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Skeptikerbewegung

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Die Skeptikerbewegung umfasst Vereinigungen und Personen, deren Absicht nach eigenen Angaben eine kritische Auseinandersetzung mit sogenannten pseudo- und parawissenschaftlichen Theorien ist. Vertreter dieser Organisationen bezeichnen ihre Auffassungen häufig als wissenschaftlichen Skeptizismus, modernen Skeptizismus bzw. rationalen Skeptizismus. Vom philosophischen Skeptizismus, vor allem von dessen radikalen Richtungen wie z.B. dem "pyrrhonischen" Skeptizismus der Antike, unterscheiden sich die Positionen dadurch, dass sie nicht die Möglichkeit einer Erkenntnis der Wirklichkeit und Wahrheit in Frage stellen, sondern lediglich Ansichten kritisieren, deren empirische Basis fraglich ist oder noch nicht wissenschaftlich untersucht wurde. In Deutschland ist die größte Assoziation innerhalb der Skeptikerbewegung die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Versuche, vermeintlich paranormale Erscheinungen wissenschaftlich zu erklären, gibt es schon lange. Michael Faraday beschäftigte sich beispielsweise mit Tischrücken und wies nach, dass der Tisch unwillkürlich von den an ihm sitzenden Personen bewegt wurde. William Crookes, Alfred Russel Wallace und einigen anderen Wissenschaftlern des 19. Jahrhunderts gelang jedoch keine natürliche Erklärung aller Vorgänge bei Séancen, und sie wurden gläubige Spiritisten. Im frühen 20. Jahrhundert widmete sich der Zauber- und Entfesselungskünstler Harry Houdini nach Auseinandersetzungen mit zeitgenössischen Spiritisten der Entlarvung von Tricks, die als übersinnliche Phänomene präsentiert wurden. Er ließ betrügerische Spiritisten durch Detektive ausspähen, hielt Vorträge über das Thema und integrierte die Aufklärungsarbeit in seine Vorstellungen. Houdinis Tradition als aufklärender Zauberer setzte im 20. Jahrhundert der Magier James Randi fort, der mit seiner Kritik an Uri Geller bekannt wurde.

Im Jahr 1947 wurde in Belgien das Comité pour l'Investigation Scientifique des Phénomènes Réputés Paranormaux kurz Comité Para gegründet, das sich der Auseinandersetzung mit Hellsehern, Astrologen und Wünschelrutengänger verschrieb, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges versprachen, bei der Suche nach Kriegsvermissten zu helfen. In den Vereinigten Staaten bildete nicht zuletzt Martin Gardners Fads and Fallacies in the Name of Science eine Grundlage für die Entstehung der Skeptikerbewegung.

Paul Kurtz gründete nach einem 1975 publizierten, von 186 Wissenschaftlern unterzeichneten Manifest gegen astrologische Erklärungen[1] und nach der Auseinandersetzung mit Michel Gauquelins Mars-Effekt[2] im Jahr 1976 das Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal (CSICOP), das heutige Committee for Skeptical Inquiry. Gründungsmitglied war auch der Soziologe Marcello Truzzi, der ein Magazin namens The Zetetic herausgab, das unter interessierten Akademikern zirkulierte und 1975 erweitert wurde zu einer Informationsplattform über paranormale Erklärungen und deren Kritik. Nach dem Rücktritt Truzzis von der Herausgeberschaft wurde daraus die Verbandszeitschrift des CSICOP unter dem Titel Skeptical Inquirer und der Herausgeberschaft Kendrick Fraziers (zuvor Herausgeber von Science News.[3] Neben seiner Tätigkeit im Skeptikerverband ist Kurtz auch Vorsitzender des atheistischen Council for Secular Humanism und Geschäftsführer des Verlages Prometheus Books.

Die Skeptics Society, eine der größten amerikanischen derartigen Gruppierungen, wurde 1991 von Michael Shermer, Pat Linse und Kim Ziel Shermer gegründet.[4]

Charakteristik

Die Skeptikerbewegung beruft sich auf naturwissenschaftliche Methoden, welche die prinzipielle, intersubjektive Überprüfbarkeit getroffener Aussagen zum Kriterium der Wissenschaftlichkeit einer Aussage erklären. Gegenstand sind oft Behauptungen, die unglaubwürdig, zweifelhaft oder im deutlichen Widerspruch zu etablierten naturwissenschaftlichen Erklärungen scheinen. Insofern Vertreter der Skeptikerbewegung als Verteidiger naturwissenschaftlicher Methoden selbst auftreten, unterscheidet sie dies von der einzelwissenschaftlichen Forschungsarbeit der Naturwissenschaften.

