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Hermann von Hanneken

Dieser Artikel beschreibt die Biografie des deutschen Generals Hermann von Hanneken, das Leben seines gleichnamigen Großvaters, des preußischen Generalleutnants wird unter Hermann von Hanneken (Preußen) erläutert.

Hermann Konstantin Albert Julius von Hanneken (* 5. Januar 1890 in Gotha; † 22. Juli 1981 in Herford) war ein deutscher General der Infanterie.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Er war der Sohn des königlich preußischen Oberst Hermann von Hanneken (1847-1899) und der Hertha von der Lancken (1856-1914) aus dem Haus Plüggentin auf Rügen. Hanneken heiratete in erster Ehe am 27. September 1911 in Dessau Anna-Maria Gräfin von Hacke (* 1. Januar 1892 in Torgau; † 9. November 1911 in Berlin), die Tochter des Dr. phil. Curt-Bogislav Graf von Hacke und der Margarete Hainauer. In zweiter Ehe heiratete er am 26. Juni 1915 in Berlin Celia-Cicita von Soest (* 9. Oktober 1891 in Berlin; † 27. Januar 1981 in Herford), die Tochter des Fabrikbesitzers Hermann von Soest und der Almaria Kuschke-Heinersdorf.

Leben

Ausbildung und Erster Weltkrieg

Nach der Schulung in einer Kadettenanstalt trat er 1908 mit dem Dienstgrad eines Fähnrichs in die preußische Armee ein. Ein Jahr später wurde er zum Leutnant befördert. Als Adjutant mit dem Dienstgrad eines Oberleutnants bei einem Regiment diente er 1915 im Ersten Weltkrieg. Im April 1917 wurde er zum Generalstab versetzt und 1918 zum Hauptmann befördert. Nach dem Kriege gehörte er im Jahre 1919 zu den Offizieren, die in die Reichswehr übernommen wurden.

Reichswehr

Anschließend übernahm er eine Aufgabe im Reichswehrministerium, wo er bis 1920 seinen Dienst versah. Danach wurde er von 1924 bis 1927 ins Reichswaffenamt versetzt. An 1927 leitete er ein Truppenkommando als Kompaniechef, und dieses Kommando endete 1930, als er zum Major befördert wurde. Drei Jahre später diente er im Rang eines Oberstleutnants. Ab 1935 führte er das Kommando über ein Regiment, um damit zum Oberst befördert zu werden.

Reichswirtschaftsministerium

Ein Jahr später versetzte man ihn 1936 ins Heereswaffenamt, wo er als Chef des Stabes diente. Am 3. Juli 1937 wurde er als Bevollmächtigter für die Eisen- und Stahlbeschaffung eingesetzt. Im Reichswirtschaftsministerium (RWM) ernannte man ihn am 1. September 1939 zum Leiter der Hauptabteilung II (Industrie). Im Jahre 1940 erhielt er die Dienststellung eines Unterstaatssekretärs. Im gleichen Jahr erfolgte die Beförderung zum Generalleutnant und 1941 die Ernennung zum General der Infanterie.

Als nach Kriegsbeginn es zu einer ernsten Versorgungskrise bei der Eisen- und Stahlkontigentierung kam, konnte ihn nur noch Hans Kehrl aus dieser Situation mit einem neuem System retten. Die Lieferzeiten hatten sich dramatisch erhöht, weil Hanneken über zwei Jahre mehr Bezugsscheine ausgegeben hatte, als Eisen und Stahl überhaupt geliefert werden konnte. Hans Kehrl schwieg darüber in seinen veröffentlichten Aufzeichnungen, aber sein Referent Arnold Köster hat diesen Vorgang offengelegt. Kehrl schrieb in seinen Erinnerungen, dass Hanneken entscheidungsschwach gewesen sei und ängstlich Auseinandersetzungen gemieden habe.

Kohleverknappung 1941

Als Bevollmächtigter befasste er sich auch mit Fragen der Kohleversorgung für die Eisen- und Stahlindustrie. So nahm er am 6. Juni 1941 auf der 11. Sitzung im Generalrat der Wirtschaft, der seit Dezember 1939 existierte, zu dem Problem Stellung, dass in den letzten vier Jahren der Bedarf an Kohle stärker gestiegen sei als die Förderung. Die von deutscher Kohle abhängigen europäischen Staaten würden nur noch sechzig Prozent der erforderlichen Menge erhalten. Seit April 1941 mußten die inländischen Kohlebezieher eine Senkung der Bezüge um durchschnittlich annähernd zehn Prozent hinnehmen. Dies hätte zu zahlreichen Schließungen von Betrieben oder der Einschränkung ihres Betriebes geführt. Selbst die inländischen Energieversorgungsunternehmen hätten eine Senkung des Kohleverbrauchs um die zwanzig Prozent hinnehmen müssen.

Kommando in Dänemark

Im März/April 1942 wurde Hanneken die Kompetenz über die Verteilung von Eisen und Stahl entzogen und auf die sogenannte Zentrale Planung übertragen. Im Zuge weiterer Umordnungen im RWM wurden die Aufgaben der Abteilung II weitgehends auf andere Organe übertragen, so dass Hanneken Mitte August 1942 in Urlaub ging und im folgenden Oktober aus dem RWM ausschied. Am 12. Oktober 1942 kam er als Militärbefehlshaber nach Dänemark. Im Oktober 1943 führte er mit SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei Günther Pancke die Deportierung von Juden durch. Hanneken hatte zwar Einwände dagegen erhoben, aber Alfred Jodl wies diese barsch als Geschwätz zurück.

Im Januar 1945 enthob man ihn seines Kommandos. Es wurde ihm Korruption vorgeworfen. In Kopenhagen wurde er 1948 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. In einem weiteren Verfahren sprach man ihn am 9. Mai 1949 frei.

Auszeichnungen

Literatur

PND: Datensatz zu Hermann von Hanneken bei der DNB
kein Eintrag
Personendaten
Hanneken, Hermann von
deutscher General der Infanterie
5. Januar 1890
Gotha
22. Juli 1981
Herford