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Spalthaut

Als Spalthaut bezeichnet man ein Hauttransplantat zur Deckung von Hautdefekten wie Verbrennungskrankheiten, Verätzungen, chronische Geschwüren oder Wunden.

Mit dem Dermatom (als Handdermatom, Druckluftdermatom oder Elektrodermatom) oder einem Skalpell wird ein zwischen 0,2 und 0,6 mm dicker Lappen aus verschiedenen Schichten der Epidermis (Oberhaut) und Dermis (Lederhaut) abgetragen und zur Defektdeckung verwendet. Als Entnahmestelle dient typischerweise ein gesundes Hautareal am Oberschenkel oder an anderer normalerweise von Kleidung bedeckter Stelle. Voraussetzung für das Gelingen der Spalthauttransplantation ist eine infektionsfreie granulierende Wunde.

Inhaltsverzeichnis

Mesh graft

Müssen größere Defekte gedeckt werden, kann das gewonnene Transplantat mit der Technik des Mesh graft (Maschentransplantat) auf einer Messerwalze mit einem rautenförmigen Schnittmuster versehen werden und so durch die mögliche Streckung eine bis zu dreimal so große Fläche decken. Dieses Vorgehen hat gleichzeitig den Vorteil, dass Wundsekret durch die Öffnungen im Transplantat abfließen kann.

Meek graft

Ist die Deckung noch größerer Areale notwendig (z. B. bei Schwerstverbrannten), so greift man auf die Technik des Meek graft (benannt nach dem Erstbeschreiber C.P. Meek) zurück. Hierbei wird die entnommene Spalthaut auf Korkplatten aufgezogen und anschließend mit Hilfe rotierender Klingen in zirka 2x2 Millimeter große Quadrate geschnitten. Diese werden auf spezielle einmal dehnbare Textilien aufgebracht und dann bis zu einem Verhältnis von maximal 1:6 auseinandergezogen. Diese Textilunterlagen werden dann auf die Wunde aufgebracht und verankert.

Weiterbehandlung

Nach anfänglicher Abdeckung der Entnahmestelle mit Vaselinverbänden oder ähnlichem kann die infektionsfreie Wunde an der Luft getrocknet werden und wie eine tiefe Schürfwunde weiterbehandelt werden. Bewährt hat sich auch das komplette Ausschneiden nicht zu breiter Entnahmestellen und die anschließende Naht. Die verheilte Narbe ist wie nach anderen Operationen schmal und meistens kaum noch sichtbar. Bei großflächigen Entnahmestellen kann man auch eine transparente Folie nehmen wie z.B. Omniderm, die schrittweise über der nachgewachsenen Haut wieder entfernt wird. Die Verbandwechsel erübrigen sich dann fast und sind viel weniger schmerzhaft.

An der Transplantatstelle wird oft mit den Verbänden leichter Druck ausgeübt, um das Einwachsen von Gefäßen vom Granulationsgewebe auch zu erreichen. Gleichzeitig wird die Wunde für einige Tage ruhiggestellt um störende Bewegungen zwischen Transplantat und Wundgrund zu vermeiden. Seit wenigen Jahren kommt auch die Vakuumtherapie zum Einsatz um durch das Andrücken des Transplantates an die Empfänerstelle und Förderung der Granulation das Anheilen zu verbessern.

Komplikationen

Wird das Transplantat abgestoßen, ist häufig eine Infektion die Ursache. Heilungsstörungen entstehen auch bei schlechter lokaler Durchblutung und wenn das Spalthauttransplantat nicht spannungsfrei aufgelegt ist und damit dem Wundgrund nicht ausreichend aufliegt.

Siehe auch

Ulcus cruris, Keloid, Kompartment-Syndrom

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