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Ö3 Austria Top 40

Die Ö3 Austria Top 40 sind eine wöchentliche Erhebung der meistverkauften aktuellen Musiktitel. Sie sind die wichtigsten Single-Charts Österreichs. Die dazugehörige gleichnamige Hitparade wird wöchentlich auf Ö3, dem dritten Programm des Österreichischen Rundfunks, ausgestrahlt. Sendezeit ist Freitag von 19 bis 22 Uhr. Die Ö3 Austria Top 40 sind keine Airplay-Charts wie z.B. das gotv Austrian Ranking (welches das Airplay in seiner Wertung berücksichtigt), sondern Verkaufscharts – gewertet werden alle Verkäufe aus dem österreichischen Tonträgerhandel und die verkauften Download-Dateien der größten Internetportale des Landes.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Disc Parade

Am 26. November 1968 begann die Charts-Ära auf Ö3, die erste Hitparade firmierte unter dem Namen Disc Parade. Erster Moderator der wöchentlich ausgestrahlten Sendung war der spätere Ö3-Chef Ernst Grissemann. Die Sendung dauerte eine Stunde und die besten 10 Titel wurden vorgestellt. Die Wertung der Titel wurde in den Anfängen durch telefonische Nachfrage ausgesuchter österreichischer Schallplattengeschäfte ermittelt. Einmal pro Monat wurde die Euro Disc Parade gesendet. Diese war ein multinationales Projekt, bei dem die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz, Ungarn und die damalige Tschechoslowakei beteiligt waren. Moderiert wurde die Sendung unter anderem durch Ernst Grissemann, Marianne Koch, Dieter Thomas Heck und Frank Elstner.

Die Großen 10 von Ö3

Mitte 1969 übernahm Rudi Klausnitzer, auch ein späterer Ö3-Chef, die Moderation der Disc Parade. Zwei Jahre später wurde die Sendung in Die Großen 10 von Ö3 umbenannt, eine TV-Hitparade mit Udo Huber erhielt später den gleichen Namen. Nach vier Jahren, am 17. Juni 1973, übergab Klausnitzer die Sendung an den neuen Moderator Hans Leitinger. Zu dieser Zeit wurde die Wertung basierend auf durch Hörer eingesandten Postkarten errechnet. Das stellte sich als ähnlich unzuverlässig heraus, wie die zuvor aufgegebene Ermittlung durch Nachfrage bei Plattengeschäften. Die Besitzer der Plattenläden hatten Ladenhüter als Bestseller angegeben und damit die Wertung verfälscht. Fanclubs schrieben sich die Finger wund und versuchten damit die Wertung zu beeinflussen. Auf Grund der reinen Postkartenwertung kam es zu Beschwerden von Plattenfirmen, die kein Produkt in der Wertung hatten. Die Streitigkeiten führten schließlich 1976 zur Einstellung der Sendung.

Pop-Shop

Von 1976 bis 1980 gab es keine Ö3-Hitparade. Statt der Hitparade präsentierte Hans Leitinger mit der Sendung Pop-Shop einen Streifzug durch die internationale Chartlandschaft. Die Plattenindustrie begann die wöchentlichen Charts recht bald zu vermissen. Ö3 begann das Thema Charts neu zu überdenken. 1980 führte Hans Leitinger eine reformierte Ö3-Hitparade ein: Statt einer Ermittlung durch Postkarten wurde eine Mischung aus Verkauf und Hörermeinung zur Erstellung der Charts unter dem neuen Titel Hit wähl mit herangezogen.

Hit wähl mit

Hit wähl mit hat in der Sendezeit von einer Stunde, 15 Chart-Platzierungen und sechs Neuvorstellungen präsentiert. Im November 1981 bekam die Sendung wieder einen neuen Moderator, Udo Huber war für die Dauer der nächsten 16 Jahren die Stimme der österreichischen Charts. Gleichzeitig mit dem neuen Moderator wird auch die Sendung leicht verändert. Hit wähl mit wurde Sonntags gesendet, dauerte zwei Stunden lang, und hat 25 gewertete Positionen mit acht Neuvorstellungen erfasst. Die Wertung wurde durch Gewichtung der Hörer (25%), von Juroren (25%), der Plattenläden (40%) und der Industrie (10%) ermittelt. Die Industrie wurde durch den Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI Austria) repräsentiert.

Die Großen 10

Im Dezember 1982 begann für Ö3 und Udo Huber der nächste Abschnitt österreichischer Chartgeschichte. Die Großen 10 machten den Schritt ins Fernsehen. Gesendet wurde die knapp einstündige Sendung im ORF aus Diskotheken in ganz Österreich. Die Großen 10 waren neben dem Musikantenstadl die zweite österreichische Sendung, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in jungen Demokratien gastierte, 1990 in Bratislava. Nach 10 Jahren und 120 Sendungen bekommt die Sendung nach Quotenverlusten einen neuen Moderator. Dominic Heinzl übernahm die Sendung für ein Jahr, dann wurde sie eingestellt.

