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United States Africa Command

Das United States Africa Command (AFRICOM) ist das sechste und jüngste Regionalkommando der US-Streitkräfte, welches im Oktober 2007 seine Arbeit aufnahm. Nachdem im Oktober 2008 die volle Operationsbereitschaft hergestellt sein soll, wird AFRICOM das Oberkommando über US-amerikanische Operationen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent von drei anderen Regionalkommandos mit Ausnahme von Ägypten übernehmen.

Inhaltsverzeichnis

Auftrag

Das Kommando soll vorrangig mit humanitären Hilfsoperationen, Katastrophenbewältigung und Krisenreaktionsoperationen betraut werden [1].

Das AFRICOM soll die Aktivitäten des US-Verteidigungsministerium und anderer US-Ministerien und Behörden im Raum Afrika koordinieren und bündeln, um die politische Stabilität und das Wirtschaftswachstum der 56 Länder der Region zu stabilisieren und intensivieren. Die Abkopplung dieses territorialen Verantwortungsbereichs aus dem EUCOM und Überführung in ein eigenständiges Regionalkommando für den afrikanischen Kontinent soll eine noch effektivere Konzentration auf die spezifischen politischen, ökonomischen und sozialen Probleme ermöglichen. Ein weiterer Grund für die Ausgliederung war der enorm gewachsene Verantwortungsbereich des EUCOM, der auch das Gebiet fast aller ehemaligen Sowjetstaaten umfasst und sich so bis zur Halbinsel Kamtschatka erstreckt.

Der Fokus soll dabei atypisch weniger in der Bereitschaft der Kriegführung, als in der Kriegsprävention liegen. Es ist beabsichtigt, mittels Militär- und Sicherheitsberatung eigenständige nationale Militär- und Strafverfolgungsorgane zu etablieren, um so eine wirksame Krisen-Reaktions-Kapazität zu schaffen, die die Förderung demokratischer Systeme unterstützt und sichert.

Dabei sollen Entwicklungsprogramme des Außenministeriums, deren Unterstützung und Umsetzung zur Zeit noch von drei verschiedenen Regionalkommandos, dem EUCOM, dem US Central Command (CENTCOM) und dem US Pacific Command (PACOM) getragen wird, im Africa Command gebündelt werden, um somit Überschneidungen und Parallelarbeit zu vermeiden.

Aus Sicht der US-amerikanischen Regierung gewinnt die Region aufgrund ihrer Ressourcen und oft instabilen Machtverhältnisse zunehmend an Bedeutung. Die Einrichtung eines eigenen Regionalkommandos trägt dieser Entwicklung Rechnung.

Organisation

Eine Übergangskommandogruppe für die Aufstellung stand unter dem Kommando von Rear Admiral Robert T. Moeller. Derzeit ist das Hauptquartier in den Kelley Barracks in Stuttgart stationiert. Das spätere Hauptquartier des Kommandos könnte, nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums, in Afrika stationiert werden.[1]

Führung

Am 1. Oktober 2007 übernahm General William E. Ward den Posten des Kommandeurs des US Africa Command. Ihm sind zwei Stellvertreter untergeordnet. Zum einen Vice Admiral Robert T. Moeller, der schon bei der Aufstellung beteiligt war, zuständig für Militäroperationen. Und zum anderen Botschafterin Mary Carlin Yates, aus dem US-Außenministerium und frühere US-Botschafterin in Ghana, zuständig für Zivil-militärische Aktivitäten.

Nr. Name Bild Beginn der Berufung Ende der Berufung
1 William E. Ward (USA) 1. Oktober 2007 ---

Hintergründe

Über die Aufstellung eines US-Regionalkommandos für den afrikanischen Kontinent wurde bereits seit 2003 spekuliert. Afrika geriet mehr und mehr in das Aufmerksamkeitsspektrum der US-Regierung, so fand bspw. 2005 ein Militärmanöver der US-Streitkräfte, eine Antiterrorübung, in der Sahara statt.[2] Zudem sind US-Einheiten am Horn von Afrika innerhalb der Operation Enduring Freedom in Dschibuti beteiligt. Da nach Schätzungen bis 2015 ungefähr 25 % der US-amerikanischen Öls aus Afrika kommen wird, arbeiten Lobbyisten seit 2002 daran, die Regierung der Vereinigten Staaten zu bewegen, eine militärische Präsenz in Afrika, hier vor allem im Golf von Guinea, aufzustellen, um gegen Wirtschaftskontrahenten - allen voran China - einen Vorteil zu erlangen bzw. neue Erdölfördergebiete für die US-Ölindustrie zu sichern[3]. Die Debatte um die Aufstellung des Africa Command drehte sich daher im Vorfeld darum, ob die geschätzten 5 Mrd. Dollar, die jährlich für diese Kommandoeinrichtung aufgewendet werden, gerechtfertigt seien. Die Denkfabrik Center for Strategic and International Studies attestiert dem Verteidigungsministerium eine mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit, da es dem Ministerium nicht gelungen sei, das tatsächlich vorhandene Interesse der USA an der Lösung diverser afrikanischer Probleme in den Vordergrund zu rücken.

Verweise

Weblinks

Quellen

  1. a b Bericht über die Aufstellungspläne (DoD.mil vom 6. Februar 2007; englisch)
  2. US targets Sahara 'terrorist haven' (BBC vom 8. August 2005; englisch)
  3. With Mideast uncertainty, US turns to Africa for oil (Christian Science Monitor vom 23. Mai 2002; englisch)