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Quoit

Ein Quoit ist ein Portalgrab aus der Jungsteinzeit, bei dem mehrere senkrechte Megalithen eine Deckplatte stützen. Diese Dolmen wurden im 19. Jahrhundert auch als Cromlechs bezeichnet. Anlagen dieses Typs findet man in Cornwall, Südwales und in Irland.

Der bekannteste Quoit in Cornwall ist der Lanyon Quoit, der besterhaltene der Chûn Quoit, der archäologisch interessanteste der Trethevy Quoit. Weitere kornische Quoits sind der Zennor Quoit und der Mulfra Quoit. In Wales in der Grafschaft Pembrokeshire befinden sich der Devil’s Quoit und der Kings Quoit, auf Anglesey der Arthur’s Quoit, auch bekannt als Coetan Arthur oder Din Lligwy’s Burial Chamber.

Das besondere an diesen Anlagen ist, dass alle Baulichkeiten, die aus kleineren Steinformaten und Erdaufschüttungen bestanden haben, zumeist völlig abgetragen oder einer anderen Verwendung zugeführt worden sind, so dass das ursprüngliche Aussehen nur schwer zu rekonstruieren ist. Die moderne Forschung geht aber davon aus, dass diese Anlagen nicht vollständig mit Erdreich bedeckt waren, sondern einen frei gelegten Eingangsbereich besaßen.[1]

Neuere Ausgrabungen und die Datierung der Knochenfunde zeigten, dass diese Art von Megalithanlagen im Neolithikum zwischen 3700 bis 3300 v. Chr. errichtet worden sind und über eine lange Zeit als Gemeinschaftsgräber genutzt wurden. Noch in der Bronzezeit fanden Feuerbestattungen vor oder auf diesen Anlagen statt. Die Asche wurde anschließend in Gruben oder auch Urnen beigesetzt.[2]

Auffallend ist, dass sich viele der Quoits an Orten mit einem Panoramablick über Hügel, Flüsse oder Küstenregionen befinden. Man nimmt an, dass durch die Anlage ein bestimmtes Gebiet beansprucht wurde und die Gemeinschaft in eine engere Beziehung mit dieser Gegend treten sollte. Unterstützt wurde dies wahrscheinlich mit entsprechenden mythischen Kulthandlungen und Begräbnisritualen, die sich im kollektiven Gedächtnis einprägten. Dies war erforderlich, um den Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zur Sesshaftigkeit mit domestizierten Tieren zu sichern (Neolithische Revolution).[3]

1769 erklärte William Borlase in einer Publikation erstmals die Herkunft des Begriffs Quoit: Bei der Beschreibung des Chûn Quoits führt er aus, dass die Bezeichnung auf den diskusförmigen Deckstein dieses Dolmens zurückzuführen sei, dessen Form an eine Wurfscheibe (engl. Quoit) erinnert.[4] Das Wort Quoit tritt erstmals im 14. Jahrhundert in Erscheinung, meint zunächst einen flachen Wurfstein oder Wurfring und wird auch für das gleichnamige traditionelle Wurfspiel verwendet.[5]

Einzelnachweise

  1. Barnatt John: Prehistoric Cornwall: The Ceremonial Monuments, Turnstone Press Limited 1982
  2. Barnatt John: Prehistoric Cornwall: The Ceremonial Monuments, Turnstone Press Limited 1982
  3. Gossip James: Cornwall: An Archaeological and Historical Assessment, Historic Environment Service 1999
  4. Borlase William: Antiquities Historical and Monumental of the County of Cornwall, Bowyer and Nichols, London 1769
  5. Hoad Terry: The Concise Oxford Dictionary of English Etymology, Oxford University Press 1996

Literatur