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Henrietta Swan Leavitt

Henrietta Swan Leavitt (* 4. Juli 1868; † 12. Dezember 1921) war eine US-amerikanische Astronomin.

Sie wurde am 4. Juli 1868 in Massachusetts geboren. Für Astronomie interessierte sie sich bereits am College. Durch eine Krankheit wurde sie fast vollkommen taub. Trotzdem bekam sie 1885 am Harvard College Observatory eine Volontärstelle, und sieben Jahre später wurde ihr eine feste Anstellung angeboten (für 30 Cent die Stunde). Dort beobachtete und katalogisierte Leavitt variable Sterne, allein 1904 konnte sie 172 variable Sterne in der großen und 59 in der kleinen Magellanschen Wolke entdecken. Ein Jahr darauf berichtete sie von 843 neuen variablen Sternen in der kleinen Magellanschen Wolke. 1912 entdeckte Leavitt die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung bei Cepheiden. 1913 gelang Ejnar Hertzsprung dann die Bestimmung der Entfernung einiger Cepheiden der Milchstraße, womit die Entfernung zu allen Cepheiden kalibriert werden konnte. Als durch Edwin Hubble 1920 Cepheiden in anderen Galaxien wie in der Andromeda-Galaxie entdeckt wurden, konnten erstmals Entfernungen zwischen verschiedenen Galaxien bestimmt werden. Vor diesen Entdeckungen konnte man nur mit Entfernungen bis zu 100 Lichtjahren rechnen, danach stellten Distanzen bis zu 10 Millionen Lichtjahren kein Problem mehr dar.

In all den Jahren Beobachtung des Sternenhimmels konnte Leavitt vier Novae beobachten und entdeckte über 2400 neue variable Sterne. Außerdem entwickelte sie eine neue photographische Messtechnik, die 1913 internationale Anerkennung fand und unter dem Namen „Harvard-Standard“ bekannt ist.

Henrietta Swan Leavitt gilt als Pionierin der Wissenschaft, und das nicht nur, weil sie eine der wenigen und ersten Frauen in höheren Wissenschaften war. Sie war Mitglied in diversen Verbindungen wie Phi Beta Kappa, der American Association of University Women, der American Astronomical and Astrophysical Society, der American Association for the Advancement of Science und ein Ehrenmitglied der American Association of Variable Star Observers.

1921 starb Henrietta Swan Leavitt an Krebs. Zu ihren Ehren tragen der 1973 entdeckte Asteroid 5383 und ein Krater auf der Mondoberfläche ihren Namen. 1925 wurde Henrietta Swan Leavitt von dem schwedischen Mathematiker Gösta Mittag-Leffler für einen Nobelpreis vorgeschlagen.

Personendaten
Leavitt, Henrietta Swan
US-amerikanische Astronomin
4. Juli 1868
12. Dezember 1921