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Diskussion:Braunschweiger Schule

Kritische Distanz? Fehlanzeige!

Leider fehlt dem Artikel (bisher) jedwede kritische Distanz in Bezug auf die „Leistungen“ der Braunschweiger Schule bzw. ihrer Vertreter. Er liest sich stattdessen wie die ultimative Lobhudelei auf diese.

Zitate:

  1. Demgegenüber waren stilistische oder regionalistische Fragen untergeordnet.
  2. Auch im Bereich des Umgangs mit historischer Bausubstanz wirkte die "Braunschweiger Schule" durch Oesterlens Lehre vom Gebundenen Kontrast prägend.
  3. Mit dem Charme des Systematischen und der Dreieinigkeit von Funktion, Konstruktion und Form vermittelte die "Braunschweiger Schule" Sicherheit in der Frage um die richtige Architektur in der Nachfolge des Dritten Reichs. Die reduktionistisch-sachliche, auch an internationalen Vorbildern orientierte Architektur der "Braunschweiger Schule" beeinflusste das Bild der deutschen Nachkriegsarchitektur nachhaltig.

Bzgl. Braunschweig fehlen u. a. Darstellungen bzw. Hinweise auf die „zweite Zerstörung“ der Stadt durch radikalen Abriss alter Bausubstanz, „Schneisenschlagen“ wie z. B. Kurt-Schumacher-Straße, Bohlweg, Lange Straße, teilweise Vernichtung des historischen Stadtgrundrisses etc., autogerechte Stadt und Bausünde (Horten u. a.) um nur weniges zu nennen. --Brunswyk 22:49, 3. Okt 2006 (CEST)

Ich kann der Kritik leider nicht ganz folgen, vielleicht auch mangels Information.
Frage Nummer eins: Sind denn die Bausünden und die zweite Zerstörung BRaunschweigs auf die Braunschweiger Schule zurückzuführen? Zur Zeit erschliesst sich mir das nicht. Horten bzw. seine Fassade ist von Prof. Eiermann, der ja nun mit der Braunschweiger Schule nichts zu tun hat lt. diesem Artikel. Die Verbindung von historischer Substanz und Modernem ist exemplarisch dargestellt anhand des Hauptgebäudes der TU.
Nächste Frage, die einer KLärung bedarf: SInd Inhalte der Autogerechten Stadt auf die Braunschweiger Schule zurückzuführen? Auch das erschliesst sich mir nicht unmittelbar, jedenfalls nicht aus WP.
Dritte Frage: Was ist denn nun der Kritikpunkt an der Formulierung der drei herausgestellten Sätze? Satz Nr. 1 beschreibt ein Architekturprogramm. Mag man dazu stehen wie man will, aber als Architekturprogrammdarstellung kennzeichnet es Inhalte, die die Vertreter der Braunschweiger Schule diesem Programm selbst gegeben haben. Es ist also keine Lobhudelei. Satz Nr. 2 könnte vielleicht etwas umformuliert werden und stärker auf die Programmatik verweisen, ggf. unter Verweis auf das TU Hauptgebäude. Bei Satz Nr. 3 muss das Wort richtige in Tüddelchen gesetzt werden. In der Tat war die Frage nach der "richtigen" Architektur eine tatsächlich gestellte Frage nach der Zeit des Nationalsozialismus, der seinerseits die Architektur ideologisch belegt hatte. Auch der sachliche Reduktionismus ist - man mag dazu stehen wie man will - keine Lobhudelei an sich, sondern programmatischer Inhalt. Vielleicht tut es auch hier eine simple Umformulierung. --UAltmann 07:00, 4. Okt 2006 (CEST)
P. S.: Man kann anhand dieses Artikels nachvollziehen, dass das Mensa-Gebäude (1962!) und das Flebbe-Gebäude (1954!) gemessen an ihrem Stil und dem, was sonst so zu ihrer jeweiligen Entstehungzeit erbaut wurde, in der Tat wegweisend waren. --UAltmann 07:08, 4. Okt 2006 (CEST)
Korrektur meinerseits:
Die von mir o. g. Zitate sollen nicht als Belege für Lobhudelei dienen, sondern auf die mE fehlende kritische Distanz bzw. Hinterfragung der Stilrichtung „Braunschweig Schule“ hinweisen und sind insofern von mir missverständlich eingesetzt worden. Deshalb nachfolgend eine Klarstellung:
Demgegenüber waren stilistische oder regionalistische Fragen untergeordnet.
Ist für mich ein reiner Euphemismus für die Tatsache, dass keine bzw. nur wenig Rücksicht auf (noch) vorhandene bauliche und/oder städte- und raumplanerische Gegebenheiten genommen wurde. S. auch 2. Zitat: … im Bereich des Umgangs mit historischer Bausubstanz …
Mit dem Charme des Systematischen und der Dreieinigkeit von Funktion, Konstruktion und Form vermittelte die "Braunschweiger Schule" Sicherheit in der Frage um die richtige Architektur in der Nachfolge des Dritten Reichs.
Hier fehlt ebenfalls jede Distanz, zudem klingt diese Passage wie eine 1:1-Kopie aus einem Architekturführer.
… beeinflusste das Bild der deutschen Nachkriegsarchitektur nachhaltig.
So kann man das natürlich auch sagen – was im Artikel noch fehlt, ist eine Darstellung der Kritik an der „Braunschweiger Schule“. Die von mir angeführten Beispiele „autogerechte Stadt“ und „Horten“ sollten dafür exemplarisch für Architekturkritik (in Braunschweig) gesehen werden – nicht aber als Ergebnis o. Ä. der Arbeit der Braunschweiger Schule. --Brunswyk 08:45, 4. Okt 2006 (CEST)
Beachte meine Überarbeitungen, ich habe da einiges relativiert. Vielleicht setzt Du einen allgemeinen Absatz darumter, der auf die negative Rezeption der Nachkriegsarchitektur allgemein verweist mit der Nennung autogerechte Stadt etc. --UAltmann 15:16, 4. Okt 2006 (CEST)