Ö3 Top-30

Am 12. Jänner 1990 wurde auf Ö3 die reine Verkaufshitparade eingeführt. Aus Hit wähl mit wurden die Ö3 Top-30. Die erste Nummer 1 der Verkaufshitparade wurde der Titel All Around The World von Lisa Stansfield. Am 15. September 1995 wurde die Verkaufshitparade erweitert. Statt 30 Plätze präsentierte Udo Huber die 40 meist verkauften Singles Österreichs. Die Sendezeit wurde auf drei Stunden erweitert. Die Ö3 Austria Top 40 waren entstanden. Die Verkaufsdatenerfassung als Basis für die Sendung wurde von 1990 bis Anfang 1999 durch die Urheberrechtsgesellschaft Austro Mechana durchgeführt. Seit April 1999 werden die Daten von der Firma Media Control ermittelt.

Ö3 Austria Top 40

Time to Say Goodbye“ (Sarah Brightman & Andrea Bocelli), so hieß am 10. Jänner 1997 die Nummer 3 der Ö3 Austria Top 40. Mit diesem Titel verabschiedete sich „Mr. Hitparade“ Udo Huber als langjähriger Moderator der österreichischen Hitparade. Seine Nachfolgerin wurde Martina Kaiser.

Von 1999 bis 2002 moderierten Martina Kaiser und Matthias Euler-Rolle abwechselnd die gleichnamige Fernsehshow Ö3 Austria Top 40, die die Radiosendung ergänzte. Euler-Rolle wurde auch der Nachfolger Kaisers, als diese Anfang 2002 den ORF verließ. Seit 2004 moderiert Gustav Götz die Ö3 Austria Top 40.

Ö3 Austria Top 40 im Fernsehen

Ab 2000 lief im österreichischen Fernsehen die Sendung Ö3 Austria Top 40 jeden Samstagnachmittag, moderiert von Matthias Euler-Roller und Martina Kaiser. In der Show wurden die meisten Videos der höchsten Neueinsteiger, österreichischen Songs und der Top 3 gezeigt. Anfangs lief die Sendung unter sehr guten Einschaltquoten, bis Martina Kaiser die Sendung verließ, um Sängerin zu werden. Danach lief die Ausstrahlung eine Zeit lang weiter, konnte sich schließlich aber nicht sehr lang halten.

2003 wurde arena das erste Mal ausgestrahlt. Dieses Mal moderierten nicht wie gewöhnlich von Menschen, sondern Zeichentrickfiguren die Sendung. Die Nummer Eins wurde damals durch Verkäufe und TED-Voting bestimmt. Jedoch blieb auch diese Sendung unter iheren Erwartungen, sodass sie abgesetzt wurde. Die letzte Chartsendung war play music, die knapp 8 Wochen von Boris Uran moderiert wurde. Da alle Hitparadenausstrahlungen floppten, beschloss der ORF, vorerst keine mehr auszustrahlen.

Erhebung der Charts

Die Erhebung wird von der Firma Media Control durchgeführt. Media Control vermarktet die Veröffentlichungsrechte der von ihr ermittelten Daten. Die Daten werden sowohl in Branchenzeitschriften wie Musikmarkt, als auch in populären Medien wie der Wochenzeitschrift News oder auf den Webseiten von Hitradio Ö3 veröffentlicht. Die absoluten Verkaufszahlen werden grundsätzlich nicht veröffentlicht.

Für die Charts zählen jene Verkäufe die der Konsument im Handel tätigt. Dabei werden nur die Verkäufe wesentlicher Musikgeschäfte, die bestimmte Kriterien erfüllen, bei der Charterhebung berücksichtigt. Die Daten werden wöchentlich gesammelt und elektronisch an Media Control Austria übermittelt. Verkaufte Mengen werden nicht von einer Woche in die nächste Woche übertragen. Seit 2005 werden digitale Downloads von Download-Shops wie z.B. iTunes in die Wertung miteinbezogen. Seit März 2007 werden Handy-Musikdownloads in den Charts erfasst. Seit November 2007 werden auch Titel gewertet die ausschließlich als digitaler Download verfügbar sind. Das erste Lied, das über diesen Weg zum Nummer-Eins-Hit wurde ist All Summer Long von Kid Rock.

Seit Jänner 2001 werden in Österreich jeweils 75 Single- und Longplay- sowie 20 Compilation-Positionen ermittelt. Als Detailangaben zu den Positionen wird ausgewiesen: Neueinsteiger, Re-Entry im Fall eines Wiedereinstieges, Platzierung der Vorwoche, Platzierung vor zwei Wochen, Vertriebsfirma des Produktes, Anzahl der insgesamten Wertungswochen in den Charts, Höchste erreichte Chart-Position und eine Kennzeichnung für österreichische Produktionen oder Künstler.

Siehe auch

Literatur