Die Skeptikerbewegung erklärt, sie weise paranormale Phänomene nicht prinzipiell zurück, sondern fordere, dass diese Gegenstand naturwissenschaftlicher Untersuchung sein sollten.

Häufige von Mitgliedern der Skeptikerbewegung verfolgte Themen sind Reinkarnation, Parapsychologie, Wünschelrutengehen, Astrologie, Homöopathie, Tarot, Entführungen durch Außerirdische oder außersinnliche Wahrnehmungen, die von der Skeptikerbewegung oft als Pseudowissenschaften bezeichnet werden.

Mitglieder der Skeptikerbewegung wie James Randi wurden durch die öffentliche Auseinandersetzung mit Behauptungen aus diesen Bereichen bekannt. Viele Vertreter der Skeptikerbewegung sind Agnostiker oder Atheisten, das Spektrum reicht bis zu Fideisten wie Martin Gardner.[5]

Nach Auffassung vieler Mitglieder der Skeptikerbewegung sind sogenannte Pseudowissenschaften nicht nur unwissenschaftlich, sondern stellen eine reale Gefahr dar. In Anlehnung an Bertrand Russell argumentieren einige, dass Menschen, die sich auf den Glauben auf Übersinnliches berufen, zu schädlichen oder zerstörerischen Handlungen veranlasst werden könnten.[6] James Randi bezeichnet von ihm kritisierte parawissenschaftliche Thesen als Betrug und versucht in Einzelfalluntersuchungen nachzuweisen, dass Protagonisten der sogenannten Pseudowissenschaften wüssten, dass ihre Behauptungen falsch seien. Es gehe ihnen nur darum, Geld zu verdienen.

Vereinigungen

Skeptikervereinigungen sind auf internationaler Ebene im International Network of Skeptical Organizations organisiert,[7] in Europa im European Council of Skeptical Organisations (ECSO), das 1995 gegründet wurde.

Kritik und Gegenbewegungen

Der Ausdruck Pseudowissenschaft wird durch die US-amerikanische Skeptiker-Organisation Committee for Skeptical Inquiry und die deutsche GWUP mit teils abwertender und ausschließender Absicht verwendet. In der wissenschaftstheoretischen Diskussion wird dagegen vereinzelt überhaupt bestritten, dass ein Begriff wie Pseudowissenschaft präzise ausarbeitbar ist. Der Wissenschaftstheoretiker Larry Laudan und der Soziologe und GWUP-Kritiker Edgar Wunder sprechen von „hohlen Phrasen“ und Kampfbegriffen mit lediglich emotionalem Gewicht und ohne analytischen Gehalt.

Der Chemiker Ed Storms sprach anlässlich der Dritten Internationalen Konferenz über Kalte Kernfusion (ICCF3) in Nagoya, Japan im Oktober 1992 vom „Pathologischen Skeptizismus“. Etwa zeitgleich Anfang der 90er hatte Truzzi CSICOP ausweisende Tendenzen gegenüber Meta-, Para- und Pseudowissenschaften vorgeworfen und vom „Pseudo-Skeptizismus“ gesprochen, den so mancher Naturwissenschaftler praktiziere, der zwar statuieren könne, was empirisch unwahrscheinlich sei, nicht jedoch, was empirisch unmöglich ist.[8]

Im Zuge einer vereinsinternen Auseinandersetzung innerhalb der GWUP verließen 1999 der Mitbegründer und damalige Redaktionsleiter von deren Publikationsorgan Skeptiker Edgar Wunder und zwei andere Mitglieder die führende deutsche Skeptiker-Organisation. Wunder prägte im Rahmen einer GWUP-kritischen Schrift schließlich den Begriff Skeptiker-Syndrom.[9]

Quellen

  1. Vgl. Bok, B.J., Jerome / L.E., Kurtz, P.: Objections to Astrology: A Statement by 186 Leading Scientists, The Humanist 35 (1975), 4-6
  2. vgl. Michel Gauquelin Is There Really a Mars Effect?
  3. Vgl. Collins/Pinch 1984 und die dortigen Quellenbelege
  4. Vgl. s.v. in Melton 2001
  5. CSICOP and the Skeptics: An Overview
  6. On the Value of Scepticism
  7. http://www.csicop.org/resources/organizations.html
  8. Marcello Truzzi: Über den Pseudo-Skeptizismus
  9. Edgar Wunder: Das Skeptiker-Syndrom

Literatur