Braunschweiger Schule?

Ich höre als Braunschweiger diesen Begriff zum ersten Mal. Obwohl ich in meinem Freundeskreis mehrere Architekturstudenten habe. Das heisst nicht, dass das ein wichtiger Artikel sein kann. Ich bin zwar in die Diskussionen und Proteste um die Autogerechte Stadt (Durchbrüche durch Gausberg, Bahnhofspark, Bürgerpark..) "eingebunden gewesen, mir erschließt sich auf dem ersten Blick allerdings der Zusammenhang (noch) nicht. Wenn hier eine Zusammenhang besteht, muss er sicher hier dokumentiert werden. --LRB - (Chauki) 07:18, 4. Okt 2006 (CEST)

Ich kannte diesen Begriff auch nicht, was wiederum beweist, dass die Braunschweiger Schule als Begriff sooo bahnbrechend nicht gewesen sein kann. Es hat die Braunschweiger Schule zwar als Begriff durchaus gegeben , es hat sogar eine Veröffentlichung gegeben, die offensichtlich diesen Begriff geprägt hat. Offensichtlich gab es aber so viele von dem Neuen Bauen abgeleitete Architekturprogramme, die der Braunschweiger Schule durchaus ähnlich, wenn nicht gleich waren und daher diesen Begriff wohl ein wenig überlagert haben... --UAltmann 10:06, 6. Okt 2006 (CEST)

Steht ja im Artikel
„Bei der "Braunschweiger Schule" handelt es sich um keinen offiziellen Begriff, sondern um eine Bezeichnung für die schulbildende Wirkung der Braunschweiger Architekturlehre in der Nachkriegszeit.“
Ist wahrscheinlich eine Eigenschöpfung der braunschweiger Architekten – das Kind brauchte ja schließlich einen Namen und außerdem musste man sich auch noch vom Rest der Welt irgendwie absetzten und bemerkbar machen.--Brunswyk 12:06, 6. Okt 2006 (CEST)