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Intel

Intel Corporation
Unternehmensform Corporation
ISIN US4581401001
Gründung 1968
Unternehmenssitz Santa Clara, Kalifornien, USA
Unternehmensleitung
  • Craig R. Barrett (Vorsitzender)
  • Paul S. Otellini (Präsident & CEO)
Mitarbeiter 85 000 (2008)
Umsatz 38,334 Mrd. USD (2007)
Branche Chiphersteller
Website www.intel.com

Intel Corporation (Integrated electronics) ist ein US-amerikanischer Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Santa Clara, Kalifornien. Sie wurde 1968 von Mitarbeitern der Firma Fairchild Semiconductor gegründet. Intel ist vor allem für PC-Mikroprozessoren bekannt, bei denen das Unternehmen einen Marktanteil von ungefähr 80 % hält. Außerdem werden auch fast alle anderen Mikrochips für Computer produziert, zum Beispiel Chipsätze für Mainboards, WLAN und Netzwerkkarten. Bekannt ist Intel auch für seine fortgeschrittene Halbleiterproduktion. Vorstandsvorsitzender ist zurzeit Paul Otellini.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Intel ist das weltweit größte Unternehmen der Halbleiter-Branche und auf vielen Geschäftsfeldern tätig.

Produkte und geschichtliche Entwicklung

Die Gründung und Produktion von Speicherchips

Intel wurde am 18. Juli 1968 von Gordon E. Moore und Robert Noyce als Moore-Noyce Electronics in Mountain View, Kalifornien gegründet, nachdem sie Fairchild Semiconductor verlassen hatten. Bald darauf wurde auch Andy Grove eingestellt, der die Firma in den 1980ern und 1990ern leitete. Das Ziel der Firma war es, Arbeitsspeicher für Computer auf Halbleiterbasis zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Die Hochintegration (Very Large Scale Integration, VLSI) von Transistoren auf Silizium steckte im Jahr 1968 noch in den Kinderschuhen, und Intel entwickelte den MOS-Prozess für die Herstellung von Halbleitern.

Das erste Produkt der Firma war aber ein bipolarer 64-bit-Schottky-RAM. Es wurde im April 1969 unter der Produktbezeichnung „Intel 3101“ vorgestellt. Erst im Juli 1969 wurde mit dem Intel 1101 der erste SRAM-Chip, der mit dem MOS-Prozess hergestellt wurde, auf den Markt gebracht. Aber erst im Oktober 1975 – trotzdem schon nach der Hälfte der ursprünglich veranschlagten Zeit – gelang der erste große Sprung nach vorn: Intel stellte unter der Produktbezeichnung „1103“ den ersten DRAM-Speicherbaustein vor, der auf dem MOS-Prozess basierte und die Vorzüge der Hochintegration zu bieten hatte. Während der Bipolar-Prozess nur noch bei Hochgeschwindigkeits-Bauteilen den Vorzug genoss, entwickelte sich fortan die MOS-Technologie zur bevorzugten Halbleiter-Fertigungstechnik.

Als weitsichtiger Integrations-Stratege hatte Gordon Moore schon 1965 einen Trend erkannt, der später als Mooresches Gesetz nicht nur die Geschichte von Intel, sondern die Entwicklung der gesamten Hochtechnologie maßgeblich geprägt hat.

Bis Mitte der 1980er Jahre war DRAM das Hauptgeschäft von Intel. Die wachsendene Konkurrenz durch japanische Halbleiterhersteller und der damit verbundene Umsatzrückgang führten aber 1983 zu einer Umorientierung des Geschäftsmodells. Der Erfolg des Personal Computers von IBM veranlasste Intel, sich fortan auf Mikroprozessoren zu konzentrieren und die DRAM-Produktion aufzugeben. Zu den Hauptlieferanten von Intel gehört das taiwanische Unternehmen Foxconn.

EPROM und Flash-Speicher

Auf der Solid State Circuits Conference des Jahres 1971 stellte Dov Frohman das erste EPROM der Welt vor. Das Intel-EPROM 1702 war ein großer Erfolg und wurde bis Mitte der 1980er Jahre in hohen Stückzahlen verlangt, nicht zuletzt weil Intel viele Jahre der einzige Hersteller war, der EPROMs in hoher Stückzahl produzieren konnte. Bis 2008 war Intel zusammen mit Spansion einer der größten Hersteller von Flash-Speichern. Ende März 2008 gliederte Intel den größten Teil der Flash-Produktion in ein Joint-Venture-Unternehmen mit STMicroelectronics aus. Das neue Unternehmen bekam den Namen Numonyx

Die ersten Mikroprozessoren

Als erster Mikroprozessor der Welt (zumindest nach Intel-Lesart) wurde am 15. November 1971 der 4-Bit-Prozessor Intel 4004 vorgestellt. Diesen soll Intel auf eigene Verantwortung entwickelt haben, als das japanische Unternehmen Nippon Calculating Machine Corporation eigentlich einen spezialisierten Tischrechnerchip beauftragt hatte.

Der 1974 eingeführte Intel 8080 wird allgemein als erster vollwertiger Mikroprozessor angesehen. Es handelt sich dabei um einen 8-Bit-Mikroprozessor, der als Nachfolger des Intel 8008 (Markteinführung 1972) entwickelt wurde. Diese ersten Mikroprozessoren legten den Grundstein für viele weitere Produkte auf ähnlicher Basis und verhalfen Intel zu seiner starken Marktmacht. Zu dieser Baureihe gehören neben dem seltener eingesetzten Nachfolgetyp Intel 8085 eine ganze Palette von passenden I/O-Bausteinen, z. B. der Intel 8255 für parallele Ein- und Ausgabe.

Die Mikrocontroller

Basierend auf den Entwicklungen der Mikroprozessoren der 80er Reihe stellte Intel 1977 den Mikrocontroller 8048 vor, der jedoch bereits 1980 durch den Mikrocontroller 8051 ersetzt wurde. Durch geschickte Lizenz-Politik (u. a. an Siemens und Philips) wurde der Mikrocontroller 8051 Stammvater einer der verbreitetsten Familien von Mikrocontrollern.

x86-Prozessoren

Die bekannteste Baureihe von Intel sind die x86er Mikroprozessoren, deren erstes Modell im Jahre 1978 mit dem 8086/8088 erschien und im weit verbreiteten IBM-PC verbaut wurde. Heute baut Intel Chips für Desktop-Computer (Pentium-Dual-Core-Serie, Celeron-Serie, Intel Core 2-Serie), für Notebooks (Pentium Dual-Core, Core Duo, Core 2 Duo) und für Workstations und Server den Xeon. Der große Serverprozessor Itanium 2 kann seine hohe Rechenleistung nur mit seinem nativen Befehlssatz IA64 ausspielen. x86-Maschinencode (IA32) führt er über eine integrierte Hardware-Emulation nur langsam aus.

Der große Erfolg der x86er Reihe führte zu einer marktbeherrschenden Stellung in der PC-Industrie; zeitweise kamen 85% der PC-CPUs von Intel. So kam es immer wieder zu Untersuchungen der amerikanischen Wettbewerbsbehörde FTC und Klagen von Konkurrenten. Der heutige einzige größere Konkurrent auf diesem Sektor ist AMD; ironischerweise war Robert Noyce mit seinem Gründungskapital auch für die Gründung dieser Firma mitentscheidend. Seit 1976 hat AMD ein Patentaustauschabkommen mit Intel, so dass alle technischen Innovationen wechselseitig genutzt werden können. Derzeit liefern sich beide Firmen einen harten Wettbewerb, der zu immer schnelleren Prozessoren und fallenden Preisen führt. Erst in der letzten Zeit hat hier mit dem Stromverbrauch bzw. der Abwärme ein weiteres Kriterium Bedeutung erlangt.

Chipsätze und Grafikchips

Intel ist mit großem Abstand Weltmarktführer bei Grafikchips, was daran liegt, dass die meisten Bürorechner und Notebooks auf Centrino-Technologie eine Intel-Plattform mit integrierter Grafik (IGPs) benutzen. Intel hatte zwar mit dem i740 Ende der 1990er auch einen Grafikchip für Steckkarten im Angebot, stellte diese Aktivitäten aber danach wieder ein. Zur Zeit arbeitet Intel wieder an einer diskreten GPU unter dem Codenamen „Larrabee“.[1]

Auslesbare Serien-Nummern im Pentium 3

1999 geriet Intel in öffentliche Kritik, als die gerade vorgestellten ersten Pentium III (mit 450 und 500 MHz) mit einer weltweit eindeutigen Nummer („Prozessor-ID“) versehen waren, die per Software ausgelesen werden konnte. Kritiker befürchteten, diese eindeutige Seriennummer könne als Grundlage für das Ausspionieren und die Überwachung von Computeranwendern dienen. Aufgrund des öffentlichen Drucks hat Intel die Prozessor-ID standardmäßig abgeschaltet und in späteren Prozessor-Generationen ganz auf sie verzichtet.

Tochterunternehmen

Im Jahr 2007 übernahm Intel das irische Unternehmen Havok, das vor allem wegen seiner Physik-Engine bekannt ist.

Konkurrenten

Da Intel auf vielen Geschäftsfeldern aktiv ist, hat das Unternehmen auch entsprechend viele Konkurrenten.

Bei x86-Prozessoren ist AMD der Hauptkonkurrent, nachdem sich anderen Firmen wie Centaur Technology, Cyrix oder Transmeta entweder aus dem Markt zurückgezogen haben oder sich auf Nischenprodukte konzentrieren. Bei Chipsätzen für Mainboards konkurriert man mit AMD (teilweise unter dem Markennamen ATI, früher ATI Technologies), nVidia, SiS und VIA Technologies, bei Netzwerkchips mit Freescale, Broadcom, Marvell und AMCC. Im Flash-Bereich gehören Spansion, Samsung, Toshiba und Hynix zu den Konkurrenten.

AMD hat vor kurzem auch eine Überprüfung auf Monopolstellung seitens Intel in Auftrag gegeben. Intel solle laut AMD in den Jahren 1996-2006 60 Milliarden Euro Gewinn dadurch gemacht haben.[2]

Marketing

Zum Jahreswechsel 2005/2006 verabschiedete sich Intel vom 37 Jahre alten Firmenlogo sowie der Bestandteilmarke "intel inside", die bisher auf Produkten von Fremdherstellern angebracht wurde, die eine CPU von Intel enthielten.

Der neue Schriftzug wird nun, wie schon zuvor bei "intel inside", durch einen ovalen Wirbel eingerahmt. Das "e" im Schriftzug ist nicht mehr tiefgestellt. Das Firmenlogo wird situationsabhängig durch den Slogan "leap ahead" (deutsch: "Einen Sprung voraus") ergänzt. Die neue Hausschrift ist eine modifizierte Variante der Neo Sans bzw. Neo Tech.

Mit der Änderung des Firmenlogos geht auch eine Änderung der Marketingstrategie einher.

Siehe auch

Fußnoten

  1. Details über Larrabee
  2. Intel und der Monopol-Missbrauch