicht auf das „Hacken“ des Codes, nur damit er irgendwie funktioniert.

Alan Cox war, bevor er zu Red Hat kam, technischer Direktor bei cymru.net und arbeitete unter anderem auch schon für Firmen wie NTL, 3Com, Sonix und Adventure Soft.

Personendaten
Cox, Alan
Programmierer und einer der prominentesten Linux-Entwickler
29. Juli 1968
Solihull, Wales