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Willy Metschke

Willy Metschke war ein Berliner Kapellmeister.

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Wirken

Metschke trat auf dem Etikett der Homophon Co. „Homokord“ (damals noch mit „k“ geschrieben) unter dem Pseudonym Jenö Fesca, daneben aber auch noch unter dem Künstlernamen Arpád Városz auf. Dabei hat sich durch Vergleich herausgestellt, dass diese Pseudonyme komplementär verwendet wurden, indem Aufnahmen auf 25-cm-Platten unter Arpád Városz, die 30-cm-Ausgaben aber unter Jenö Fesca erschienen. Die Werbung der Firma stellte diese Kunstfiguren als real dar und warb in schwärmerischen Worten vom „einschmeichelnden warmen Ton und straffen Rhythmus“ der Darbietungen.[1]

Metschke spielte Geige und leitete schon vor dem Ersten Weltkrieg in Berlin zeitgemäße Tanzkapellen, zum Beispiel im Berliner Tanz-Palast Libelle, wovon noch Homokord-Etiketten mit dieser Aufschrift Zeugnis geben. In den 1920er-Jahren gab es neben dem damals üblichen Tanzmusik-Repertoir mit Walzern von Strauß und Waldteufel auch „jazzige“ Einspielungen von Fescas Kapelle[2]

Wie auch bei anderen Schallplattenfirmen, beispielsweise bei Lindströms „Parlophon“-Etikett, war es auch bei der Homophon Co. zu der Zeit Brauch, das der Künstler in das noch weiche Aufnahmewachs seine Signatur schrieb; diese wurde dann mitgepreßt und der Käufer erhielt eine „signierte“ Schallplatte mit dem Namenszug seines Lieblingskünstlers. Dies wurde auch bei „Jenö Fesca“ praktiziert.

Willy Metschke spielte als „Jenö Fesca“ außer bei Homokord auch noch bei VOX bis zum Ende der 1920er-Jahre Platten ein.

Nach 1930 konnte man ihn auf KRISTALL-Schallplatten hören.

Ausgewählte Aufnahmen

Diskografie siehe pdf-Datei [3]

Literatur

Quellen

  1. Phonographische Zeitschrift (Fachblatt für den Schallplatten- und Sprechmaschinenhandel, 1902 bis 1938), Berlin, Verlag Rothgiesser & Diesing, Jg. 1923: „Arpád Városz, Künstlerkapelle. Aufnahmen der neuesten Schlager mit jenem einschmeichelnden warmen Ton und straffen Rhythmus, der unwillkürlich zum Tanze verlockt. Die technische Wiedergabe ist so vollendet, daß man nicht Musikplatten, sondern die Kapelle selbst zu hören glaubt“
  2. Zum Beispiel Blackin’ blues (Foxtrot, LaPorte & Nathanson) / Shanghai (Foxtrot, Horatio Nicholls): Homocord B. 8628, 30 cm, Kapelle Jenö Fesca
  3. Diskografie pdf-Datei

Hörbeispiel

Personendaten
Metschke, Willy
Vesca, Jenö (Pseudonym); Városz, Arpád (Pseudonym)
deutscher Kapellmeister