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Zominthos

Zominthos (griech. Ζώμινθος) ist eine Ortsbezeichnung auf dem Weg von Anogia zur Nidha Hochebene.

Auf knapp 1200 m Höhe ist hier ein ungewöhnlich gut erhaltenen Landgut aus spätminoischer Zeit ausgegraben worden. Die Anlage war sehr ausgedehnt (1350 m², 40 Räume allein im Erdgeschoss, teilweise mit Fresken geschmückt) und hatte eine strenge Nord-Süd-Ausrichtung. Einzigartig für das minoische Kreta ist der Fund einer großen Töpferwerkstatt. Wichtigste Erwerbsquelle war die Schafzucht, die noch heute in dieser Gegend von zentraler Bedeutung ist und damals vor allem für die Produktion von Wolle, dem damals wichtigsten Exportprodukt Kretas, wichtig war. Das Landgut gehörte zu einem Netz von etwa 50 Gütern, die sich an wirtschaftlich oder strategisch wichtigen Stellen der Insel befanden. Sie waren sehr wahrscheinlich Teil eines zentralistischen administrativen Systems, mit dem einer oder mehrere Paläste die Wirtschaft der Insel kontrollierten und die Verkehrswege sicherten.

Die Ansiedlung ist durch ein Erdbeben zerstört worden. Ob zwischen diesem Erdbeben und der Vulkaneruption von Thera ein Zusammenhang besteht, ist unklar.

Literatur

http://www.zominthos.org/