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Praktica Super TL 500 und Super TL 1000

Die Modelle Praktica Super TL 500 und die Praktica Super TL 1000 gehören zur dritten Generation der von Pentacon gefertigten Spiegelreflexkameras der Marke Praktica und erschienen etwa gleichzeitig mit den Modellen der MTL-Reihe.

Die Zahl in der Produktbezeichnung weist dabei auf die kürzeste mögliche Verschlusszeit hin, die bei 1/500 bzw. 1/1000 Sekunde liegt. Diese beiden Modelle waren den MTL-Varianten sehr ähnlich, es fehlten jedoch der Selbstauslöser und die Anschlussbuchse für den externen Blitz.

Wie alle anderen Prakticas vor der Einführung des Prakticar-Bajonetts hatten auch die Super TL 500/1000 Modelle ein M42-Gewinde für den Objektivanschluss. Offenblendmessung gab es nicht, stattdessen Innebelichtungsmessung mit Abblendtaste, die ggf. auch zur Beurteilung der Schärfentiefe verwendet werden konnte, was jedoch durch die dunkle Mattscheibe mit ihren ausgeprägten Fresnel-Ringen stark erschwert wird.

So bedient man die Kamera:

Um fotografieren zu können, müssen ein 35-mm-Film eingelegt und ein passendes Objektiv aufgeschraubt sein. Das Objektiv sollte möglichst eine automatische Blende haben, damit man die Möglichkeit des Gehäuses zur automatischen Steuerung der Blende nutzen kann. Diese Eigenschaft erkennt man an einem Stift an der Rückseite des Objektivs, der die Blende schließt, wenn er etwas eingedrückt wird. Viele passende Objektive haben einen Umschalter zwischen automatischer und manueller Schließung der Blende, den man dafür auf A stellen muss.

Der Film wird hinter der klappbaren Rückwand eingelegt. Um zu prüfen, ob schon ein Film drin ist, dreht man die Rückspulkurbel einige Umdrehungen im Uhrzeigersinn. Ein Film ist dann eingelegt, wenn man dabei an einen Widerstand stößt. Falls nicht, kann man die Rückwand öffnen, indem man die Rückspulkurbel gegen einen leichten Widerstand nach oben zieht, bis die Wand aufspringt. Die Filmpatrone wird links eingelegt und die Lasche des Films in den Transportmechanismus auf der rechten Seite eingefädelt. Anschließend die Rückwand wieder schließen.

Nun muss man feststellen, ob die Kamera auslösebereit ist. Falls sie es nicht ist, wird im Sucherbild auf der linken Seite ein dreieckiges Fähnchen angezeigt. In diesem Fall muss der Film zuerst transportiert und der Verschluss gespannt werden. Dazu dient der Spannhebel rechts auf der Oberseite der Kamera. Beim Drehen des Hebels muss sich auch die Rückspulkurbel drehen. Ansonsten ist der Film nicht richtig eingefädelt und wird nicht transportiert.

Lässt sich nach einigen Auslösungen der Spannhebel nicht mehr weiter drehen und die Kamera auch nicht mehr auslösen, dann ist der Film vollständig belichtet und muss herausgenommen werden. Dazu muss zunächst auf der Unterseite der Kamera ein kleiner Stift eingedrückt werden. Anschließend lässt sich der Film mit der Rückspulkurbel in die Patrone zurück spulen. Die Kurbel lässt sich zunehmend schwergängig drehen, um dann plötzlich leichtgängig zu werden. Dann ist der Film vollständig zurückgespult und kann entnommen werden.

Um die Möglichkeit der Innenbelichtungsmessung nutzen zu können, muss eine Batterie eingelegt sein. Das ist eine Knopfzelle mit 1,35 oder 1,5 Volt, die hinter einer Münzschraube auf der Unterseite der Kamera eingelegt wird. Um beim Blick durch den Sucher die Belichtungsmessung zu aktivieren, muss man die Abblendtaste auf der Vorderseite knapp oberhalb des Auslösers nach hinten drücken. Dadurch schließt sich die Blende, das Sucherbild wird ggf. etwas dunkler und ein Zeiger auf der rechten Seite zeigt an, ob die Belichtung richtig eingestellt (o), zu dunkel (-) oder zu hell (+) ist.