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Paul Goesch

Paul Goesch (* 30. August 1885 in Schwerin; † 5. September 1940 in Hartheim bei Linz) war ein Maler und Architekt.

Leben

Goesch verbrachte seine Kindheit in Schwerin und Berlin-Schöneberg. In den Jahren 1903 bis 1910 erfolgte ein Architekturstudium, 1914 legte er die Regierungsbaumeister-Prüfung in Berlin ab. Danach war er von 1915 bis 1918 im Postdienst im westpreußischen Kulm tätig.

Seit 1920 ist Paul Goesch Mitglied verschiedener avantgardistischer Künstlergruppen und beteiligt sich an Ausstellungen mit Bildern und Architekturentwürfen. So schließt er sich 1918 der Novembergruppe und der von Bruno Taut ins Leben gerufenen Künstlergemeinschaft „Gläserne Kette“ an. Mitglieder sind um 1920 unter anderen Bruno Tauts Bruder Max, Wilhelm Brückmann, Alfred Brust, Hermann Finsterlin, Jakobus Göttel, Otto Gröne, Walter Gropius, Wenzel August Hablik, Hans Hansen, Carl Krayl, die Brüder Hans und Wassili Luckhardt und Hans Scharoun.

Vor Anforderungen von Berufs- und Alltagswelt muss Paul Goesch sich Anfang der Zwanzigerjahre in den Schutz einer Anstalt in Göttingen zurückziehen, wo sein Schwager als Psychiater wirkt. 1935 wird sein Aufenthalt in die Anstalt in Teupitz in Brandenburg verlegt, da sein Schwager nationalsozialistischen Behörden durch kritische Äußerungen missliebig geworden war, strafversetzt wurde und nicht mehr für ihn sorgen konnte. Von dort verlieren sich seine Spuren in den Mordkampagnen nationalsozialistischer Ärzte und Krankenpfleger gegen Schizophreniepatienten. Am 5. September 1940 wurde Paul Goesch in der NS-Tötungsanstalt Hartheim von nationalsozialistischem Ärzte- und Pflegepersonal ermordet.

Paul Goesch hat ein außerordentlich vielschichtiges künstlerisches Werk von über 2000 Arbeiten in Malerei und Architektur hinterlassen. Dessen Rettung und Archivierung ist insbesondere den Arbeiten der Kunsthistorikerin Stefanie Poley, Köln, zu danken. Die Hamburger Kunsthalle hat allein über 200 Arbeiten im Kupferstichkabinett aufgenommen.

Literatur

Personendaten
Goesch, Paul
Maler und Architekt
30. August 1885
Schwerin
5. September 1940
Hartheim