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Giuseppe Calò

Giuseppe „Pippo“ Calò (* 30. September 1931 in Palermo, Sizilien, Italien) ist ein sizilianischer Mafioso.

Leben

Giuseppe Calò wurde 1931 in Palermo geboren. Er wuchs in einem Umfeld auf, welches stark von der Mafiakultur geprägt war. Mit 23 Jahren wurde er in die Cosa Nostra aufgenommen; er wurde Mitglied der Familie von Porta Nuova, eines Stadtteils von Palermo.

Er stieg schnell in der Hierarchie der Familie auf und wurde 1969, nach dem Ende des Ersten Mafiakriegs, zum Boss der Familie. Ab Anfang der 1970er Jahre hielt er sich hauptsächlich in Rom auf, wo er Kontakte zu neo-faschistischen Terroristen, lokalen Kriminellen und auch zu Politikern knüpfte. „Pippo“ Calò wurde innerhalb der Cosa Nostra auch als ihr „Kassenwart“ angesehen, denn er kümmerte sich für viele Familien um deren illegal erworbene Gelder. Mitte der 1970er Jahre kam es innerhalb der Cosa Nostra zum Bruch zwischen ihren traditionellen Vertretern um das Bündnis Gaetano Badalamenti-Stefano Bontade-Salvatore Inzerillo und den Corleonesi, die von Luciano Liggio, Salvatore Riina und Bernardo Provenzano angeführt wurden und sich bald mit den Grecos um Michele Greco verbündeten. Calò, anfangs ein Verbündeter Stefano Bontades, ging bald zu den Corleonesi über. Viele andere Bosse folgten seinem Beispiel. Im blutigen Zweiten Mafiakrieg von 1981–1983 errangen die Corleonesi die Vorherrschaft.

Am 23. Dezember 1984 wurde der Schnellzug 904 von Neapel nach Mailand in die Luft gesprengt, dabei starben 16 Menschen, 200 wurden verletzt. Der Kronzeuge Tommaso Buscetta erklärte, dass sein Boss Pippo Calò diesen Anschlag geplant hatte und ihn von seinen Freunden aus dem neo-faschistischen Milieu ausführen ließ. Dies geschah einzig zu dem Zweck, die öffentliche Aufmerksamkeit von der Cosa Nostra abzulenken. 1985 wurde Calò in Rom verhaftet, wo er sich unter dem Namen Mario Agliarolo aufhielt. In den Maxi-Prozessen Ende 1980er Jahre wurde er zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Vom Mord am Bankier Roberto Calvi wurde er jedoch freigesprochen.

In einem Prozess 2001 sagte sich Calò öffentlich von der Cosa Nostra los und bekannte sich dazu, ehemals ihr Mitglied gewesen zu sein. Er weigerte sich jedoch, ein Pentito (Kronzeuge) zu werden.

Literatur

Personendaten
Calò, Giuseppe
Pippo Calò
italienischer Mafioso
30. September 1931
Palermo