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Neuhausen/Erzgeb.

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 40′ N, 13° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Freiberg
Höhe: 661 m ü. NN
Fläche: 48,03 km²
Einwohner: 3204 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09544
Vorwahlen: 037361, 037327
Kfz-Kennzeichen: FG
Gemeindeschlüssel: 14 1 77 300
Adresse der Gemeindeverwaltung: Bahnhofstr. 12
09544 Neuhausen/Erzgeb.
Webpräsenz:
www.neuhausen.de
Bürgermeister: Peter Haustein (parteilos)
Lage der Gemeinde Neuhausen/Erzgeb. im Landkreis Freiberg

Der staatlich anerkannte Erholungsort Neuhausen/Erzgeb. ist eine Gemeinde im westlichen Osterzgebirge. Die Gemeinde liegt im Süden des Landkreises Freiberg. Die Gemeinde mit rund 3300 Einwohnern ist für das Schloss Purschenstein und als Wintersportort bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde Neuhausen/Erzgeb. befindet sich im westlichen Osterzgebirge zur Grenze zum Mittleren Erzgebirge, eingebettet im oberen Flöhatal. Das Gebiet erstreckt sich zwischen der Talsperre Rauschenbach, dem 837 m hohen Kohlberg, dem 834 m hohen Klugehübel sowie dem 789 m hohen Schwartenberg und befindet sich im Naturpark Erzgebirge/Vogtland.

Geologie

Der Ort befindet sich auf kristallinen Schiefern wie beispielsweise Gneis.

Ortsgliederung

zur Gemeinde Neuhausen gehören folgende Ortsteile:

Geschichte

Das als wehrhafte Burganlage errichtete Schloss Purschenstein nahm im oberen Erzgebirge eine bedeutende Stellung ein. Der erste urkundliche Nachweis des Schlosses stammt aus dem Jahre 1289. Zwischen 1389 und 1945 verblieb das Schloss in der Hand des früheren Rittergeschlechts von Schönberg.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm Neuhausen die Entwicklung zu einem Zentrum der Möbelindustrie mit dem Schwerpunkt Stuhlbau. Aus dieser Entwicklung heraus entstanden Fabriken, Wohnungen, Geschäfte, das Rathaus und das Postamt. Seit dem 1. Oktober 1895 erhielt die Gemeinde auch den Anschluss an das sächsische Eisenbahnnetz, als man die Bahnstrecke zwischen Olbernhau und Neuhausen eröffnete. Damit hatte Neuhausen eine Verbindung zu den Industriegebieten von Chemnitz und Umgebung.

Zwischen 1945 und 1990 nahm das Schloss Purschenstein die neue Funktion als Kinderheim und kommunales Kulturzentrum wahr. Im Jahr 1989 wurde das Schloss jedoch stark zerstört, da das Dachgeschoss brannte. Der Außenbau konnte wiederhergestellt werden, die Innenräume jedoch sind nur teilweise komplett ausgebaut.

Im Jahr 2006 wurde das Schloss an einen niederländischen Investor verkauft, der dieses im Moment zu einem Fünf-Sterne-Hotel umbaut.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen beziehen sich ab 1982 auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

bis 1899 1900 bis 1945 1946 bis 1989 1990 bis 1999 Seit 2000
1551/52 – ca. 170
(25 besessene Mann, 66 Inwohner)
1910 – 2875 1946 – 3243 1990 − 3676 2000 − 3447
1925 – 2863 1971 – 3184 1991 − 3635 2001 − 3392
1764 – ca. 220
(24 besessene Mann, 18 Häusler)
1939 – 3039 1982 − 4100 1992 − 3598 2002 − 3366
1983 − 4055 1993 − 3712 2003 − 3346
1834 – 1072 1984 − 3983 1994 − 3674 2004 − 3310
1871 – 1492 1985 − 3919 1995 − 3615 2005 − 3266
1890 – 1701 1986 − 3874 1996 − 3581 2006 − 3204
1987 − 3836 1997 − 3565
1988 − 3846 1998 − 3545
1989 − 3773 1999 − 3487

(Quellen: Akademie der Wissenschaften der DDR 1985, Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen)

Gedenkstätten

Politik

Partnerschaft

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Gemeinde Neuhausen hat fünf Museen. Mit steigender Bedeutung hat sich der Wintersport in der Gemeinde etabliert.

Museen

Das Erzgebirgische Glashüttenmuseum befindet sich in der ehemaligen Fronfeste von Schloss Purschenstein und zeigt u.a. eine Glashütte aus der Zeit von Georgius Agricola, eine Werkstattstube und weitere Schrift- und Sachzeugen der erzgebirgischen Glasmacherei sowie der Geschichte Neuhausens bzw. Purschensteins.

Weltbekannt ist das erste und größte Nussknackermuseum Europas mit rund 4400 Exemplaren aus 30 Ländern. Besondere Attraktion ist der größte funktionsfähige Nussknacker der Welt mit 5,87 Metern und die weltgrößte Spieldose.

Das Technische Museum „Alte Stuhlfabrik“ gibt die Geschichte des Stuhlbaus in Neuhausen wieder.

In Cämmerswalde stehen zwei originalgetreue Flugzeuge, eine Iljuschin Il-14 und das Jagdflugzeug Mikojan-Gurewitsch MiG-21 zur Besichtigung. Das erstgenannte Flugzeug wurde auf Antrag der damaligen Gemeinde Cämmerswalde 1973 dort platziert, das letzte nach Auflösung der Nationalen Volksarmee der DDR.

In der ehemaligen Berufsschule befindet sich eine Motorradausstellung mit der kompletten Sammlung aller in der DDR produzierten und importierten Motorradmodelle der Jahre 1945 bis 1989.

Sport

Als Erholungsort bietet die Gemeinde den Gästen neben dem Freibad und dem Schwartenbergstadion zahlreiche Anlagen des Wintersports. So sind im Winter über 30 km gespurte Skiloipen vorhanden. Traditioneller Wintersportort ist die Gemeinde spätestens mit den seit 1923 jährlich stattfindenden Langlaufwettkämpfen des Schwartenberglaufs. Im Sommer ist die Region auch ein für den Flugsport genutztes Gebiet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur