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Pannerdens Kanal

Der Pannerdens Kanal (nl:Pannerdensch Kanaal) befindet sich zwischen Doornenburg und Huissen. Er ist sechs Kilometer lang und 135 Meter breit, und verbindet den Bijlands Kanal mit dem Nederrijn.

Geschichte

Anlässlich der damals aktuellen Kriegsdrohung war es der damaligen Regierung bewusst, dass Feinde an der Ostgrenze zwischen Pannerden und Huissen ungehindert nach den wichtigen westlichen Provinzen vorstoßen konnten. Deshalb erhielt der niederländische Kriegsbaumeister Menno Baron van Coehoorn den Auftrag die Lücke zu schließen. Kurz vor seinem Tode steckte er eigenhändig den Grundriss ab für einen Verteidigungswall (Retranchement) bei Pannerden. Aus dem vor diesem Wall gelegenen Graben ist später der Kanal entstanden. Unter Einbeziehung der Arbeiten für das Retranchement ist der Kanal zwischen 1701 und 1707 entstanden.

Da der Rhein und die Issel immer mehr versandeten, im Sommer war zeitweise keine Schifffahrt mehr möglich, forderten 1702 die Provinzen Utrecht, Gelderland und Overijssel, den Kanal zu öffnen. Dagegen wehrten sich die Waal-Städte Nijmegen, Tiel und Dordrecht. Sie befürchteten einen Rückgang ihrer Einnahmen aus der Schifffahrt.

Erst 1771 konnte man sich einigen und die Verbindung zum Rhein wurde hergestellt, und damit die Wasserzufuhr zu Nederrijn und IJssel zu gewährleistet. In den Anfangsjahren führte dies aber häufig zu Überschwemmungen.

Am Anfang des Kanals verteilt sich das Rheinwasser zu zwei Dritteln zur Waal, und zu einem Drittel in den Pannerdens Kanal. An der Abzweigung der IJssel fließen davon zwei Drittel zum Nederrijn und der Rest zur IJssel.

Neben der Verkürzung des Wasserlaufs zum Nederrijn, hatte dies auch strategische Vorteile für die Nieuwe Hollands Waterlinie. Mit einer Durchflussmenge von rund 700m³/s stand sowohl für die Verteidigungslinie, als auch für die Schifffahrt, genügend Wasser zur Verfügung. 2007 ist die 300 Jahrfeier des Kanals.

Festungsanlagen

Das Fort Pannerden wurde von 1869 bis 1872 auf der Landzunge zwischen Waal und Kanal errichtet um die Wasserverteilung zu garantieren. Reste einer früheren Befestigung in Form einer in 1742 gebauten Sternschanze (Sterreschans) sind unter Doornenburg erhalten geblieben. Diese Sternschanze wurde anfangs Nieuw-Schenkenschans (Neu-Schenkenschanz) genannt, nach der aufgegebenen niederländischen Festung aus 1586 bei Kleve (Niederrhein).

Sprachliche Verwirrung

Nach offiziellen niederländischen Quellen heißt der Kanal: Pannerdensch Kanaal. Obwohl die heutigen Niederländer diesen Namen gerne modernisieren zu Pannerdens Kanaal, ist diese eigenwillige Namensgebung nicht richtig. In Anlehnung zum englischen Pannerden Canal könnte man in der deutschen Übersetzung Pannerden Kanal schreiben; jedoch ist Pannerdenschkanal richtiger.